Samsung GALAXY Note Edge im Test

GalaxyNoteEdge_06Im Oktober 2014 stellte Samsung neben dem GALAXY Note 4 eine Weltneuheit vor. Das GALAXY Note Edge war das erste Smartphone mit einer abgerundeten Kante, die einige Zusatzfeatures bringt. Wir haben das Gerät erhalten und ausführlich getestet.

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“Das GALAXY Note Edge ist ein innovatives Samsung Smartphone mit frischen neuen Ideen und ordentlich Power unter der Haube.”

 

Design und Verarbeitung

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Das Samsung Galaxy Note Edge besteht zwar zum größten Teil nur aus Polycarbonat, hat trotzdem ein hervorragendes Look & Feel. Die abnehmbare Plastikrückseite des Note Edge wurde strukturiert und soll an die Oberfläche von Leder erinnern. Das fühlt sich ziemlich angenehm an, vor allem da das Backcover leicht gummiert ist und so einen guten Grip verleiht.

Alle Komponenten des Note Edge sitzen fest und haben kein Spiel. Auch die Knöpfe wackeln nicht und haben einen guten Druckpunkt. Insgesamt verfügt das Note Smartphone über einen physischen Homebutton, eine Lautstärkewippe und einen Standby Knopf. Links und rechts neben dem Homebutton befinden sich noch zwei Touch sensitive Buttons für “Zurück” und “Recent Apps”. Fast alle Knöpfe sind gut erreichbar. Lediglich an den Standby Knopf kommt man nur schwer heran, da sich dieser an der oberen Gerätekante befindet. Samsung musste diesen verschieben, da aufgrund des abgerundeten Display an der rechten Seite kein Platz mehr für den Button war.
Mit seiner enormen Größe liegt das Gerät trotzdem gut in der Hand, muss allerdings in den meisten Fällen mit zwei Händen bedient werden (also in einer Hand gehalten und mit der anderen Hand gesteuert werden). Die Vorderseite besteht komplett aus Glas, welches sehr hochwertig ist. Es ist mit einer lipophoben Schicht überzogen, damit Fingerabdrücke nicht allzu schnell zu sehen sind.

Mit 8,3 mm gehört das Smartphone eindeutig zu den schlankeren Geräten. Auch das Gewicht ist mit 174 g bei dieser Größe vollkommen in Ordnung. Ansonsten misst das Note Edge 151 mm x 82 mm. Insgesamt konnte mich das Design des Note Edge überzeugen, allerdings gibt es deutlich hochwertigere Geräte wie zum Beispiel das neue Galaxy S6.

 

Hardware und Leistung

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Mit einem Qualcomm Snapdragon 805 Quad-Core Prozessor gehört das Samsung Smartphone auf jeden Fall zu den stärkeren Geräten. Die CPU taktet mit maximal 2,7 GHz pro Kern und treibt die Benchmarkscores nach oben. Außerdem gibt es noch 3 GB Arbeitsspeicher und 32 GB internen Speicher. Der interne Speicher kann mit einer microSD Karte um bis zu 128 GB erweitert werden.

Das 5,6 Zoll große Display löst mit Quad HD auf und  verfügt über ein Super AMOLED Panel. Das ergibt eine Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln. Da es sich hierbei um das Edge Modell handelt, wurde noch ein weiteres, kleines Displaypanel an das große Hauptpanel angeschlossen. Dieses löst mit 160 x 1.440 Pixeln auf und kann für Benachrichtigungen und als QuickStart-Leiste verwendet werden. Insgesamt ist das Display, Samsung typisch, sehr gut. Die Farben sind dank der AMOLED Technologie sehr kräftig und die Darstellung ist sehr scharf. Die Helligkeit kann bei Bedarf sehr hochgeschraubt werden und ist somit auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut zu lesen. Ebenfalls sehr überzeugend ist auch die Blickwinkelstabilität des Bildschirms.

Eher uninteressant ist der kleine Lautsprecher auf der Rückseite. Vor allem wenn das Note Edge auf dem Rücken liegt, ist dieser kaum zu gebrauchen. Wer mehr als ein paar YouTube Videos schauen möchte, sollte zu Kopfhörern greifen.

