Huawei P8 im Test

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Wie jedes Jahr kommt auch dieses Jahr von Huawei ein Flagschiff. Dieses Jahr verzichteten die Chinesen auf den Zusatz “Ascend” und nannte das Smartphone simpel, einprägsam und knackig Huawei P8. Wie sich das Huawei P8 im Test schlägt, erfahrt ihr hier, im Testbericht.

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Design und Haptik

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Huawei setzt beim P8 auf ein eher kantiges Design. Mich persönlich erinnert die Designsprache des Huawei P8 sehr an ein günstigeres Sony Xperia Z Smartphone. Das Gerät ist insgesamt sehr kompakt gehalten, liegt also prima in der Hand. In der Höhe misst das P8 144,9 mm, in der Breite 72,1 mm und eine Tiefe von gerade einmal 6,44 mm. Damit ist das Huawei P8 sogar noch einen halben Zentimeter dünner als das iPhone 6 (zum Test). Mit einem Gewicht von 144 g ist das Huawei P8 außerdem auch ziemlich leicht. Das fällt einem direkt auf, wenn man das Gerät in der Hand hält. Ich finde es allerdings deutlich angenehmer, wenn ein Smartphone ein etwas höheres Gewicht aufweist, da sich dies für mich wertiger anfühlt. Die Materialwahl beim P8 ist eigentlich ziemlich Hochwertig, Aluminium und Glas, allerdings wirkt es dennoch irgendwie billig.

Grade das Aluminium auf der Rückseite wirkt aufgrund der Lackierung leider nicht gerade wertig. Für mich fühlte es sich sogar fast wie kaltes Plastik an. Allerdings verleiht die raue Lackierung dem Huawei P8 auch einen gewissen Grip.

Ebenfalls nicht ganz so gelungen ist die Verarbeitung an manchen Stellen des Gerätes. Gerade beim Einschub für die SIM Karte und auch für die MicroSD Karte sind eindeutig Spaltmaße erkennbar und das Fach schließt nicht komplett bündig.

Die Buttons sind allerdings wirklich hervorragend. Sie sitzen fest und sind bequem mit einer Hand erreichbar. Power Button und Lautstärketaste befinden sich auf der rechten des Smartphones. Außerdem schafft Huawei es, die Bezels extrem klein wirken zulassen. Dies wird durch einen schmalen schwarzen Rahmen um das Display erreicht und gefällt mir sehr gut.

Zusammenfassend lässt sich zum Design also sagen: Vorne schick, hinten kein Meisterwerk.

 

Hardware und Leistung

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Das Huawei P8 kommt mit insgesamt sehr starker Hardware. Huawei setzt dabei größtenteils auf Entwicklungen aus dem eigenen Haus. So auch beim Prozessor. Huawei verwendet den Huawei HiSilicon Kirin 930 Octa-Core Prozessor mit 4 x 2,0 GHz und 4 x 1,5 GHz maximaler Taktrate. Der Kirin 930 ist aktuell der beste Prozessor von Huawei. Außerdem unterstützt er die 64-bit Architektur.

Dazu gibt es noch 3 GB Arbeitsspeicher und 16 GB für den internen Speicher. Dieser lässt sich, wie eingangs bereits erwähnt, mithilfe einer microSD Karte ganz einfach erweitern.

Die Performance des Huawei P8 ist im Alltag ausgezeichnet. Mit Spielen oder Filmen gibt es keinerlei Probleme. Allerdings kann das Smartphone im Benchmark nicht einmal Ansatzweise mit der Leistung des Exynos 7420 von Samsung mithalten.

 

Display

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Das wurde von Huawei leider nicht aufgerüstet. Man bleibt bei der selben Display-Auflösung wie auch schon bei Huawei Ascend P7 (zum Test). Beim P8 gibt es ein 5,2 Zoll großes IPS Display mit einer Auflösung von Full HD, also 1.920 x 1.080 Pixel. Die meisten Hersteller setzen zwar mittlerweile auf Quad HD Displays, allerdings verbrauchen Smartphone mit einer niedrigeren Auflösung weniger Strom. Deshalb muss der Nutzer dann entscheiden, auf was es ihm mehr ankommt. Hochauflösendes Display oder lange Akkulaufzeit. Dieses Jahr ist ein Full HD Display, meiner Meinung nach, durchaus noch vertretbar. Zumal das Display wirklich gut ist. Farben werden sehr kräftig und knackig dargestellt und, trotz der Verwendung eines IPS Panels, lassen sich die Schwarzwerte des Display sehen. Zudem ist eine hohe Blickwinkel Stabilität gegeben.

