Motorola Nexus 6 – Der Google Wal im Test

Mit dem Nexus 6 wurde vor einigen Wochen das sechste Smartphone der Nexus Reihe von Google vorgestellt. Zum ersten Mal ist nun Motorola Hersteller eines Nexus Gerätes. Ob das Motorola Nexus 6 ein würdiger Nachfolger der Nexus Geräte der Hersteller Samsung, HTC, LG, ASUS und Co. ist, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

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“Zeigt mehr, kann mehr” – Google

 

LieferumfangNexus6_13

Der Lieferumfang ist für ein Nexus Smartphone verhältnismäßig üppig. In der Schachtel, in welcher das Nexus 6 ausgeliefert wird, befindet sich folgendes:

  • Motorola Nexus 6
  • Motorola Turbocharger
  • USB auf microUSB Kabel
  • Stereo Kopfhörer
  • SIM Öffnungstool
  • Sicherheits- und Garantiehinweise
  • Kurzanleitung

 

Design und Haptik

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Das Nexus 6 kommt mit dem Codenamen Shamu, der Name eines bekannten Waales in SeaWorld. Vom Design her passt dieser Codename wie die Faust aufs Auge, die Blaue Farbe, die gewölbte Rückseite und die Größe des Gerätes können an einen Waal erinnern.

Im Design des Nexus 6 kann man eindeutig die Handschrift von Motorola erkennen. Bis auf kleine Details und die Größe des Gerätes erinnert das Motorola Nexus 6 sehr an einen Mix aus dem neuen Moto G und dem neuen Moto X. Dabei stammt die Rückseite des Nexus 6 vom Moto X und dir Gerätefront vom Moto G. Das ist auf gar keinen Fall schlecht, denn mir persönlich hat das Design der beiden Geräte sehr gut gefallen und so ist es auch beim neuen Nexus.

Besonders angenehm fiel mir sofort die gewölbte Rückseite des Smartphones auf. So liegt das Gerät sehr angenehm in der Hand. Unterstützt wird dieses Gefühl noch von der kleinen Einwölbung mit dem Motorla Logo. Mir ist aufgefallen, dass mein rechter Zeigefinger beim Halten des Nexus 6 bereits instinktiv in dieser kleinen Kule liegt. So hält man das riesige Nexus Smartphone automatisch in der optimalen Position.

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Ein weiteres erwähnenswertes Merkmal des Nexus 6 ist die unglaubliche Größe des Gerätes. Bei der Vorstellung des Nexus 6 verlor ich selbst fast vollständig das Interesse am Smartphone selbst, da sich diese 6 Zoll einfach zu abnormal anhören. Aber sobald man das Gerät in den Händen hält, verschwinden diese Vorurteile. Klar ist es manchmal schwer, das Phablet mit einer Hand zu bedienen und mit dem rechten Daumen etwas in der linken oberen Ecke zu wählen. Hält man das Smartphone allerdings in beiden Händen, dann ist die Größe kein Problem mehr. Außerdem gewöhnt man sich sehr schnell daran. Nach zwei Wochen Benutzung kann man fast gar nicht mehr anders, alle anderen Geräte erscheinen einem winzig. Mein Nexus 4 schrumpfte in der Zeit, in der ich das Nexus 6 getestet habe, gefühlt auf die Größe eines iPhone 4s.

Die Materialwahl beim Nexus 6 ist auch gut. Mir gefiel zwar die gummierte Rückseite des Nexus 5 deutlich besser, da sie deutlich griffiger war, aber auch die Hartplastik Rückseite fühlt sich hochwertig an. Negativ fiel mir auf, dass die Rückseite des Nexus 6 Fingerabdrücke geradezu anzieht. Außerdem ist sie aufgrund der fehlenden Gummierung sehr glatt und rutschig. Dies und die enorme Größe führen dazu, dass einem das Smartphone leicht aus der Hand gleitet. Ansonsten sind die Materialien einwandfrei. Das komplette Gerät wird von einem farblich abgehobenen Aluminium Rahmen umzogen und die Vorderseite besteht aus hochwertigem Corning Gorilla Glass 3.

 

Hardware

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Alle Nexus Geräte sind Referenzgeräte für das Beste vom Besten in der Android Welt. So ist die logische Konsequenz, dass in den Nexen nur die stärkste und leistungsfähigste Hardware zum Einsatz kommt. Dies ist auch beim Motorola Nexus 6 der Fall. Mit einem bärenstarken Qualcomm Snapdragon 805 Quad-Core Prozessor, welcher mit 2,7 GHz taktet, und einer Adreno 420 Grafikeinheit ist das Nexus 6 für alle anspruchsvollen Aufgaben bestens ausgerüstet.

Hinzu kommen 3 GB RAM und wahlweise 32 GB oder 64 GB interner Speicher. Wie sonst auch, kann der Speicher des Nexus leider nicht mit einer microSD Karte erweitert werden, so sollte man sich also vor dem Kauf gut überlegen, wie viel interner Speicher benötigt wird. Besonders erwähnenswert sind noch die außerordentlich guten Stereo-Frontlautsprecher des Nexus 6. Beide befinden sich an der Vorderseite des Gerätes und klingen wirklich sehr hochwertig. Die Lautsprechergrills stehen außerdem noch ein wenig über das Display heraus, was einen positiven Nebeneffekt mit sich bringt: Das Display berührt niemals den Untergrund und kann so effektiv vor Kratzern und Schäden geschützt werden.

