LG L90: Günstiges Mittelklasse-Smartphone im Test

LG L90 1

Das LG L90 bietet alles, was man von einem Android Smartphone der Einstiegs- bis Mittelklasse erwarten kann. Es ist vergleichsweise günstig und besitzt eine angemessene Ausstattung. Weshalb mich das Smartphone nach einigen Tagen trotzdem nicht ganz überzeugen konnte, lest ihr hier im Test.

 

„Auf Stil und Innovation tippen“ – LG Electronics

 

Design und Haptik

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Der Aufbau des L90 von LG ist ganz klassisch. Auf der linken Seite findet sich die Lautstärkewippe, auf der rechten Seite die Standby Taste zum Ein- und Ausschalten des Geräts. Auf der unteren Seite sitzt der microUSB-Anschlus und auf der oberen der 3,5 mm Klinkenanschluss. Wie auch die Seiten ist die Rückseite sehr schlicht gehalten. Abgesehen vom LG Logo sind dort nur die Kamera mit LED Leuchte und der Lautsprecher platziert. Auf der Vorderseite fällt sofort das große Display mit den dünnen Bezels (Abstand Display – Gehäuserand) auf. Dieses Designmerkmal verleiht dem Gerät in meinen Augen gleich ein eleganteres Aussehen. LG setzt bei dem Smartphone nicht auf OnScreen-Tasten, sondern verbaut Tasten, die dem Layout älterer Samsung Smartphones entsprechen.

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Ja, das L90 besteht aus Plastik und das merkt man auch. Das Gerät besitzt zwar einen dünnen Metallrahmen, der sich um das ganze Smartphone herum durchzieht, aber das bemerkte ich kaum. Es knarzt zwar nichts, wenn man das Handy fest in die Hand nimmt, dennoch merkt man beim alltäglichen Gebrauch, dass man nichts robustes in der Hand hält. Dafür liegt es angenehm in der Hand, da das Plastik leicht gummiert ist und somit nicht wegrutscht. Die Tasten bestehen ebenfalls aus Plastik, besitzen einen sehr leichten Druckpunkt und wackeln ein wenig. Das hätte LG definitiv besser machen können. Dennoch muss man immer den günstigen Preis des Smartphones im Hinterkopf behalten!

Design ist immer etwas subjektives. Ich selbst finde das Design zwar nicht überragend oder gar auffallend, sondern eher schlicht, aber im positiven Sinne. Die dünnen Ränder gefallen mir sehr und obwohl ich kein Fan von kapazitiven/haptischen Tasten bin, fügen sich diese gut in das Gesamtbild ein.

 

Hardware und Spezifikationen

Die verbaute Hardware entspricht ungefähr der eines Moto G (2014), wobei das L90 von LG mit einem günstigeren Preis punktet! Verbaut worden ist ein IPS-Display mit einer Auflösung von 540 x 960 Pixeln, was bei 4,7 Zoll zu einer bescheidenen Pixeldichte von 234 ppi führt. Geschützt wird es von einem Gorilla Glass 2. Dank des IPS Display waren die Farben zwar immer kräftig und ausreichend hell, jedoch konnten mich die Blickwinkel nicht überzeugen, da die Farben sofort verblassten, sobald ich das Handy etwas neigte.

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Im Inneren werkelt ein Qualcomm Snapdragon 400 mit 1,2 GHz, der von 1 GB Arbeitsspeicher und einem erweiterbaren, 8 GB großen internen Speicher unterstützt wird. Eine microSD-Karte ist auch dringend nötig, da nur rund 4 GB Speicher übrig bleiben und sich dieser mit Apps schnell füllen lässt. Von der Leistung, die der Snapdragon 400 brachte, war ich sehr zufrieden. Die Apps starteten schnell und abgesehen von den üblichen Microrucklern bemerkte ich keine Aussetzer oder gar Abstürze. Der geringe Arbeitsspeicher sorgte jedoch dafür, dass sich der Homescreen immer wieder neu aufbauen musste, nachdem ich eine App beendet hatte. Das ist zwar nicht schlimm, nervt aber auf Dauer.

Ein vergleichsweise üppiger 2540 mAh große Akku versorgt das Smartphone mit Energie. Dabei erreichte ich dank des energiesparenden Prozessors sehr gute Laufzeiten. Um genau zu sein, bekam ich den Akku kein einziges mal leer! Fairerweise muss ich sagen, dass ich das Smartphone in einer Zeit testete, wo ich mein Handy nicht so häufig verwendete. Dennoch: Wenn der Akku am Ende des Tages noch zu 58 % voll ist, kann ich mich definitiv nicht beklagen.