 

Akku

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Die Akkulaufzeit war bei Ascend P7 noch eine große Schwäche, Huawei hat allerdings einiges getan, um diese Schwäche zu beseitigen. Das Huawei P8 verfügt über einen 2.680 mAh starken Akku, was im Verhältnis zum recht schmalen Gehäuse schon eine ganze Menge ist. Was natürlich zusätzlich eine längere Akkulaufzeit garantiert ist das Full HD Display, wie im vorherigen Abschnitt bereits angesprochen. Zusätzlich wird auch noch durch den ressourcenschonenden Prozessor Energie gespart. Dieser verfügt über vier sehr niedrig getaktete Kerne, welche mit einem Minimum an Strom auskommen. Diese werden für eher unspektakuläre Aufgaben wie surfen, SMS und ähnliches verwendet. Insgesamt hielt das Huawei P8 im Durchschnitt circa 18 – 20 Stunden bei einer Screen-On-Time (SOT) von ungefähr 4,5 Stunden, was deutlich über der üblichen SOT liegt.

Leider hat Huawei es versäumt eine Schnelladetechnologie zu verbauen und der Akku ist auch nicht wechselbar.

 

Kamera

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Die größte Enttäuschung am Huawei P8 ist für mich die Kamera. Vielleicht liegt das daran, dass Huawei diese so extrem gepriesen hat. Im Zusammenhang mit dem P8 wurde immer von einer brillanten Kamera gesprochen. Diese ist allerdings eher Durchschnittlich.

Mit 13 Megapixeln wäre die Auflösung der Hauptkamera zwar hoch genug, allerdings enttäuscht mich die Farbgebung der Bilder. Dies habe ich auch schon detaillierter im großen Kameravergleich mit dem Galaxy S6 und dem LG G4 erläutert. Die Farben sind mir insgesamt zu farblos und wirken durch eine künstlich wirkende Schärfe sehr überzeichnet.

Weiterer Wermutstropfen ist, dass das Huawei P8 keine Videos in UHD also 4K aufnehmen kann. Fast alles dieses Jahr erschienen Flagschiff Smartphones sind dazu in der Lage.

Das ist mein persönlicher Eindruck, damit ihr euch selbst einen bilden könnt, hier einige Bilder in unterschiedlichen Situationen und Lichtverhältnissen:

Unterstützt wird die 13 Megapixel Hauptkamera von einem optischen Bildstabilisator, einem Dual LED Blitz für eine natürlichere Farbgebung bei schlechten Lichtverhältnissen und einer relativ großen Blende von f/1,9. Die Stärke der Huawei P8 Kamera liegt nämlich vor allem bei Bildern in der Dämmerung bzw. in der Nacht. Dafür sorgen unter anderem auch Modi wie Lichtmalerei und der Super-Nachtmodus.

Zusätzlich beeindruckte mich auch der Director Mode von Huawei. Mit diesem konnte man mehrere Kameras via WiFi mit dem Huawei P8 koppeln und dann direkt am P8 aus mehreren Winkeln eine Situation filmen. Dies fand ich ziemlich interessant, vor allem aus dem Grund, dass die anderen Smartphones beliebige Android Smartphones sein konnten. Gerade für Amateurfilmer / YouTuber könnte diese eine äußerst coole Möglichkeit sein.

 

Software

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Als Software kommt beim Huawei P8 die EmotionUI (EMUI) 3.1 zum Einsatz. Diese basiert auf Android 5.0 Lollipop. Ein Update für Android 5.1 wird von Huawei zwar schon getestet, steht aber anscheinend noch lange nicht vor der Veröffentlichung. Huawei und Software Updates sind eh so eine Sache. Ich bin wirklich mal gespannt ob das Huawei P8 ein Update auf das neue Major-Release Android 6.0 Marshmallow erhalten wird.

