[IAA 17] VW – Neue smarte Dienste unter der Marke “We by Volkswagen”

Während der IFA hatte sich in meinem Posteingang eine Mail von Volkswagen verirrt. Ich war zunächst ein wenig verwundert was ein Automobilhersteller von uns als “Smartphone-Blog” möchte. Kurz später hatte ich es halbwegs verstanden. Volkswagen bündelt seine Mobilitätsdienstleistungen in einem neuen Ecosystem, Volkswagen We.

Diese neue und mobile Ecosystem muss man zunächst als allein stehende und abgekapselte Plattform betrachten. Bis auf den Namen “We by Volkswagen” hat das Ecosystem zunächst einmal sehr wenig mit der Marke und den Autos von Volkswagen zu tun.

Klar gibt es eine Integration zum “Volkswagen Car-Net” und “App-Connect” (Android Auto und Apple Carplay für VW). Der Fokus für die Zukunft liegt aber auch auf einem gewissen Maß an Unabhängigkeit. So wie ich es verstanden habe, möchte man diese Plattform irgendwann auch anderen Automobilherstellern zugänglich und nutzbar machen um so eine Art Standard zu implementieren. Gute Idee, aber eigene Standards wollten schon viele etablieren. Mal schauen.

We Park – Parkplatz zahlen via App

Mit dem Segment “Park” ist Momentan noch eine eigenständige Parkplatz-App gemeint. Diese ist sowohl für Android- als auch iOS-Geräte verfügbar. Mit einem hinterlegten Konto und GPS kann man in ausgewählten Städten ganz einfach Parken und Parktickets bezahlen. Über GPS wird der Standort und der aktuelle Parkplatz erkannt. Via App wird dann der Preis pro Stunde angezeigt. Anschließend kann die Parkzeit per Klick aktiviert werden und zum Schluss auch beendet werden. Abgerechnet wird anschließend. Ordnungshüter erkennen die Teilnahme an “We Park” über einen Sticker an der Windschutzscheibe. So drohen auch keine Strafzettel mehr, da die Parkuhr oder der Parkzettel abgelaufen ist. Klingt erstmal praktisch.

Größter Haken ist momentan allerdings die Verfügbarkeit. We Park by Volkswagen kann momentan nur in sechs deutschen Städten benutzt werden. Dazu gehören Berlin, Augsburg, Hamburg, Köln, Potsdam und natürlich Wolfsburg. Außerdem verlangt Volkswagen für die Nutzung pro Aktion mindestens 0,39 €. Das kann beim Kurzzeit-Parken relativ schnell einen großen Anteil ausmachen.

We Deliver – Paket Lieferung ins Auto

©Volkswagen

Smart und DHL haben es vorgemacht, anschließend kam ein Pilotprojekt von Audi und nun mischt auch Volkswagen selbst mit. Mit “Deliver” kann der Kofferraum eines Autos zur Packstation werden. Der Kofferraum kann als Lieferadresse für Pakete angegeben werden. Dazu ist VW eine Partnerschaft mit DHL eingegangen. Auch hier gibt es eine Pilotphase bis April 2018 in Berlin.

Das Auto muss bereits bei der Bestellung als Ziel angegeben werden und auch der Standort sollte vorher bekannt sein. Man kann DHL ein zweistündiges Fenster nennen in dem das Auto öffentlich zugänglich ist und die Lieferung erfolgen kann. Man muss also 1-2 Tage vorher wissen, wo das Auto zum Zeit der Lieferung steht. Für Arbeitnehmer kann das ein interessantes Feature sein. Der DHL Mitarbeiter bekommt dann für das Zeitfenster der Zustellung die Möglichkeit den Kofferraum über sein mobiles Endgerät zu öffnen, das Paket einzulegen und den Kofferraum zu schließen. Anschließend hat der Mitarbeiter keinen Zugriff mehr auf das Auto.

Aktuelle Händler für die Testphase sind Amazon, Allyouneedfresh, Outfittery, Music Store und Fashion ID. Allein für Amazon würde sich das bei mir schon lohnen. Ich bin gespannt wie der Test verläuft und vor allem wie und ob alte Autos oder KFZ anderer Hersteller in solch ein Konstrukt integriert werden können.

We Commerce – Kognitive Shoppingempfehlungen

Für den “Commerce”-Part arbeitet VW mit IBM zusammen. Hier fällt dann, wie für IBM üblich, direkt das Wort kognitiv. Vermutlich steckt hinter der Lösung somit auch irgendeine Art der Watson API. Über We Commerce sollen zukünftig Standort basierte und Endnutzer abgestimmte Sonderangebote verteilt werden. Diese werden dann über das Smartphone oder das Infotainment-System dargestellt.

Als Beispiel nennt VW zum Beispiel Tankstellen. Das System erkennt, dass der Tank bald leer ist und bewirbt eine Tankstelle bei der es zur Tankfüllung eine Autowäsche gratis gibt. IBM und VW wollen dieses System für Entwickler von Drittanbieter-Software öffnen um dieses mit weiteren Lösungen anzureichern. Die Keyfaktoren sind hier jeweils Fahrzeug, Analyse, und Kontextdaten.

Sebastian

Ich interessiere mich seit langer Zeit für Technik. Vor allem Smartphones und Tablets faszinieren mich. Ich mache leidenschaftlich gerne Fotos und Sport. Hauptberuflich arbeite ich bei einem IT Beratungshaus als Account Manager.

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