LG G Watch R: Meine erste Smartwatch im Test

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Die LG G Watch R ist nicht nur die bisher einzige wirklich runde Smwartwatch, sondern auch meine erste Smartwatch, die ich über längere Zeit getragen habe. In diesem Test berichte ich darüber, inwiefern sich die Uhr in meinen Alltag integriert hat und ob Android Wear ausgereift ist.

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„Ein absolut runde Sache“ – LG Electronics

 

Design

Erst gestern hat LG die neue G Watch Urbane vorgestellt, die noch edler wirken soll, als die G Watch R. Doch in meinen Augen stiehlt sie der ersten runden Uhr nicht die Show. Beide Smartwatches verfolgen einfach eine unterschiedliche Designsprache.

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Die LG G Watch R wirkt sehr maskulin. Um das Display befindet sich ein dicker Rahmen, auf dem ein echtes Zifferblatt angedeutet ist und so der Smartwatch einen Hauch von Authentizität verpasst. Dazu trägt auch die Krone auf der rechten Seite bei. Sie hat jedoch nicht die typische Funktion einer Uhr, sondern dient nur zum manuellen Ein- und Ausschalten der Smartwatch. Auf der Unterseite befinden sich der Pulsmesser und die Kontakte zum Aufladen der Uhr. Dazu wird sie nämlich in eine Ladeschale gelegt, die man normal per USB-Kabel und Adapter an der Steckdose anschließt. Ansonsten besteht die G Watch R fast vollständig aus schwarzem Edelstahl und das Armband aus Leder.

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Die Uhr ist wirklich edel. Das Armband ist aus hochwertigem Leder, der Druckpunkt der Krone stimmt und zusammen mit dem wertigen Gehäuse gefällt mir die Smartwatch wirklich sehr. Ich muss jedoch sagen, dass sie sich nicht so gut tragen lässt, sondern eher unangenehm über dem Handgelenk sitzt. Dies liegt jedoch wahrscheinlich daran, dass ich nicht daran gewöhnt bin und normalerweise keine Uhren trage. Die LG G Watch R ist zwar etwas dick, doch das hat mir zusammen mit der Größe der Uhr nichts ausgemacht. Sie trägt halt etwas stärker auf, als anderen Uhren, aber das muss dem Nutzer vor dem Kauf klar sein.

 

Hardware und Spezifikationen

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Die Ausstattung der Smartwatch ähnelt den anderen smarten Uhren auf dem Markt. Im Inneren werkelt ein Qualcomm Snapdragon 400, der von 512 MB Arbeitsspeicher unterstützt wird. Dazu gibt es 4 GB internen Speicher, einen 410 mAh großen Akku und einen ganzen Schwung an Sensoren, wie den Pulsmesser, ein Barometer und einen Schrittzähler. Außen findet man das 1,3 Zoll große P-OLED Display, das mit 320 x 320 Pixeln auflöst. Zusätzlich ist die Uhr IP67 zertifiziert. Das bedeutet, sie ist staub- und wassergeschützt und man kann sie 30 Minuten lang ein Meter tief unter Wasser tauchen.

Mit der Hardware der LG G Watch R war ich sehr zufrieden. Das Display hat, wie es sich für ein OLED Display gehört, ein wunderbaren Schwarzwert und ist ausreichend hell, sodass ich es auch im Freien gut ablesen konnte. Auch die Auflösung stimmt, das Display  Zu der allgemeinen Performance der Smartwatch muss man kein Wort verlieren, alles läuft super flüssig und es kam nie zu Aussetzern oder Abstürzen. Die Sensoren funktionierten ebenfalls ziemlich gut, zumindest gaben sie immer einen Wert zurück oder es wurden dauerhaft Schritte gezählt. Ob die Werte jedoch immer gestimmt haben, steht in den Sternen, zumindest der Pulsmesser hat meiner Meinung nach ungenau gearbeitet, da er nach mehrmaligen Messen hintereinander immer einen anderen Wert geliefert hat. Obwohl es bei einer Uhr eigentlich selbstverständlich sein sollte, war ich von der IP67 Zertifizierung begeistert, da ich keinen Angst haben musste, wenn die Smartwatch mal nass wurde. Ich muss jedoch zugeben, dass ich mich erstmal daran gewöhnen musste. Zur Akkulaufzeit: Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Ich bin jemand, der kein Problem damit hat, jeden Abend seine Geräte an die Steckdose zu hängen, deshalb hatte ich mich schon auf ein tägliches Aufladen der LG G Watch R eingestellt, doch das war gar nicht nötig! Die Uhr hält bei normaler Nutzung locker zwei Tage aus! Und wenn der Akku am nächsten Morgen doch etwas schwach werden sollte, lässt er sich dank der kleinen Kapazität schnell wieder aufladen.

