LG V40 ThinQ im Test

Mit LG Smartphones und den Testberichten dazu tue ich mich in den letzten Monaten und Jahren extrem schwer. Vor allem auf dem deutschen Markt erntet LG Unverständnis für die Produktstrategie. So viel vorab: Das hat sich leider auch beim LG V40 ThinQ nicht geändert. Trotz alle dem ist das Gerät an sich ein potentes Smartphone.

Ich möchte an dieser Stelle mal ein neueres Testberichte Format ausprobieren. Die wirklichen Deep Dive 5.000 Wörter Reviews findet ihr ja in klasse Qualität bei den Kollegen von mobiFlip.de, notebooksbilliger.de oder Golem. Dieses Review gestalte ich mal ein bisschen wie der YouTuber JP Performance und zwar im Sinne von “Was ich mag/ nicht mag!” (Beispiel Video). Also nicht nach einander die Punkte Design, Akku, Kamera, Leistung etc. abklappern sondern einfach die Dinge rausstellen die mir positiv und negativ aufgefallen sind.

LG V40 ThinQ – Zahlen, Daten, Fakten

  • Display: 6,4 Zoll OLED QHD+ mit 3.120 x 1.440 Pixeln
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 845 Octa-Core CPU
  • Speicher: 6 GB RAM und 128 GB interner Speicher
  • Akku: 3.300 mAh Kapazität
  • Kamera: Triple-Kamera auf der Rückseite (Tele-, Haupt- und Weitwinkel-Linse) und Dual-Kamera auf der Vorderseite (Standard- und Weitwinkel-Linse)
  • Software: Android 8.1

LG V40 ThinQ – Was ich mag

Punkt 1: Die Rückseite

Den Trend zu den Glas-Rückseiten bei Smartphones habe ich zwar verstanden, aber nie wirklich gemocht. Klar verstehe ich den Vorteil gegenüber den Aluminium-Unibody Gehäusen von früher in Richtung Kabelloses Laden. Optisch gibt es aber aus meiner Sicht bessere Lösungen. LG hat es aber beim V40 ThinQ geschafft eine wirklich schicke und wertig wirkende Glas-Rückseite zu verbauen. In Matt-Grau und Matt-Blau macht das Gerät echt was her und die Oberfläche wirkt griffiger als blankes Glas. Ein bisschen wie beim Mate 20 Pro nur ohne die geriffelte Struktur.

Punkt 2: Die Lautsprecher

Mit den Boombox kann LG wie auch bei den Vorgängern wieder auf ganzer Linie Punkten. Sie sind laut und klingen für Smartphone-Lautsprecher echt genial. Richtig zur Geltung kommt die Boombox-Technologie wenn das Smartphone zum Beispiel auf einem Tisch liegt.

Außerdem hält LG weiterhin am Kopfhöreranschluss fest. Das dürfte auch sehr viele freuen. Zusätzlich kann über verkabelte Kopfhörer der Sound in DTS:X Surround Sound und in klasse Qualität über Quad-DAC wiedergegeben werden.

Punkt 3: Die Kameras

Auf der Rückseite gibt es insgesamt drei Kameras. Eine Standardkamera(12 MP f/1.5), eine Telekamera (12 MP f/2.4) und eine Weitwinkelkamera (16 MP f/1.9). Somit gibt es eigentlich für jede Gelegenheit die richtige Kameralinse in der Hosentasche. Läuft man durch die Stadt und möchte ein großes Objekt/Haus fotografieren => Weitwinkelkamera. Sitzt man im Stadion und möchte ein halbwegs brauchbares Bild vom Spielfeld schießen, sitzt aber in der letzten Reihe => Telekamera. In den meisten Fällen reicht zwar immer noch die Standardkamera aus, aber die unterschiedlichen Linsen sind in manchen Situationen sehr hilfreich. Zudem kommt hinzu, dass nun auch endlich die Qualität der Kamera passt. Die Bilder werden gut und sehen schön aus.