Ansonsten lässt sich sagen, dass das Betriebssystem insgesamt sehr schlank und aufgeräumt aber auch gewöhnungsbedürftig ist. Mit Stock Android hat EMUI nicht mehr allzu viel zutun. Vor allem das fehlen eines App Drawers stört mich EMUI Launcher immer sehr. Außerdem finde ich die App Icons, entschuldigt wenn ich das jetzt so direkt sage, einfach nur hässlich.

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Gut finde ich hingegen die Quick Setting bei gesperrten Bildschirm, welche, wie bei iOS auch, durch einen Wisch von unten nach oben geöffnet werden können. Außerdem gibt es noch eine besondere Möglichkeit Screenshots aufzunehmen. Dazu klopft man einfach zweimal mit dem Fingerknöchel etwas stärker auf das Display. Das ganze funktioniert ziemlich einfach und zuverlässig und ist eine gute Alternative zu der meist üblichen Fingerakrobatik.

 

Fazit

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Auch dieses Jahr ist Huawei meiner Meinung nach wieder nicht der große Durchbruch gelungen. Dazu ist das Design, wie auch das komplette Gerät, zu stringent und konservativ. Dem Huawei P8 fehlt das gewisse etwas, welches ihm seine Daseinsberechtigung verleiht. Zwar gibt es nette Features wie den Director Mode, Screenshots durch klopfen und relativ starke Hardware allerdings überzeugen Kamera, Design, Haptik und Software nicht.

 

Huawei P8

ab 447,00 €
7.4

Design

6.0/10

Display

7.0/10

Hardware

8.5/10

Software

6.5/10

Akku

9.0/10

Pros

  • Lange Akkulaufzeit
  • Starke Hardware
  • Gute Fotos bei Nacht
  • Günstig

Cons

  • Unterdurchschnittliche Kamera
  • Unschöne Software (kaum Updates)
  • Gewöhnungsbedürftiges Design
  • Kein Quick Charge

Sebastian

Ich interessiere mich seit langer Zeit für Technik. Vor allem Smartphones und Tablets faszinieren mich. Ich mache leidenschaftlich gerne Fotos und Sport. Hauptberuflich arbeite ich bei einem IT Beratungshaus als Account Manager.

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4 Antworten

  1. Boruto sagt:

    Das P8 wirkt wie ein billigeres Xperia Z Modell??? Sicher dass du nicht das P8 Lite getestet hast??
    Die Kamera ist top, bei guten und auch schlechten Lichtverhältnissen, da kann man weder objektiv noch subjektiv etwas Schlechtes sagen.
    Was das Display angeht…es ist hochauflösend! Quad HD brauch niemand, hatte selbst schon Geräte mit dieser Auflösung und da ist fast kein Unterschied feststellbar, da kann man schon eher zwischen HD und Full HD unterscheiden.
    Das Display des P8 ist eines der Besten seiner Art, hohe Helligkeit, super Schwarzwerte, schöne Farben, Blickwinkel sind sehr gut und der Kontrast grandios, das kann nur noch ein Amoled Display besser!
    Die Akkulaufzeit ist nicht so gut, wie du behauptest. Also, wenn man eine gewisse Marke schlecht machen möchte, sollte man vllt seine Finger von Reviews zu Smartphones lassen…

    • Ja ich bin mir sicher, dass ich nicht das P8 Lite hatte. Hattest du mal ein Xperia Z gleichzeitig mit einem P8 in der Hand? Das ist ein großer Unterschied.
      Das selbe gilt für Kamera und Display. Klar, beide sind gut, in Ordnung und brauchbar, vergleicht man sie aber mit aktuellen Topgeräten wie dem Galaxy S6, dem LG G4 und ähnlichem merkt man schon einen gewaltigen Unterschied. Und mit solchen Geräten muss man das P8 vergleichen, denn das ist auch der Anspruch von Huawei.
      Außerdem versuche ich hier in keinsterweise Huawei schlecht zu machen, warum sollte ich auch? Dann bin ich ja mal auf deine Testberichte gespannt 😉

  1. 6. Oktober 2015

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  2. 19. Juni 2016

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