Huawei Ascend Mate 7: Mein bisher größtes Smartphone im Test

Huawei Ascend Mate 7 7

Mit seinem 6 Zoll Display ist das Huawei Ascend Mate 7 ein wirklich großes Smartphone. Es besitzt eine hervorragende Ausstattung, ein edles Gehäuse und der Fingerabdrucksensor funktioniert überraschend gut. Wie sich das Phablet im Alltag geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Test.

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„Lebe lieber außergewöhnlich“ – Huawei Technologies

 

Design und Haptik

Als ich das Huawei Ascend Mate 7 auspackte, musste ich erstmal schwer schlucken. Es ist wirklich unglaublich groß! Mit diesem Brecher in der Hand sollte ich zwei Wochen lang rumlaufen? Doch schon bald würde ich das große Smartphone nicht mehr aus der Hand legen wollen.

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Was direkt neben dem großen Display noch auffällt? Die extrem dünnen Ränder! Huawei hat es geschafft, das Gehäuse um das Display herum sehr klein zu halten, weshalb das Mate 7 mit seinen 6 Zoll nicht viel größer ist als ein iPhone 6 Plus mit einem 5,5 Zoll großen Display. Und das dritte Merkmal, nachdem man es in die Hand genommen hat? Die klasse Verarbeitung! Das Huawei Phablet besteht nahezu vollständig aus Aluminium. Nur an den oberen und unteren Rändern befindet sich ein schmaler Streifen Plastik, die dank der grauen Farbe aber kaum auffallen. Das Aluminium fühlt sich sehr wertig an und überhaupt liegt das Ascend Mate 7 trotz seiner Größe überraschend gut in der Hand.

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Auf der rechten Seite befindet sich die Lautstärkewippe und der Ein/Aus-Schalter, die beide ebenfalls aus Aluminium gefertigt sind und einen tollen Druckpunkt besitzen. Sie sind auch ausreichend tief platziert, sodass sie gut zu erreichen sind, selbst wenn man das Smartphone in einer Hand hält. Ansonsten befindet sich auf Oberseite der 3,5 mm Klinkenanschluss und auf der Rückseite die 13 Megapixel Kamera, der Lautsprecher und der Fingerabdrucksensor, auf den ich später noch genauer eingehen werde. Die Vorderseite wird von dem 6 Zoll großen Display dominiert. Darüber sitzen ein paar Sensoren, die 5 Megapixel Frontkamera und die Ohrmuschel.

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Ich gewöhnte mich wirklich sehr schnell an die Größe. Ich wurde immer nur durch die überraschenden Blicke meiner Freunde wieder daran erinnert, was für ein großes Smartphone ich da bei mir trug. Klar, das Nutzungsverhalten ändert sich deutlich. Mir fiel zum Beispiel auf, dass ich das Mate 7 öfters mal auf den Tisch legte, Ein-Hand-Bedienung ging sowieso nicht und das Phablet trug in den Hosentaschen deutlich stärker auf. Doch ich kann es nicht oft genug sagen: Man gewöhnt sich daran! Das Display bietet gerade beim Lesen längerer Texte einen deutlichen Mehrwert, auch das Anschauen von Videos war auf dem größeren Screen sehr viel angenehmer.

Es ist schwierig, die wirklichen Vorteile eines großen Smartphones aufzuzählen. Ich fand das große Display klasse und konnte mich nach dem Umstieg nur schwer an mein kleines Nexus 4 gewöhnen. Doch was man nicht kennt, kann man auch nicht vermissen, deshalb rate ich nur jedem, mal ein Phablet auszuprobieren.

 

Hardware und Leistung

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Neben seiner Premium Verarbeitung besitzt das Huawei Ascend Mate 7 auch eine hervorragende Ausstattung. Im Inneren werkelt der hauseigene Hisilicon Kirin 925 Prozessor mit acht Kernen, die mit 1,8 und 1,3 GHz getastet sind und der von 2 GB Arbeitsspeicher unterstützt wird. Im Grunde genommen ist die Leistung sehr gut. Apps starten sehr schnell und die Bedienung läuft insgesamt flüssig. Mir ist jedoch aufgefallen, dass sich Homescreen häufig neu aufbaut. Dazu kommen 16 GB interner Speicher die üblichen Schnittstellen wie Bluetooth und GPS, zudem ist das Phablet LTE fähig.