 

Android Wear

Die LG G Watch R war meine erste Smartwatch mit Android Wear und überhaupt meine erste Uhr. Ich habe schon davor viel von Android Wear gelesen, dementsprechend hoch waren meine Erwartungen.

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Leider wurde ich doch etwas enttäuscht. Klar, als erstes war die Begeisterung groß: Neues Spielzeug, neues System, viel Neues zu entdecken. Doch die Schatzsuche hielt nicht lange an, denn so viel bietet Android Wear einfach noch nicht.

Das Betriebssystem der Uhr baut auf Android 5.0 Lollipop auf, das nach einem Update in der Version 5.0.2 lief. Die Uhr ist jedoch mit allen Geräten ab Android 4.3 Jelly Bean kompatibel, da erst ab dieser Version Apps auf die Benachrichtigungen zugreifen können. Diese Berechtigung muss man nämlich der Companion App der Smartwatch geben, damit die Benachrichtigungen des Smartphones auf die Uhr gespiegelt werden können. Die App dient auch zum Koppeln der Uhr mit der Smartwatch über Bluetooth und über sie kann man auch das Zifferblatt ändern, auswählen, welche Apps Benachrichtigungen senden dürfen u.v.m. Dies waren jedoch auch schon die einzigen Anpassungsmöglichkeiten, die man an der Uhr vornehmen kann.

Das System sieht sehr stark nach Google Now aus. Benachrichtigungen werden als Karten dargestellt, durch die man entweder horizontal wechseln oder sie zum ausblenden nach rechts wischen kann. Wischt man die Karte nach links, lassen sich weitere Optionen auswählen.

In der Hangouts App findet sich dort zum Beispiel die Möglichkeit, auf eine Nachricht zu antworten. Ein Swipe der Karte nach links zeigt die ganze Konversation in Hangouts mit dem Chatpartner, ein weitere Swipe bringt die Option, zu Antworten zum Vorschein. Über einen Klick auf den blauen Punkt gelangt man dann zum Eingabefenster, wo man entweder eine Antwort per Sprache diktieren oder eine Kurzantwort auswählen kann. Selbiges Prozedere gilt auch für WhatsApp. Die Optionen sind pro Karte unterschiedlich, so wird bei der Wetter Karte eine Wochenübersicht gezeigt. Schick fand ich die Active Display Funktion. Das Display war dauerhaft angeschaltet und wurde bei Nichtbenutzung der Uhr nur abgedunkelt. Machte ich die typische Handbewegung, wenn ich auf die Uhr schauen wollte, so schaltete sich das Display wieder an. In diesem Modus konnte man auch direkt eine Sprachsuche mit dem Keyword ‘Ok Google’ starten.

Doch wie habe nun ich persönlich die Uhr verwendet? Anfangs hauptsächlich zum Beantworten von WhatsApp Nachrichten, da es schon etwas her macht, wenn man per Spracheingabe antworten kann. Irgendwann wurde mir das aber zu kompliziert, da meine Stimme ab und zu nicht richtig erkannt wurde und ich las die Nachrichten nur noch auf der Smartwatch und beantwortete sie dann auf dem Smartphone. Ansonsten verwendete ich den Schrittzähler intensiv und suchte hier und da etwas per Google Suche. Die Suche per Spracheingabe verwendet den Knowledgegraph von Google und zeigt daher immer die passenden Informationen zur Suche als Karte an. Irgendwann legte ich jedoch auch dieses Verhalten wieder ab und die Uhr wurde von mir nur noch zum reinen Anzeigen von Benachrichtigungen verwendet. Wenn mich Freunde fragten, wofür die G Watch R verwendete, wusste ich meistens auch nicht, was ich antworten sollte. Auf Twitter lassen sich schnell Tweets über die Optionen favorisieren, Benachrichtigungen löschen, Anrufe annehmen oder auch eine Nachricht kurz mithilfe einer vorgefertigten Antwort beantworten. Aber muss man sich für diese Funktionen eine Smartwatch kaufen oder kommt man auch ohne aus?

