Inbox by Gmail – Ein sortierter Posteingang?

Letzten Mittwoch stellte Google seinen neuen Posteingang vor: Inbox (zum Artikel). Dieser soll für uns arbeiten, also schon im Voraus entscheiden, was nicht so wichtig ist und was wir am besten sofort lesen sollten. Ob das wirklich so klappt, wie beschrieben, habe ich mir mal angesehen.

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Gmail Kategorien

Bevor man sich Inbox anschaut, sollte man erstmal wissen, wie Gmail, also “Google Mail” funktioniert. Standardmäßig ist hier ein kategorisierter Posteingang aktiviert. Dieser versucht, eure Mails in die Kategorien Allgemein, Soziale Netzwerke, Werbung, Benachrichtigung und Foren einzuteilen. Trotzdem befinden sich alle Mails noch im Posteingang. Anders sieht es hier bei den Labels aus. Wie in Ordnern kann man hier seine Mails hinzufügen und sortieren und so seinen Posteingang sauber halten. Hier habe ich mir Filter eingerichtet, die Mails von bestimmten Absendern oder mit bestimmten Inhalt automatisch in Labels verschieben. Mails müssen sich also nicht unbedingt im Posteingang befinden, sondern können aus diesem gelöscht und in ein Label sortiert werden. Die gesamten Mails findet man aber weiterhin im Label Alle Nachrichten.

Inbox übernimmt die Organisation eures Gmail Postfachs. Alle Labels und Kategorien können dort wiedergefunden werden. Zusätzlich fügt es noch die Kategorien Reisen, Käufe und Finanzen hinzu.

Inbox Kategorien

Wird eine normale Mail empfangen, landet diese einfach im Posteingang, der chronologisch sortiert ist. Doch sobald eine Mail in einer der genannten Kategorien einsortiert wird, erscheint die Kategorie in eurem Inbox Posteingang ganz oben und zeigt dort gruppiert die wichtigsten Inhalte an. Das ist jedoch auch schon bei Gmail möglich. In der Web Anwendung gibt es die genannten Kategorien und auch in der mobilen App erscheint ein Element, das euch eine neue Mail in einer anderen Kategorie abseits des normalen Posteingangs anzeigt. Der Unterschied von Inbox besteht jedoch in der Visualisierung. Zum einen sind die Kategorien dauerhaft in der Timeline sichtbar, sodass sofort ersichtlich ist, ob die Kategorie eine neue Mail enthält oder ob die neuste erst gestern empfangen wurde. Zum anderen sind wichtige Inhalte direkt einsehbar. In einer scrollbaren Leiste findet man sofort Bilder, Anhänge, Rechnungen und Termine der Kategorie. Das ist sehr schön gemacht und orientiert sich mit seinem Karten-Design wunderbar am Material Design von Google.

Käufe

Klickt man nun im Posteingang auf eine Kategorie oder wählt diese in der Seitenleiste aus, zeigt Inbox ganz klassisch die in der Kategorie einsortieren Mails nach Datum sortiert an. Auch hier sind die Anhänge wieder hübsch visualisiert, damit man sie ohne große Umwege öffnen kann. Wie zu Beginn erwähnt, sortiert Inbox die Mails noch gründlicher. In der Kategorie Käufe werden so sämtliche Rechnung und Versandbenachrichtigungen angezeigt. Wird der Shop unterstützt, kann man ohne die Mail zu öffnen mit einem Klick den Verlauf der eigenen Lieferung nachverfolgen. Ebenso verhält es sich mit den Kategorien Reisen und Finanzen. Ohne große Umwege gelang man zur seinen Hotelreservierung ansehen oder kann in sein Flugzeug einchecken. Die Sortierung funktioniert erstaunlich gut. Ich finde sämtliche Rechnungen und Tickets wieder. Besonders gut wurde jedoch das Erstellen neuer, benutzerdefinierter Kategorien vereinfacht. Mit einem Klick in der Seitenleiste kann eine neue Gruppierung erstellt werden, der Mails entweder manuell hinzugefügt werden können oder man richtet sich einen Filter ein, der dies automatisch macht.

Abgehakt

Doch was ist nun der genaue Unterschied von Inbox zu Gmail. Bis jetzt handelt es sich ja eher um einen hübsch gestalteten Client. Nun, Inbox besitzt ein paar Funktionen, die mich etwas an Dropbox’ App Mailbox erinnern. Das Konzept besteht darin, dass Mails als Aufgaben betrachtet werden, die abgearbeitet werden sollen. Sind sie abgehakt, klickt man auf den Haken neben der Mail oder schiebt sie in der App nach rechts und sie verschwindet aus dem Postfach in die Kategorie Erledigt. Die Mails werden also nicht gelöscht und können weiterhin gefunden werden. Das System dahinter hat Ähnlichkeiten mit dem Label Alle Nachrichten von Gmail.

Fixieren Fixierte Beiträge

Um Mails nicht zu vergessen, gibt es auch die Möglichkeit sie anzupinnen. Es ist eigentlich das selbe, wie eine Mail zu markieren. Um alle angepinnten Mails anzuzeigen, klickt man oben in der Leiste auf einen Schalter. Leider ist das Anpinnen in Inbox und Markieren in Gmail nicht das selbe, weshalb man hier nicht parallel arbeiten kann.