Mate 7 AkkuDer Akku fällt mit 4100 mAh sehr groß aus. Meine Erwartungen waren wirklich sehr hoch, ich dachte vor dem Test, dass ich zwei Tage ohne Steckdose auskommen würde. Diese Erwartungen wurden leider nicht ganz erfüllt.

Versteht mich nicht falsch, die Akkulaufzeit des Huawei Ascend Mate 7 ist hervorragend! Meinen Bestwert erzielte ich mit einer Laufzeit von 19 Stunden und knapp 4 Stunden display-on Zeit. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass mich das Smartphone vielleicht nicht über den Tag bringen könnte. Für einen zweiten Tag reichte es aber dann wohl doch nicht. Ich muss aber sagen, dass sich ich während des Tests das Smartphone deutlich häufiger genutzt habe, als ich es sonst tue. Hätte ich das Ascend Mate 7 genauso häufig genutzt wie mein Nexus 4, wäre ich wahrscheinlich locker auf zwei Tage gekommen.

Wie schon erwähnt ist das Display des Huawei Ascend Mate 7 6 Zoll groß. Zudem löst es mit FullHD, also 1080 x 1920 Pixeln, auf und besitzt damit eine Pixeldichte von 368 ppi. Damit ist es vielleicht nicht so hoch aufgelöst, wie die Displays aktueller High-End Smartphones, trotzdem sind die Inhalte gestochen scharf und besitzen eine tolle Farbwiedergabe. Selbstverständlich fiel das Display des Smartphones beim Weiterreichen als erstes auf und die Farben wurden häufig gelobt. Es ist auch ausreichend hell, sodass ich nie Probleme hatte, den Displayinhalt im Freien zu erkennen.

Die Rückseitige Kamera, die mit 13 Megapixeln auflöst, lieferte im Freien ebenfalls gute Ergebnisse. Die Qualität der Fotos hing jedoch stark von der Belichtung der Umgebung ab. Die Farben waren zwar auch bei künstlicher Beleuchtung okay, jedoch erhöhte sich in dem Fall die Verschlusszeit und sich bewegende Objekte wurden schnell unscharf. Da ich jedoch nicht allzu hohe Ansprüche an eine Smartphone Kamera habe, da ich genau weiß, dass diese nicht mit einer DSLR vergleichbar ist, war ich trotzdem mit der Qualität der Fotos zufrieden. Selbiges gilt übrigens auch für die Frontkamera.

Huawei liefert bei der Software einige Features mit, so kann die Kamera bei ausgeschaltetem Display mit einer doppelten Betätigung der Lautstärke-leiser-Taste in einer Sekunde gestartet und nach Wunsch auch direkt ein Foto geschossen werden. Die Kamera App bietet auch einige Einstellungsmöglichkeiten und einen Verschönerungsmodus, der das Gesicht weichzeichnet, zudem lässt sich die Kamera mit einem Lächeln auslösen. Diese Funktionen habe ich aber nur selten genutzt.

 

Software

Die Oberfläche des Huawei Ascend Mate 7 baut auf Android KitKat auf. Auch läuft die neuste Version der EMUI 3.0 auf dem Smartphone. Da ich bereits das Huawei Ascend P7 getestet habe, bin ich mit der Huawei Oberfläche schon einigermaßen vertraut. Bei der Oberfläche des P7 kritisierte ich das Design der im Grau gehaltenen Apps und die unübersichtlichen zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten.

Mate 7 Oberflache

In der neusten Version der Emotion UI überarbeitete Huawei das Design der eigenen Oberfläche und verpasste dem System ein moderneres Aussehen. Die eigenen Apps gefallen mir nun wirklich gut, sie erstrahlen in einem angenehmen blau und wirken insgesamt sehr viel moderner als noch beim Ascend P7.

Das Konzept der EMUI ist jedoch dasselbe geblieben. Die Oberfläche orientiert sich stark an Apples iOS, d.h. es gibt keinen Launcher, alle Apps befinden sich auf den Homescreens. In der Version 3.0 näherte man sich meiner Meinung noch stärker dem System von Apple an, da die Ordner nahezu gleich aussehen und die Multitasking Ansicht mit seiner horizontal scrollbaren Leiste ebenfalls Ähnlichkeiten besitzt. Angenehm: Über eine Theme App kann durch verschiedene Themes die Oberfläche des Systems angepasst werden. Dazu stehen zahlreiche Themen zum Download zur Verfügung, die den Lockscreen, die App Icons und das Hintergrundbild verändern. Trotz Android KitKat verwendet Huawei übrigens schon die neuen On-screen-Buttons von Lollipop.

