Motorola Moto 360 – Die Smartwatch, die mehr Watch als smart ist

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Wow. Endlich. Ich freu mich nun bereits seit dem 18. März diesen Jahres auf dieses Gerät. Die Motorola Moto 360. Eines der, wenn nicht sogar das, gehypteste Stück Technik des Jahres 2014. Doch als ich die Smartwatch dann in den Händen hielt, war der Zauber irgendwie verflogen. Warum ich die Moto 360 letzen Endes doch wieder zurückgegeben habe, erzähl ich euch in meinem Testbericht.

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“Die Zeit ist reif” – Motorola Mobility

 

Design und Haptik

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Die Motorola Moto 360 ist die erste Smartwatch aus dem Hause Motorola und optisch ein echter Kracher. Von außen sieht die Uhr aus wie eine richtige Uhr, welche aber zusätzlich noch den Alltag durch intelligente Funktionen unterstützen kann. Rein äußerlich ist die Moto 360 mein Wearable Higlight des Jahres 2014.

Motorola setzt ausschließlich auf hochwertige Materialien wie Edelstahl, kratzfestes Glas und feinstes Horween Leder. Diese bei einer Smartwatch einmalige Materialauswahl wurde durch Motorola auch noch großartig verarbeitet. Es sind keine Spaltmaße oder Ungereimtheiten zu entdecken. Alles sitzt dort, wo es hin soll auch fest und sicher. Das gilt auch für den Hardware Button welcher in der Moto 360 verbaut wurde. Er hat einen guten Druckpunkt und lässt sich gut erreichen.

Der einzige Störfaktor ist eventuell der kleine schwarze Balken am unteren Bildschirmrand. Hier wurden einige Sensoren untergebracht. Persönlich habe ich diesen Balken fast nicht bemerkt und fand in auch nicht weiter störend. Motorola hat diesen Balken sehr gut kaschiert.

Die Moto 360 wird demnächst im Handel in zwei unterschiedlichen Varianten offiziell verfügbar sein. Variante eins hat ein schwarzes Gehäuse mit schwarzem Lederarmband. Die zweite Version, welche ich getestet habe, hat ein silbernes Gehäuse und ein hellgraues Lederband.

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Ich habe die Smartwatch neben meine Alltagsuhr gelegt. Wie man sieht, ist die Motorola Moto 360 sogar ein wenig kleiner als die richtige Uhr. Sie nur einen Hauch dicker. Die Moto 360 bringt inklusive Lederarmband nur 49 g auf die Waage. Die echte Uhr wog ganze 9 g mehr. Allein von diesen Maßen würde Motorolas intelligente Uhr als richtige Uhr durchaus durchgehen.

 

Hardware und Software

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Bisher war alles, wie ich es von der Moto 360 erwartet habe. Doch nun kommen die ersten, wirklich schwerwiegenden Kritikpunkt. Motorola verbaut leider sehr alte und schwache Hardware in der Smartwatch. Der verwendete Prozessor ist ein 4 Jahre alter Single-Core Prozessor aus dem Hause Texas Instruments. Genauer gesagt ist es der Prozessor eine TI OMAP 3 CPU, mit einer nicht näher bekanntgegebenen Taktfrequenz. Diesem stehen eher durschnittliche 512 MB RAM zur Verfügung. Alles in allem sehr wenig Power, selbst für eine Smartwatch. Dies merkt man auch bei der Performance. Sobald einige Karten auf der Uhr geöffnet sind, kommt die Moto 360 bereits ins Schwitzen und fängt an zu Ruckeln. Besonders hart wird es, wenn man hektisch durch die Menüs swypt. Bei einem 250 € teuren Technik Gadget ist dies, meiner Meinung nach, nicht akzeptabel.

Zusätzlich verfügt die Uhr über insgesamt 4 GB internen Speicher, auf welchem seit Android Wear 4.4 W 2 auch Musik gespeichert werden. Natürlich wird der Platz auch zum ablegen von Apps verwendet.

Das Display der Moto 360 ist 1,56 Zoll klein und löst mit 320 x 290 Pixeln auf. Motorola setzt hier auf ein LCD Displaypanel. Eventuell wäre ein OLED Bildschirm die bessere Wahl gewesen, um Informationen energiesparend auch bei fast ausgeschaltetem Monitor anzuzeigen. Von der Helligkeit ist das Display in Ordnung. Bei hoher Sonneneinstrahlung spiegelt der Bildschirm ein wenig, was aber nicht weiter stört.