LG V40 ThinQ – Was ich nicht mag

Punkt 1: Die Software

Der größte negativ Punkt für mich beim LG V40 ThinQ ist die Software. Unter anderem liegt es daran, dass das LG V40 mit Android 8.1 Oreo ausgeliefert wird. Zum anderen ist die LG UI absolut nicht mein Geschmack. Sie hat sich auch nicht verändert seit dem LG G7 es ist immer noch die gleiche Version die darauf läuft.

Klar über die Oberfläche lässt sich streiten, aber Android 8.1 auf einem so teuren Smartphone geht gar nicht. Das Update auf Android 9 kam bereits im August 2018 während das Smartphone erst im Oktober 2018 auf den Markt kam. Bereits da hätte es mit dem aktuellsten Android laufen müssen. Aber nun, ein halbes Jahr später ist das Gerät endlich auch in Deutschland verfügbar und von einem Update auf Android 9 Pie fehlt weiterhin jede Spur…

Punkt 2: Die Akkukapazität

LG verbaut in seinen Smartphones nie die größten Akkus. So auch beim V40. Benutzer müssen es mit 3.300 mAh über den Tag schaffen während andere Hersteller knapp 1.000 mAh mehr zur Verfügung stellen. Trotz der erschreckend geringen Akkukapazität ist die Laufzeit halbwegs in Ordnung. Viel mehr als einen Tag wird man jedoch nicht aus dem LG V40 heraus kitzeln. Ein größerer Akku wäre bei diesem Flaggschiffgerät auf jeden Fall angebracht gewesen.

Punkt 3: Weißabgleich der Triple-Kamera

Die Kameras an sich sind wirklich gut. Und die Konstellation der drei Sensoren finde ich auch ziemlich gelungen. Allerdings gibt es einen Kritikpunkt: Die Kameras sind nicht aufeinander abgestimmt.

Am deutlichsten merkt man das wenn man das Triple-Shot Feature verwendet. Mit einer Auslösung werden dann drei Bilder von den drei Kameras aufgenommen. Alle Bilder haben einen anderen Weißabgleich, einen unterschiedlichen Farbton und sehen einfach sehr verschieden aus. Das ist nervig. LG hätte hier die Kameras aneinander angleichen müssen.

Hier ein Beispiel:

Links: Weitwinkel; Mitte: Hauptkamera; Rechts: Tele

Punkt 4: Produktmarketing, Preis und Verfügbarkeit in Deutschland

Egal wie gut oder schlecht das Smartphone nun am Ende ist, in Deutschland hatte es von Anfang an keine Chance. Das Gerät wurde Anfang Oktober 2018 in den USA vorgestellt. In Deutschland kam es Ende Januar, also knapp 4 Monate später auf den Markt. Zu diesem Zeitpunkt mit “veralteter” Technik. Es gibt mittlerweile einen neuen Chipsatz von Qualcomm und auch die Software ist nicht “State of the Art”. LG ruft für das V40 trotzdem die UVP von 899 € auf… Es gibt zwar ein Vorbesteller-Bundle, aber nur für die ersten 1.000 Käufer.

Mittlerweile ist das LG V40 ThinQ auf Amazon bei 760 € angekommen (Stand: März 2018). Mit der Ausstattung konkurriert das V40 momentan vor allem mit dem Samsung Galaxy S9 und dem Huawei P20 Pro. Beide Geräte gibt es für mittlerweile um die 500 €.

Fazit zum LG V40 ThinQ

Das LG V40 ThinQ und das LG V30 ThinQ.

Eigentlich ist das V40 ein schönes und solides Smartphone. Es gefällt mir insgesamt eigentlich ganz gut. Mit ein paar kleinen Verbesserungen hier und da am Gerät selbst, wäre es tatsächlich in der Lage bei den Flaggschiff-Smartphones mitzuspielen. In Deutschland aber hat es durch verzögerte Verfügbarkeit und zu hohe UVP leider keine Chance. Schade.

Sebastian

Ich interessiere mich seit langer Zeit für Technik. Vor allem Smartphones und Tablets faszinieren mich. Ich mache leidenschaftlich gerne Fotos und Sport. Hauptberuflich arbeite ich bei einem IT Beratungshaus als Account Manager.

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