 

Fazit

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Auf Amazon kostet die LG G Watch R gute 240 €. Ich kenne mich mit Uhren nicht aus, doch ich habe mir sagen lassen, dass man für eine gute Uhr locker ebenfalls so viel Geld auf den Tisch legen kann. Doch diese Uhren halten dann ein Leben lang – wer weiß, wann die G Watch R ihr letztes Update bekommen wird. Eine Smartwatch ist ein tolles Gadget, keine Frage, denn der ‘Haben will’ Faktor ist ziemlich hoch. Trotzdem bekommt man für das Geld zu wenig Funktionen, die sich in meinen Alltag sinnvoll integrieren lassen. Für alle Techies mit dem nötigen Kleingeld ist die LG G Watch R die beste Smartwatch auf dem Markt! Allen anderen würde ich jedoch empfehlen, sich eine Anschaffung gut zu überlegen.

Zum Schluss hatte die Smartwatch trotzdem einen Vorteil: Ich musste nicht dauernd das Handy aus der Tasche ziehen, um auf die Uhr zu schauen! Doch das kann auch eine klassische Uhr.

 

Was haltet ihr von Smartwatches mit Android Wear? Wie würdet ihr so eine Uhr verwenden?

LG G Watch R

241,99 €
7.4

Design

9.0/10

Display

9.0/10

Hardware

7.0/10

Software

4.0/10

Akku

8.0/10

Pros

  • Edles Design
  • Akku

Cons

  • Android Wear
  • Preis

Leon

Schon seit längerer Zeit verfolge ich Nachrichten rund um die Welt der Smartphones. Jedoch interessiere ich mich auch für alle anderen technischen Neuheiten. Ich spiele gerne Tennis, liebe Serien und studiere Wirtschaftsinformatik.

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10 Antworten

  1. iBad sagt:

    Grundsätzlich ein guter Bericht, Dankeschön.
    Ich habe die Moto 360°. Hatte zwischen der G Watch R und der Moto geschwankt Letztendlich mich aber für Moto endschieden weil es keine vernünftigen Fazits gab… Eine ganz wichtige Angelegenheit hast du allerdings vergessen… Diese Uhren haben, für mich jedenfalls, absolut den Mehrwert in Sachen Navigation!!! Es ist super vorteilhaft eine Uhr zu haben mit der man z.b. einen Anruf entgegen nehmen… whatsapp Nachrichten beantworten… navigieren… aktuelle Wettervorhersage usw machen kann ohne aufs Handy zu schauen ohne unter Umständen z.b. einen Unfall zu bauen… und die Navigation über Maps is der Hammer… Die vibration die einen auf die Router aufmerksam macht will ich definitiv nicht mehr missen.

    LG

    • Leon sagt:

      Da gebe ich dir definitiv recht! Leider habe ich die Navigation nie intensiv benutzt..

      • iBad sagt:

        Sorry aber wer eine Review schreibt… Sollte sich auch mit diesem Thema beschäftigen, ehe ein Fazit geschrieben wird indem diese wichtige Eigenschaft nicht einmal erwähnt wird.

        • Sehe ich anders. Dann müssten wir ja jede App auf jedem Testgerät testen. Egal ob Smartphone, Smartwatch ….
          Navigation gibt es auch fürs Smartphone und die Funktion wird in einer Smartphone Review auch nicht behandelt.

          • iBad sagt:

            Sehe ich…Als Leser…Aber genau SO. Wie soll mich dieser Bericht vom Kauf oder nicht kauf “überzeugen” wenn nicht solch wichtigen Aspekte mit in Betracht gezogen werden…?! Is klar das “Ihr” “Euch” verteidigt… Aber so eine smartwatch hat DIESE Sonderfunktionen sie beim navigieren hilft “ohne das man sich bei Autofahren strafbar macht” von daher ein äußert wichtiger Aspekt.

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