LG L90 Akku

Auf der Rückseite des Smartphones befindet sich eine 8 Megapixel Kamera mit LED Flash, die einigermaßen brauchbare Bilder macht. Für Facebook und Instagram wird es reichen, aber herausragende Ergebnisse darf man nicht erwarten. Aber überzeugt euch selbst:

Die Videokamera konnte ich nicht testen, jedoch liefert sie ordentliches FullHD Material mit 30 fps und bringt wahrscheinlich ähnliche Ergebnisse hervor. Die 1,3 MP Frontkamera liefert ist ebenfalls durchschnittlich und schwächelt, wie auch die rückseitige Kamera, bei künstlichem und schwachem Licht.

Ansonsten zu finden: NFC, GPS, Wi-Fi 802.11 b/g/n und und Bluetooth 4.0

 

Software

Von den Funktionen der herstellereigenen Oberfläche LG Optimus UI war ich wirklich positiv überrascht. Als Unterbau dient Android 4.4 Kitkat mit allen bekannten Funktionen. Doch LG erweitert das System um einige nützliche Features.

Der Hersteller brachte den Knock Code, den man sonst nur von deren Flaggschiffen kennt, auf das kleine L90. Mit dieser Funktion kann man das Smartphone mit einem doppelten Tippen auf das Display aufwecken und sogar als “Passwort” ein Muster klopfen, damit nicht jeder sofort Zugang zum Handy hat.

Zudem kann man eine Funktion aktivieren, die den Bildschirm angeschaltet lässt oder ein Video stoppt, wenn man auf das Smartphone schaut bzw. wegschaut. Auch diese Funktion kannte ich bisher nur von den Top-Smartphones von Samsung.

Viele weitere Funktionen, wie ein einstellbarer Energiesparmodus, Ruhemodus, die Erkennung von Gesten oder eine kleinere Tastatur für kleinere Hände runden das Gesamtpaket ab.

 

Das Design der Apps konnte mich leider nicht sonderlich überzeugen. In nahezu allen Anwendungen dominiert ein eigenartiges Grau, was die gesamte UI ziemlich altbacken aussehen lässt. Ich muss zugeben, es ist schwer, mich von einer anderen Oberfläche als der Vanilla UI von Stock Android zu überzeugen, doch die Optimus UI gehört leider nicht dazu. Die vorinstallierten Apps lassen zwar keine Funktionen missen – vor allem der Kalender ist sehr gut zu gebrauchen – trotzdem habe ich mir relativ schnell alternative Apps installiert.

 

Vom Launcher war ich jedoch überzeugt und wurde nicht von mir ersetzt. Jedoch baute sich, wie anfangs erwähnt, der Homescreen ständig neu auf, nachdem man eine aufwändige App besucht hat. Ansonsten lief der Launcher jedoch flüssig.

 

Fazit

2015-01-17 (10)

Ich testete und verwendete das LG L90 mit einem gemischten Gefühl. Ein bisschen regte mich der Homescreen auf und die Kamera überzeugte mich auch nicht wirklich. Auch die Verarbeitung kam mir mit den wackelnden Tasten etwas billig vor. Doch wenn man sich den absolut günstigen Preis von 146 € auf Amazon vor Augen hält, handelt es sich definitiv nicht um ein schlechtes Gerät! Abgesehen von dem schlechter aufgelöstem Display bietet es alles, was ein Motorola Moto G (2014) vorzuweisen hat und ist dabei über 50 € günstiger. Deshalb empfehle ich dieses Smartphone gerade für Neueinsteiger in die Android Welt, die nicht viel falsch machen wollen oder für Käufer, die einfach ein günstiges Zweitgerät suchen.

LG L90

146,02 €
6.7

Design

7.0/10

Display

5.0/10

Hardware

5.0/10

Software

7.0/10

Akku

9.5/10

Pros

  • Features
  • Design
  • Preis

Cons

  • Display
  • Kamera

Leon

Schon seit längerer Zeit verfolge ich Nachrichten rund um die Welt der Smartphones. Jedoch interessiere ich mich auch für alle anderen technischen Neuheiten. Ich spiele gerne Tennis, liebe Serien und studiere Wirtschaftsinformatik.

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