Unterstützte Netzwerktechnologien sind WiFi 802.11 ac 2×2, Bluetooth bereits in der aktuellsten Version 4.1, NFC, GSM (850/900/1800/1900 MHz) und selbstverständlich LTE (1/3/5/7/8/9/19/20/28/41). Die verbauten Sensoren sind GPS, Beschleungigungsmesser, Gyroskop, Magnetometer, Umgebungslichtsensor und ein Barometer.

Der Micro USB Port an der unteren Kante des Gerätes ist USB 2.0 fähig und die einzusetzende SIM Karte muss eine Nano-SIM sein. Der SIM Einschub befindet sich am oberen Ende des Gerätes, direkt neben dem 3,5 mm Klinkeanschluss. Zu diesem sei noch gesagt, dass nicht alle Kopfhörer mit diesem funktionieren. Das Headset vom Sony Xperia Z2 beispielsweise passte nicht vollständig in den Anschluss und so kam hier kein Ton an. Mit meinen Sennheiser In-Ear Kopfhörern funktionierte es allerdings.

 

Benchmarks

Wir haben das Motorola Nexus 6 diversen Benchmarks unterzogen um zu sehen, wie es gegenüber anderen Geräten so abschneidet. Insgesamt haben wir drei unterschiedliche Benchmarks getestet: Den Geekbench 3, Antutu Benchmark v5.5 und den 3D Mark (Ice Storm Unlimited).

Geekbench 3

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Der Geekbench 3 betrachtet nur die Rechenleistung des Prozessors und testet einmal die Geschwindigkeit, mit der ein einzelner Kern rechnet, und im zweiten Teil die Geschwindigkeit aller Kerne zusammen. Leider sind im Balkendiagramm nicht alle Smartphones geführt, aber man kann problemlos erkennen, dass das aktuelle Samsung Flagschiff deutlich weniger Punkte erreicht als das Nexus 6. Auch der Vorgänger des Nexus 6, das Nexus 5, schafft bedeutend weniger Punkte in diesem Benchmark. Man kann die Leistungssteigerung also deutlich erkennen.

 

Antutu Benchmark und 3D Mark

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Im Antutu Benchmark werden eigentlich sämtliche Faktoren getestet. CPU, RAM Geschwindigkeit, Schnelligkeit der I/O Operationen des internen Speichers und die Grafikleistung. Mit 51.390 liegt das Nexus 6 deutlich vor aktuellen Konkurrenzgeräten wie dem OnePlus One (zum Test), dem Meizu MX4 und dem Samung Galaxy Note 4. Stärker war in unserem Test bisher nur das HTC Nexus 9 (zum Test) mit dem starken NVIDIA Tegra K1 Prozessor. Das Nexus 9 erhielt ganze 55.298 Punkte im Antutu Benchmark.

Der 3D Mark Benchmar testet vor allem die Grafikleistung des Gerätes. Hier werden komplizierte grafische Bilder gerendert und animiert und überprüft, mit wie vielen FPS (Frames per Second) dies erfolgt. Eine Vergleichswertung konnten wir hier leider nicht finden.

 

Display

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Beim Display des Nexus 6 spalten sich die Gemüter. So auch meines. Rein von den technischen Daten liest sich dieses extrem gut. Das QHD AMOLED Display hat eine Größe von 5,96 Zoll mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln. So ergibt sich eine Pixeldichte von 493 ppi. Das Format ist 16:9 und geschützt wird das Display von Corning Gorilla Glass 3. Die Helligkeit ist gut und auch die Blickwinkel sind sehr stabil. Vor allem der Schwarzwert kann aufgrund der AMOLED Technologie überzeugen. Soweit so gut.

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Negativ fiel vor allem eine Farbe des Displays auf, nämlich Weiß. Das angezeigte Weiß hat nicht wirklich viel mit Weiß zutun sondern ging bei unserem Testgerät deutlich ins Gelbe über. Wir berichteten darüber bereits in einem separaten Artikel (zum Bericht). Es geht auch deutlich hervor, dass Displays mit Gelbstich beim Nexus 6 kein Einzelfall sind. Auch das OnePlus One hatte mit diesen Problemen zu kämpfen. OnePlus wollte dies hier als “Feature” verkaufen. Dies ist allerdings der einzige Kritikpunkt am Display, welches ansonsten wirklich überzeugend ist.

 

Kamera

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Die Kamera der Nexus Geräte war bisher häufig deren wunder Punkt. Beim Nexus 4 und 5 von LG war diese nicht besonders gut und viele Nutzer ärgerten sich darüber. Mit dem Nexus 6 ist nun Motorola für die Kamera verantwortlich und siehe da, die Kamera taugt endlich zu etwas.

