Huawei P9 im Langzeittest

Vor acht Wochen habe ich das Huawei P9 bekommen und seit dem täglich im Einsatz gehabt. Nach dieser doch relativ langen Testphase meine ich, mir ein relativ gutes Bild von dem Smartphone gemacht zu haben. Meine Meinung und Erfahrung lest ihr hier, im Testbericht.

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Design und Haptik

HuaweiP9_10In Sachen Design hat Huawei mit dem P9 einen gigantischen Schritt nach vorn gemacht. Das Huawei P9 sieht schick aus, ist sehr leicht und extrem dünn. Das Ganze mal mit Zahlen hinterlegt: Das P9 bringt gerade einmal 144 g auf die Waage und ist mit einer Dicke von 6,95 mm unglaublich flach. Als Höhe gibt Huawei 145 mm und als Breite 70,9 mm an. So ist das neue Huawei Flaggschiff vor allem in der Breite sehr kompakt um das Display gebaut.

Optisch machen vor allem das Aluminium-Unibody Gehäuse einiges her und das verwendete 2,5 D Glas für das Display einiges her.

Zusätzlich liegt das Huawei P9 extrem gut in der Hand, was vor allem an den abgerundeten Kanten des Gehäuses liegt. Das Aluminium fühlt sich hochwertig in der Hand an und wirkt wie eine Art Handschmeichler. Außerdem gefällt mir bei Aluminium Smartphones immer die Kühle des Materials.

Im Vergleich zum Huawei P8 (zum Testbericht) ist Huawei nun auch in Sachen Verarbeitung einen ganzen Schritt weiter. Waren damals, zum Beispiel am SIM Einschub noch Unebenheiten zu spüren und Spaltmaße zu sehen, fügt sich der SIM Schlitten beim P9 perfekt ins Gehäuse.

Auch die physischen Tasten sind gut verarbeitet, sitzen fest im Gehäuse und haben einen angenehmen Druckpunkt. Für mich etwas ungewohnt, aber bei immer mehr Smartphones der Fall, ist die Positionierung des Standby Buttons und der Lautstärke Wippe. Die meisten Hersteller setzen rechts oben den Standby Button und ein wenig darunter die Lautstärke Wippe. Huawei tauscht diese Positionen, was den Standby Button besser erreichbar macht. Praktisch, aber ungewohnt. HTC zum Beispiel, setzt seit einiger Zeit auf das selbe Layout. Zur besseren Erkennung hat Huawei dem Standby Knopf eine rauere Struktur verliehen, damit man diesen auch erfühlen kann.

 

Hardware und Leistung

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Huawei verbaut im P9 aktuelle Hardware. Nichts außergewöhnlich leistungsfähiges, aber genug um mit den aktuellen Top-Smartphones von Samsung, HTC und LG mithalten zu können. So kommt ein eigens für das Huawei P9 entwickelter Prozessor, der HiSilicon Kirin 955 Octa-Core Prozessor mit 64-bit Architektur von Huawei. Der Prozessor taktet mit 4 x 2,5 GHz und 4 x 1,8 GHz. Je nach Leistungsanforderung können dann die verschiedenen Prozessoren zu- und abgeschaltet werden.

Zusätzlich gibt es 3 GB Arbeitsspeicher und 32 GB internen Speicher. In Deutschland ist lediglich diese Version verfügbar. In China gibt es noch eine Version mit 4 GB RAM und 64 GB Arbeitsspeicher. Diese wird es laut Huawei allerdings nicht nach Europa schaffen.

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Das Betriebssystem läuft aufgrund der soliden Hardware sehr rund und zuverlässig. Auch Spiele mit anspruchsvollerer Grafik können ohne Probleme gespielt werden und dabei ist die Wärmeentwicklung minimal. Das kennt man von Geräten mit einem Snapdragon 810 ganz anders.

Im Antutu Benchmark erreichte mein Exemplar des Huawei P9 85.116 Punkte. Damit landet das Gerät knapp hinter dem Huawei P9 Durchschnitt und Hinter Geräten wie dem iPhone 6s, dem LG G5 und dem Samsung Galaxy S7 edge (zum Testbericht).

 

Display

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Ein großes Highlight war und ist für mich das Display des Huawei P9. Ich selber bin das AMOLED Quad HD Display des Nexus 6 gewöhnt gewesen, muss aber sagen, dass das Display des P9 diesem in nichts nachsteht. Das 5,2 Zoll Full HD IPS Display ist hell, farbintensiv, verfügt über einen guten Schwarzwert und wirkt sehr scharf.

Die Farben werden realistisch dargestellt und in den acht Wochen ist mir bisher weder ein blau, noch ein gelb Stich aufgefallen. Zusätzlich gefällt mir das oben bereits erwähnte 2,5 D Glas ziemlich gut.

Allerdings würde ich mir für ein aktuelles Flaggschiff Smartphone ein Quad HD Display wünschen. Huawei hat hier vermutlich zwischen einem hochauflösendem Display und der besseren Akkulaufzeit zu Gunsten der Akkulaufzeit entschieden.

 

Akku

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Die Akkulaufzeit des Huawei P9 liegt im besseren Durchschnitt. Der 3.000 mAh starke Akku hält circa 18 bis 19 Stunden. Nach einem Arbeitstag, wenn ich im Bett liege, habe ich noch circa 20 – 25 Prozent Restladung übrig. Die Screen-On-Time liegt dabei meist zwischen 3,5 und 4 Stunden.