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Der Akku der Moto 360 fasst lediglich 320 mAh und gehört damit nicht zu den größten. Ein voller Akku reicht aber dennoch über einen Tag. Bei normaler Benutzeraktivität. Benutzt man die Uhr häufig, geht der Akku nach 8 – 9 Stunden leer und muss geladen werden. Dies funktioniert mit einer kabellosen Ladestation, welche den Qi Standard benutzt. Legt man die Uhr abends auf die Ladestation, so ist sie am nächsten Tag wieder aufgeladen. Macht man dies jeden Abend, so sollte man eigentlich keine Probleme mit der Akkukapazität bekommen.

Um mit der Umwelt zu interagieren, wurde in der Moto 360 Bluetooth in Version 4.0 verbaut. Außerdem findet sich im Inneren der Smartwatch ein Herzfrequenz Messgerät, welches sich an der Unterseite der Uhr befindet. So kann die Uhr beim Tragen ständig den Puls messen. Wie genau diese Werte sind, konnte ich leider nicht überprüfen. Als weiteres Feature ist die intelligente Uhr nach IP 67 zertifiziert, was ihr einen gewissen Grad an Wasser- und Staubschutz bescheinigt.

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Softwareseitig kommt das Google Betriebssystem Android Wear zum Einsatz. Es wurde speziell für Smartwatches entwickelt und wird in zwei Versionen angeboten. Auf der Moto 360 kommt, aufgrund der Form, die runde Version zum Einsatz. Android Wear ist bisher auf allen Geräten nahezu identisch, es gibt lediglich Unterschiede bei den Zifferblättern. Hier können eigene Designs von den Entwicklern aufgespielt werden. Dies ist aber bisher die einzige Individualisierungsmöglichkeit bei Android Wear.

In Kombination mit der Android Wear App auf dem Smartphone, werden Informationen zu SMS, Facebook Benachrichtigungen, Whats App Nachrichten und vielem mehr direkt auf die Moto 360 gesendet und dort angezeigt. Den Eingang neuer Benachrichtigungen quittiert die Uhr mit einem kurzen vibrieren. Außerdem bieten die meisten Apps inzwischen Interaktionsmöglichkeiten direkt auf der Uhr. So kann man auf die meisten Nachrichten direkt mit vorgefertigten Standard Texten Antworten oder den Text einfach der Smartwatch diktieren.

Zu zu den Benachrichtigungen werden die persönlichen Google Now Karten auf die Uhr übertragen. Man kann also an der Moto 360  Informationen zum Spielstand seines Sportclubs sehen, den Versandstatus eines bestellten Artikels einsehen oder die Fahrzeit nach Hause überprüfen.

Weitere Artikel zur Moto 360:

Fazit

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Hmmmm. Mit dem Fazit zur Moto 360 tue ich mich Ehrlich gesagt etwas schwer. Wirklich überzeugt haben mich Design, Haptik und die IP 67 Zertifizierung. Auch der Pulsmesser kann für Fitnessfunktionen bestimmt gut genutzt werden. Kaum bis gar nicht gefallen mir der Prozessor, Preis und der Akku.

Doch für eine Smartwatch der ersten Stunde, macht sich die Moto 360 ganz gut. Jedoch rechtfertigt sie für mich nicht diesen gewaltigen Hype und den relativ hohen Preis. Für 250 € erhält man schon ein Moto G (2014), welches deutlich überzeugender ist. Trotzdem kann die Moto 360 im Alltag unterstützten und bringt nützliche Informationen häufig zum richtigen Zeitpunkt.

Aktuell ist die Motorola noch nicht frei verfügbar. Dies sollte aber in den nächsten zwei Wochen der Fall sein. Allerdings lässt sich die Uhr bereits bei Amazon.de für 249 € vorbestellen:

 

Die Motorola Moto 360 erhält im geekSTR.de Ranking durchschnittlich 3,17 von insgesamt 5 möglichen Punkten.

BewertungMoto360

Sebastian

Ich interessiere mich seit langer Zeit für Technik. Vor allem Smartphones und Tablets faszinieren mich. Ich mache leidenschaftlich gerne Fotos und Sport. Hauptberuflich arbeite ich bei einem IT Beratungshaus als Account Manager.

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