Erinnern Zurückgestellt

Da Mails in Zukunft Aufgaben sind, will man sich natürlich auch an diese Erinnern lassen. Dazu klickt man neben der Mail auf das Uhren Symbol oder schiebt die Mail in der App nach links und wählt das Datum und die Uhrzeit aus. Die Mail verschwindet wieder aus dem Posteingang, landet in der Kategorie Zurückgestellt und schwebt wieder zur eingestellten Zeit in den Posteingang zurück. Hier wird sie wie eine normale Mail behandelt, die eben eingegangen ist. Diese Änderung wird jedoch nicht mit Gmail synchronisiert. Das heißt, Mails, die zurückgestellt wurden und neu in den Posteingang gelangen, werden in Gmail immer noch mit dem ursprünglichen Datum angezeigt.

Erinnerung erstellen Erinnerungen

Aufgaben können aber nicht nur auf der Grundlage von Mails erstellt werden. Klickt man auf das rote Plus in den Anwendungen und dann auf das Erinnerungen Symbol, lassen sich auch ganz normale Aufgaben erstellen, an die man sich gegebenenfalls auch erinnern lassen kann. Dabei sind die Aufgaben standardmäßig angepinnt, damit man sie direkt wiederfinden kann. Die Aufgaben und Erinnerungen werden dabei mit Google Now synchronisiert, sodass sie nicht nur über die App aufgerufen werden müssen.

Roter Punkt Mail schreiben

Unter dem Erinnerungen Symbol erscheint auch ein großer roter Punkt. Mit Klick auf diesen wird der Editor zum Senden von Mails geöffnet. Er ähnelt dem von Gmail und ist nichts besonderes.

Das waren nun die Funktionen von Inbox. Sehr viele und kompliziert? Ja, das dachte ich am Anfang auch. Ich muss sogar sagen, dass ich leicht Panik bekam, denn plötzlich waren meine Mails weg, bzw. nicht mehr auffindbar. Durch die noch ausgiebigere Gruppierung der Mails in Kategorien, die dann zum Teil nicht mal im Posteingang angezeigt wurden, waren plötzlich alle Mails irgendwo hineinsortiert. Es hat ein bisschen Zeit gebraucht, bis ich das System dahinter verstanden habe, doch jetzt finde ich es ziemlich praktisch. Da man zu jeder Kategorie einstellen kann, ob man bei einer neu eingegangenen Mail benachrichtigt werden will, ist es sogar ziemlich genial! Doch dies und die Möglichkeit, sich wiederholt an Mails benachrichtigen zu lassen, ist auch bei Gmail möglich. Zudem bin ich niemand, der sein Postfach leer haben möchte: Lieber habe ich sie alle im Posteingang, anstatt in Gmail unter Alle Nachrichten und in Inbox unter Erledigt suchen zu müssen. So gesehen erübrigt sich sich auch dieses Feature der Aufgaben für mich. Von den Erinnerungsfunktionen bei Google bin ich gerade sowieso enttäuscht, da es mit Google Now, Inbox und Notizen nun drei verschiedene Anwendungen gibt, von denen sich nur Google Now und Inbox synchronisieren. Ich würde mir hier eher was einheitlicheres wünschen.

Jedoch macht Inbox das, was es machen soll, sehr gut. Zudem ist die App noch Beta und es können noch einige ewagigen Fehler behoben werden. Vor allem das Design gefällt mir, da das Material Design diesmal sogar in der Web Anwendung umgesetzt wurde. Vielleicht bin ich einfach nicht der typische Anwender für diese App, schließlich habe ich damals auch schon Mailbox von Dropbox abgelehnt. Aber wer weiß, vielleicht löst Inbox sogar Gmail ab. Dann werde ich mich bestimmt daran gewöhnen können, in Zukunft allen Mails einen Haken zu verpassen.

Leon

Schon seit längerer Zeit verfolge ich Nachrichten rund um die Welt der Smartphones. Jedoch interessiere ich mich auch für alle anderen technischen Neuheiten. Ich spiele gerne Tennis, liebe Serien und studiere Wirtschaftsinformatik.

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7 Antworten

  1. Alphajoe sagt:

    Klingt interessant. Hatte mich auch bereits am Freitag für eine Einladung bei Google beworben. Leider bis heute noch keine erhalten… Falls jemand nicht weiß wohin mit seinen Einladungen, freue ich mich über eine Mail an givemespam ä t g m x. N E t

  2. Karl sagt:

    Klasse Artikel. Würde auch gerne die App mal testen. Bin gespannt wann jeder Zugriff darauf bekommt!!!

    • Sport07DE sagt:

      Auch wenn es schon eine Zeit her ist.
      Ich bin wieder mal zurück zu gmail und habe mir jetzt auch mal die Inbox angeschaut.
      Die ist aus meiner Sicht genial. So behält man bei der Flut der mails super den Durchblick und vor allem die noch offenen Korrespondenzen sind klasse gelöst.

  1. 5. November 2014

    […] einblenden lassen. Die Erinnerungen lassen sich über Google Now und mittlerweile auch über Inbox erstellen. So hat man nun die Erinnerungen wirklich in nahezu allen Apps gut im Blick. Wie in dem […]

  2. 23. Dezember 2014

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