Deutlich interessanter und besser ist die Kamera des Samsung Galaxy Note Edge. Mit einer Auflösung von 16 Megapixeln, einem optischen Bildstabilisator und Live HDR ist das Smartphone immer für gute Bilder zu haben. Sogar bei schlechten Lichtbedingungen werden die Aufnahmen verhältnismäßig gut. Lediglich bei Bildern mit wenig Licht und Bewegung bekommt die Kamera Schwierigkeiten und die Bilder werden unscharf (siehe S-Bahn Tunnel).

Damit auch ihr euch von der Qualität der Bilder überzeugen könnt, habe wir eine kleine Galerie mit Fotos der Kamera des Note Edge erstellt:



Die Frontkamera ist mit 3,7 Megapixeln okay, aber nichts besonders. Mit einer Blende von F1,9 und einem 90 Grad-Modus ist sie zwar für schnelle Selfie-Schnappschüse durchaus recht gut, aber für mehr auch nicht zu gebrauchen.

Mit 3.000 mAh ist der Akku nicht sehr groß. Vor allem das große, helle und hochauflösende Display benötigt extrem viel Energie und das spürt man auch bei der Akkulaufzeit. Einen Tag übersteht man mit einer Akkuladung zwar, aber das ein oder andere Mal war es sehr knapp oder hat nicht gereicht. Vor allem Spiele und die Kamera App leeren den Akku sehr schnell. Im PCMark Workbench Akkutest hielt das GALAXY Note Edge 4h 50 min. Das sind mehr als 40 min weniger als z.B. beim Sony Xperia Z2. Zwar verfügt das Note Edge über eine Fast-Charging Technologie, das ist allerdings nur ein schwacher Trost. Dennoch ist der Akku damit in unter zwei Stunden vollständig geladen.

Ansonsten verfügt das Galaxy Note Edge über LTE, WiFi 802.11 a/b/g/n/ac, NFC, GPS und Bluetooth 4.1. Kleine Besonderheit ist der Infrarot Blaster an der oberen Gerätekante. Dieser kann zur Steuerung des Fernsehers oder der Stereoanlage verwendet werden.

Dank der starken Hardware schlägt sich das Galaxy Note Edge auch im AnTuTu Benchmark ziemlich wacker. Mit einem Score von 43.597 liegt es damit weit über dem aktuellen Durchschnitt, hinkt aber dennoch leicht hinter dem Note 4 her.

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Edge Display

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Das große Zusatzfeature des Samsung Galaxy Note Edge ist, wie es der Name bereits verrät, das Edge Display. Samsung hat diesen vor allem für Benachrichtigungen gedacht und deshalb alle Benachrichtigungen, inklusive Benachrichtigungsleiste, auf das rechte Display gelegt. Sobald eine Benachrichtigung eintrifft wird sie dort angezeigt, egal ob das Display an- oder ausgeschaltet ist. Dadurch soll man nie wieder eine Nachricht verpassen. In der Praxis funktionierte das auch ziemlich gut und es wurden dort alle wichtigen Nachrichten dezent angezeigt.

EdgeDisplay

Außerdem kann man sehr genau einstellen, welche Informationen dort angezeigt werden sollen. Wenn man möchte kann man zum Beispiel auch einen Aktienticker über das Edge Display laufen lassen. Samsung gibt sich wirklich Mühe mit dem Edge Display hier einen Mehrwert zu bieten und schafft das auch. Gerade in Kombination mit der Samsung Hülle, bei welcher das Edge Display einsehbar bleibt, ist das Feature sehr cool.

 

Fingerabrucksensor

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Eine weitere Besonderheit des Note Edge ist der Fingerabrucksensor. Diesen kann ich allerdings nicht empfehlen. Gerade wenn man bereits den Fingerabdrucksensor vom iPhone 5s oder vom iPhone 6 kennt, ist man anderes gewohnt. Zur besseren Identifizierung habe ich meinen Daumen fünf mal eingescannt, aus unterschiedlichen Winkeln und Positionen, trotzdem brauchte ich im Schnitt drei bis vier Versuche das Gerät zu entsperren. Das ist ein Unding!