Die Einstellungen sind meiner Meinung nach jedoch immer noch stark überladen. Huawei liefert dem Nutzer zahlreiche Möglichkeiten, um den Akkuverbrauch einzelner Apps zu reduzieren, Benachrichtigungen zu verwalten und vieles mehr. Vielleicht sind die Funktionen etwas für Power User, doch für Einsteiger können sie sehr verwirrend sein, da Funktionen häufig versteckt sind. Eine Funktion ist jedoch hervorragend: Der Fingerabdrucksensor! In den Einstellungen lässt sich dieser für verschiedene Finger einrichten, danach kann der Nutzer das Phablet mit Berühren des Sensors auf der Rückseite aufwecken und direkt entsperren. Dies funktioniert wirklich ausgesprochen präzise und schnell, gerade bei einem großen Smartphone ist die Funktion sehr praktisch. In der Kamera App lässt sich der Sensor auch als Auslöser verwenden.

An einigen Stellen ist mir aufgefallen, dass die Oberfläche noch nicht vollständig ins Deutsche übersetzt worden ist. Dies ist nicht weiter schlimm, doch es gab mir das Gefühl, dass auf dem Ascend Mate 7 noch eine Beta Software läuft.

Doch wie läuft Android auf einem 6 Zoll Display? Ich muss sagen, dass Huawei sein Bestes getan hat, um die eigenen Apps und die Oberfläche an den großen Screen anzupassen. Der Platz wird gerade in der Kalender und SMS App, aber auch auf dem Homescreen voll ausgenutzt. Dies kann ich jedoch nicht von den Google Apps behaupten. In den oberen Bildern sieht man den Vergleich unserer Webseite in Google Chrome und des Google PlayStores auf dem Huawei Ascend Mate 7 und dem Nexus 4. Ich denke, es ist klar erkennbar, dass der zusätzlich verfügbare Platz kaum bis gar nicht genutzt wird, sondern die Apps einfach nur aufgeblasen werden. Dies ist auch in allen weiteren Apps wie Gmail sehr auffällig, da die Buttons sehr groß sind. Ansonsten besitzt das Mate 7 keine nennenswerten Funktionen wie z.B. das Samsung Galaxy Note, die speziell für Phablets gedacht sind.

 

Fazit

Huawei Ascend Mate 7 2

Es hat wirklich Spaß gemacht, das Huawei Ascend Mate 7 zu benutzen. Es ist hochwertig verarbeitet, besitzt eine gute Kamera und viel Power unter der Haube. Auch ist das große Display toll anzusehen und zumindest ich habe meine Einstellung gegenüber Phablets grundlegend geändert. Denn obwohl Android bisher nur dürftig an große Smartphones angepasst ist, fand ich den 6 Zoll Screen unglaublich praktisch. Wie gesagt, alles eine Sache der Gewöhnung.

Das Huawei Ascend Mate 7 ist in schwarz und weiß für knapp 400 € auf Amazon verfügbar. Gerade für den Preis bekommt der Nutzer mit dem großen Smartphone sehr viel geboten. Mein Rat an alle: Gebt den Phablets eine Chance. Bei 400 € kann man eigentlich nichts falsch machen.

Huawei Ascend Mate 7

398,89 €
7.7

Design

9.0/10

Display

7.0/10

Hardware

8.0/10

Software

6.5/10

Akku

8.0/10

Pros

  • Hochwertige Verarbeitung
  • Fingerabdrucksensor
  • Starke Hardware
  • Großes Display
  • Relativ günstiger Preis

Cons

  • Fehler in der Software

Leon

Schon seit längerer Zeit verfolge ich Nachrichten rund um die Welt der Smartphones. Jedoch interessiere ich mich auch für alle anderen technischen Neuheiten. Ich spiele gerne Tennis, liebe Serien und studiere Wirtschaftsinformatik.

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5 Antworten

  1. Dein “bisher” größtes Smartphone. Da wartet ja mit dem Huawei P8 Max der nächste Kandidat. 😀

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