Die Kapazität von 3.000 mAh ist schon recht stark für das extrem dünne und kompakte Gehäuse, allerdings fangen andere Geräte mit der selben Kapazität deutlich mehr an. Das Huawei P9 scheint wohl nicht gerade zimperlich mit den mAh umzugehen.

 

Kamera

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Die Kamera ist beim Huawei P9 wirklich beeindruckend. Auf sie wurde vom Hersteller ein besonderes Augenmerk gelegt. Huawei hat die Kamera des P9 in Zusammenarbeit mit Leica entwickelt. Nach der Vorstellung gab es viel Diskussion darum, wie viel Arbeit Leica wirklich investiert hat oder ob hier nur der Name zur Verfügung gestellt wurde. Nichtsdestotrotz hat das Huawei P9 eine geniale Smartphone Kamera.

cofDie Hauptkamera besteht aus zwei Linsen und wird als Dual-Kamera bezeichnet. Eine Linse verfügt über einen RGB-Sensor, die andere über einen monochromen Schwarzweiß-Sensor. Die Kamera-S oftware kann diese Informationen dann zusammen rechnen und so entsteht ein Farbechtes Bild mit vielen Details und guten Kontrast Werten. Die Kamera löst bei beiden Sensoren mit je 12 Megapixeln auf und verfügt über eine Blende von f/2,2.

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Die Bilder die so entstehen sind meiner Meinung nach ziemlich gut und in der Smartphone-Oberklasse angesiedelt. Außerdem gefällt mir die Kamera App ziemlich gut, welche Huawei auf das Smartphone vorinstalliert. Hier gibt es zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten. Von Timelapse über einen Makromodus bis hin zum Pro-Mode in welchem Belichtungszeiten und ISO-Werte selbstständig eingestellt werden können.

Allerdings gibt es auch einige Mankos. Bei meinem Huawei P9 dauert es recht lange, bis die Kamera App offen ist, der Auslöser ist im Vergleich zu anderen Geräten wie dem Samsung Galaxy S7 eher langsam und auch bei Video-Aufnahmen ist kein 4K Modus verfügbar.

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Fingerabdrucksensor

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Der Fingerabdrucksensor ist genauso überzeugend wie die Kamera und ein wirkliches Highlight des Huawei P9. Aktuell ist der Fingerabdrucksensor der schnellste bei einem Android Smartphone, den ich je gesehen habe. Lediglich das Huawei P9 Lite ist einen Ticken schneller. Allerdings habe ich noch das LG G5 und das HTC 10 hier zum Test. Diese könnten dem P9 auf jeden Fall Konkurrenz machen.

Wirklich gut gefällt mir auch, dass immer mehr Anwendungen im PlayStore die Fingerabdrucksensor-Identifikation in ihre Apps übernehmen. So wird der Huawei Sensor zum Beispiel in der PayPal- und auch in der Moovel-App unterstützt.

 

Software

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Das Thema Software ist bei Huawei immer so eine Sache. Der aufmerksame Leser dieses Blogs weiß, dass ich ein großer Fan der Stock UI von Android bin. Aber… Man muss sagen, dass sich die EmotionUI, so nennt sich die Huawei Benutzeroberfläche, in den letzten Monaten und Jahren sehr gemacht hat. Zwar erkennt man immer noch leichte Tendenzen in Richtung iOS (z.B. das Fehlen eines App Launchers und die Werkzeugleiste), allerdings bietet das Betriebssystem viele Möglichkeiten zur Modifikation.

Unter der EMUI 4.1 Oberfläche läuft Android 6.0 Marshmallow, welches sogar während meiner Testphase zwei Updates bekommen hat. Huawei gibt sich hier also mittlerweile richtig Mühe die Software aktuell zu halten und mit Sicherheitspatches zu versorgen.

Die Software bleibt also immer noch ein gutes Stück hinter dem Stock Android, lässt sich aber anpassen und so sehr nah an das Feeling von Stock Android anlehnen.

Fazit

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Insgesamt ist das Huawei P9 ein ziemlich solides Smartphone mit einer wirklich überzeugenden Kamera. Es ist schön zu sehen wie alternative Hersteller aus China auch in Deutschland/Europa so langsam Fuß fassen und so zu Samsung, Apple und Co. eine echte Alternative darstellen. Außerdem merkt man, wie sich die Qualität immer weiter entwickelt und Huawei die Themen Verarbeitung und Software beim P9 schon deutlich besser angeht als noch beim Vorgänger. Huawei versucht mit Innovation auf sich aufmerksam zu machen (siehe Leica Kamera), was ihnen auch gut gelingt. Von der Perfektion ist es allerdings noch ein Stück entfernt.

Preislich ist das Huawei P9 mittlerweile für unter 500 € in den Farben Grau und Silber zu haben (zu Amazon*). Wem das allerdings zu teuer ist, der sollte sich auf jeden Fall das P9 Lite anschauen. Der Testbericht hierzu folgt in Kürze.

Huawei P9

470,00 €
8.6

Design

9.0/10

Display

8.5/10

Hardware

9.0/10

Software

7.5/10

Akku

9.0/10

Pros

  • Leica Kamera
  • Akkulaufzeit
  • Verarbeitung
  • Fingerabdrucksensor
  • USB Typ-C

Cons

  • Full HD Auflösung
  • Software Design

Sebastian

Ich interessiere mich seit langer Zeit für Technik. Vor allem Smartphones und Tablets faszinieren mich. Ich mache leidenschaftlich gerne Fotos und Sport. Hauptberuflich arbeite ich bei einem IT Beratungshaus als Account Manager.

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