Der Fall HUAWEI Mate 30 (Pro)

Letzte Woche wurden in München das Huawei Mate 30 und das Mate 30 Pro vorgestellt. Das Event war ein wenig anders als sonst, weshalb ich erst ein wenig sacken lassen musste und es gab im Nachgang auch noch ein wenig Bewegung.

Auf der IFA wurde es offiziell angekündigt. Das Mate 30-Event in München. In den Tagen davor gab es so einiges an Diskussion. Der Handelsstreit zwischen den USA und China dauert nun etwas über ein halbes Jahr an. Es gab zwar zwischendurch Pausen und Lockerungen aber aktuell sind die Positionen verhärtet.

Damit ist es amerikanischen Firmen aktuell untersagt, neue Geschäfte mit chinesischen Firmen abzuschließen.

Huawei hat es geschafft bis zu einem gewissen Grad unabhängig von diesen amerikanischen Firmen zu werden. Nur in einem Punkt ist es bisher nicht geglückt. Das ist im Bereich der Software. Nutzer sind sehr an die Dienste von Google gewöhnt und gebunden. Gmail, Google Drive, YouTube, Google Fotos und Co. haben gerade unter Android-Usern eine hohe Nutzungsquote.

Ein oder zwei Tage vor dem Event hieß es dann: Das Huawei Mate 30 Pro kommt ohne Google Services und ohne lizenziertes Android. Und weiter sollte das Mate 30 und auch das Mate 30 Pro gar nicht nach West-Europa gelangen. Dieses Infos veröffentlichte eine holländische Tech-Seite. Es wurde viel diskutiert. Umso spannender auf das Event zu gehen und die Infos aus erster Hand zu erhalten.

Die Spannung ebenfalls erhöht wurde durch die Ankündigung von Huawei ein kleines Pre-Event abzuhalten. Eingeladen: Die meisten Journalisten/Blogger/YouTuber aus West-Europa. Es war also eigentlich eindeutig. Es gibt wichtige Informationen zu den Geräten. Doch diese blieben leider aus. Stattdessen wurde über die Firmengeschichte von Huawei erzählt und betont, wie wichtig der Markt West-Europa für Huawei ist.

Und dann ging es zum eigentlich Event und der Pressekonferenz. Da es auf dem Pre-Event schon keine Informationen zur aktuellen Situation gab, hoffte jeder auf die PK und Richard Yu. Die Geräte wurden vorgestellt.

Das Huawei Mate 30

  • 6,62 Zoll 19.5:9 OLED Display mit 2.340×1.080 Pixeln
  • Kirin 990
  • 8 GB Arbeitsspeicher
  • 128 GB interner Speicher (+Speicherkarte)
  • Triple-Kamera mit 2x 40 Megapixel (Ultra-Wide und SuperSensing Hauptkamera), 8 Megapixel Telekamera
  • 4.200 mAh Akku und 18 W Fast-Charging
  • Android 10 mit EMUI 10
  • Preis: 799 € UVP

Das Huawei Mate 30 Pro

  • 6,53 Zoll 18.4:9 OLED Display mit 2.400×1.176 Pixeln
  • Kirin 990 (5G)
  • 8 GB Arbeitsspeicher
  • 256 GB interner Speicher (+Speicherkarte)
  • Quad-Kamera mit 2x 40 Megapixel (Ultra-Wide Cine und SuperSensing Hauptkamera), 8 Megapixel Telekamera und 3D Tiefensensor-Kamera
  • 4.500 mAh Akku und 18 W Fast-Charging
  • Android 10 mit EMUI 10
  • Preis: 1.099 € UVP / 1.199 € UVP für die 5G-Version

Ja, es wurden Preise in Euro genannt. Ja, die Geräte sollen beide tatsächlich nach Europa kommen. Nein, es gab von Richard Yu kein Statement zur aktuellen Situation.

Das Event ging vorbei. Es wurde kein Release-Datum der Geräte genannt, aber es steht fest: Die Geräte wird es früher oder später auch in Europa zu kaufen geben.

Dann ging es in den Hands-On Bereich. Dort zeigte sich schnell, dass keine Google Apps auf den Geräten vorinstalliert sind. Trotzdem machten die Geräte einen unglaublich guten Eindruck. Das zur Seite hin extrem gecurvte Display wirkt sehr schick. Das Mate 30 (Pro) ist Klasse verarbeitet und Spezifikationen machen einfach richtig Bock auf mehr. Und dann sind da noch die Kameras: 4K 60 FPS und 7.680 FPS!!! Ultra Slow-Motion. #HabenWill

In den letzten Tagen gab es dann auch im Nachgang zum Event noch viel Gesprächsbedarf und Diskussion. Huawei könnte den Bootloader freigeben, damit die Google Services nachträglich geflasht werden können. Es gibt bestimmt Installer die Apps nachspielen, allerdings ohne Lizenz von Google. Damit funktioniert dann zum Beispiel kein Google Pay und auch Dienste mit DRM wie Netflix sind nicht möglich.

Aktuell herrscht noch keine Klarheit und es ist noch viel Bewegung im Markt. Zum einen finde ich es gut, dass Huawei nicht klein beigibt und alles Projekte einfach einstampft oder auf Eis legt. Auf der anderen Seite finde ich es Schade, dass die Nutzer so im Dunkeln gelassen werden. Jeder stellt sich die Frage: Wie geht es weiter mit Huawei?

Auf der anderen Seite kann man auch verstehen, dass Huawei sich hier aktuell nicht äußern will. Ein heikles Thema, das zwischen den Regierungen von China und USA ausdiskutiert werden soll. Diplomatisches Sperrfeuer eines Konzerns kann hier auch nach hinten losgehen.

Abschließend bleibt zusagen: Das Huawei Mate 30 (Pro) ist ein geniales Gerät. Huawei ist verdient mittlerweile auf Platz 2 der Smartphone-Hersteller. Aber es bleibt auch festzuhalten: Ohne offizielle Unterstützung von Google und die Google Services hat das Mate 30 (Pro) in Europa wenig bis gar keine Change.

Sobald es weitere offizielle Neuigkeiten oder gar einen Release-Termin bzw. eine Strategie gibt, erfahrt ihr es auch hier.

Sebastian

Ich interessiere mich seit langer Zeit für Technik. Vor allem Smartphones und Tablets faszinieren mich. Ich mache leidenschaftlich gerne Fotos und Sport. Hauptberuflich arbeite ich bei einem IT Beratungshaus als Account Manager.

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