Die Hauptkamera löst mit 13,0 Megapixeln auf, verfügt über eine f/2.0 Linse, HDR+ und kann 4k Videos mit bis zu 30 FPS aufnehmen. Unterstützt wird diese Kamera von einem Dual LED-Ringblitz, welcher für natürliche Farbtöne sorgen soll. Hier einige Beispielbilder der Motorola Kamera:

Da der HDR+ Modus so häufig von Google hervorgehoben wurde, habe ich noch einen kleinen Vergleich erstellt:

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Links: Automatisch mit Blitz –  Rechts: HDR+ Modus / ©geekSTR.de

Insgesamt war ich mit der Qualität der Bilder und Videos der Nexus 6 Kamera äußerst zufrieden, da sie sogar mit der Kamera des iPhone 6 Plus mithalten konnten (siehe Vergleich).

 

Akku und Turbocharger

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Der von Motorola verbaute Akku fasst insgesamt 3.220 mAh. Die reine Zahl hört sich ziemlich enorm an, dank des riesigen und hellen Displays benötigt das Nexus 6 allerdings auch viel Energie. Die durchschnittliche Akkulaufzeit schwankte bei uns, je nach Benutzung zwischen 12 und 16 Stunden. Laut Google sollten 24 Stunden möglich sein. Dies haben wir allerdings nie erreicht. Allerdings ist das auch nicht weiter schlimm, da das Nexus 6 die Turbocharger Technologie unterstützt. Mit ihr kann man innerhalb von 15 Minuten 20% der Gesamtkapzität wiederherstellen. Wir haben das ganze in einem Video getestet und waren sehr angetan:

Außer mit dem beiliegenden Turbocharger kann das Motorola Nexus 6 auch noch mithilfe einer Qi-Spule Kabellos aufgeladen werden. Ein spezielles, kabelloses Ladegerät für das Nexus 6 gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.

 

Software

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Als Software kommt Android 5.0 Lollipop zum Einsatz, welches ab Werk vorinstalliert ist. Ein Update auf Android 5.0.1 ist bereits verfügbar und kann via OTA Update installiert werden. Ansonsten lässt sich zur Software nicht viel sagen. Nexus typisch gibt es die pure Android Version ohne Hersteller Anpassungen. Somit kommen die Updates immer direkt von Google und sind innerhalb kürzester Zeit für das Nexus 6 verfügbar. Die Software läuft vollkommen flüssig und ohne Bugs. Ich persönlich liebe Stock Android und finde, dass es nichts besseres gibt. Vor allem mit Android Lollipop und dem Material Design Kodex ist nun auch das Design sehr konsequent und einheitlich.

Als bisher erstes Gerät unterstützt das Nexus 6 direkt aus Stock Android heraus die Ambient Display Funktion. Beim Motorola Moto X gab es bereits eine ähnliche Funktion, diese wurde aber durch den Hersteller integriert. Unter Ambient Display versteht man ein energiesparendes Benachrichtigungssystem, welches alle Informationen in Schwarz Weiß anzeigt, die man normalerweise auf dem Sperrbildschirm sieht. Aufgrund der AMOLED Displaytechnologie leuchten hierbei nur die weißen Pixel, alle schwarzen Pixel sind einfach ausgeschaltet und verbrauchen so keinerlei Energie. Das Ambient Display wird entweder bei Bewegung oder durch eine neue Benachrichtigung aktiviert.

 

Fazit

Das Nexus 6 passt wunderbar in die Reihe der Nexus Geräte, hat allerdings noch einige Probleme. Motorola verbaut im Nexus 6 spitzen Hardware, ein hochauflösendes Display, einen soliden Akku, der schnell aufgeladen werden kann, und ausschließlich die neuste und beste Technologie. Probleme gibt es meiner Ansicht nach nur bei der Verfärbung des Displays und der eventuell etwas kurz geratenen Akkulaufzeit. Die Größe des Nexus 6 ist annehmbar, fällt also weder positiv noch negativ ins Gewicht. Insgesamt taugt das Motorola Nexus 6 als schickes Android Aushängeschild.

Das Motorola Nexus 6 ist aktuell ab 599 € bei Amazon.de, Google Play und vielen weiteren Händlern in den Farben Weiß und Blau erhältlich.

 

Was ist eure Meinung zum Motorola Nexus 6? Welches Nexus gefällt euch bisher am Besten?

Motorola Nexus 6

599,00 €
9

Design

9.0/10

Display

7.5/10

Hardware

10.0/10

Software

10.0/10

Akku

8.5/10

Pros

  • Starke Hardware
  • Pures Android Lollipop
  • Turbocharger
  • Guter Klang der Lautsprecher
  • Passender Lieferumfang

Cons

  • Display mit Gelbstich
  • Geringe Akkulaufzeit
  • Klinkenanschluss nicht mit allen Kopfhörern kompatibel

Sebastian

Ich interessiere mich seit langer Zeit für Technik. Vor allem Smartphones und Tablets faszinieren mich. Ich mache leidenschaftlich gerne Fotos und Sport. Hauptberuflich arbeite ich bei einem IT Beratungshaus als Account Manager.

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