Dabei ist jedes Mal etwas anderes. Mal war das überziehen des Fingers zu schnell, mal zu langsam, mal zu weit rechts, mal zu weit links und mal nicht vollständig genug. Das Note Edge verfügt gefühlt über 100 Ausreden, warum der Fingerabdruck nicht gelesen werden konnte.

 

S Pen

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Seit Generationen ist Samsung für den S Pen bekannt. Damit lässt sich das Gerät nicht nur wunderbar präzise bedienen, auch viele Spezialfunktionen sind darin verbaut. Man kann Screenshots aufnehmen und wichtige Elemente direkt markieren, mit dem Pen kann Text markiert werden, indem der Button an der Seite gedrückt wird. Über den Pen kann auch ein spezielles Kreismenü geöffnet werden, was in jeder App erreichbar ist. Über dieses Menü kann man auf alle Funktionen des S Pen zugreifen. Im Alltag hab ich den Pen allerdings kaum benutzt, da ich vor allem an die Fingerbedienung gewöhnt bin. Dennoch ist es ein nützliches und gut implementiertes Feature der Note Reihe.

 

Software

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Von der Software von Samsung war ich viele Jahre lang sehr enttäuscht und war der Meinung, dass Android damit verschandelt wurde. Mit dem Note Edge hatte ich seit einigen Jahren zum ersten Mal wieder richtigen Kontakt mit der TouchWiz UI und muss zugeben, dass sich einiges zum besseren gewendet hat.

Als Softwareversion kommt auf dem GALAXY Note Edge Android 4.4.4 KitKat zu Einsatz. Ein Update auf Android 5.0 Lollipop ist bereits angekündigt und sollte nicht mehr allzu lange auf sich waren lassen. Überzogen ist die Software mit der TouchWiz UI von Samsung.

SoftwareNoteEdge

Diese lief direkt nach dem Start erstaunlich flüssig und ohne Lags. Außerdem ist TouchWiz inzwischen sehr übersichtlich und einfach bedienbar geworden. Auch sind die extrem bunten Farben an vielen Stellen verschwunden und alles ist einem sehr hellen Weiß gehalten. Die Oberfläche ist deutlich flacher geworden, als sie vor einigen Jahren noch war. Außerdem ist die Software beim Note Edge für die Zusatzfeatures wie den S Pen und das Edge Display verantwortlich und erledigt dies wirklich gut. Insgesamt war ich sehr angetan vom Software Erlebnis des Samsung GALAXY Note Edge.

 

Fazit

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Alles in allem hinterlässt das Samsung GALAXY Note Edge einen sehr überzeugenden Gesamteindruck. Zwar gibt es an einigen Stellen noch Luft nach oben, was zum Beispiel der Fingerabrucksensor zeigt, aber Software, Hardware und die sonstigen Special Features sind wirklich gut gelungen. Da das GALAXY Note Edge eher als Feldstudie denn als Smartphone für den Massenmarkt gedacht ist, lässt sich auch der relativ hohe Preis von aktuell 690 € bei Amazon.de nachvollziehen. Einen Kauf würde ich auf jeden Fall von der Notwendigkeit der Zusatzfunktionen abhängig machen.

Samsung GALAXY Note Edge

690,01 €
8.4

Design

9.0/10

Display

9.5/10

Hardware

8.5/10

Software

8.5/10

Akku

6.5/10

Pros

  • Ausgereiftes Edge Display
  • Starke Hardware
  • Überdurchschnittliche Kamera
  • Sinvoller S Pen

Cons

  • Schlechter Fingerabdrucksensor
  • Geringe Akkulaufzeit

Sebastian

Ich interessiere mich seit langer Zeit für Technik. Vor allem Smartphones und Tablets faszinieren mich. Ich mache leidenschaftlich gerne Fotos und Sport. Hauptberuflich arbeite ich bei einem IT Beratungshaus als Account Manager.

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1 Antwort

  1. 19. Juni 2015

    […] der Fingerabdrucksensor wurde im Vergleich zum Samsung Galaxy Note 4 und zum Galaxy Note Edge (zum Test) deutlich verbessert. Der Finger muss nun nicht mehr, wie zum Beispiel bei einem Laptop, über den […]

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