Die Pebble Time Steel im Alltagstest

Lange haben wir gewartet, nun haben wir ein Gerät zum testen erhalten. Ob sich die Crowdfunding-Uhr aus Edelstahl gegen die Smartwatches der großen Elektronikkonzerne behaupten kann erfahrt ihr hier im Test.

IMG_9234 (2)

Vor einigen Monaten testeten wir die Originale Pebble und verglichen sie mit der Android Wear Plattform von Google (zum Artikel). Hier verlor die Pebble zwar, das lag aber hauptsächlich auch daran, dass diese um einiges älter ist, ein gewöhnungsbedürftiges Design, und kein Farbdisplay besitzt. Das Design und das Display wurden mit der Pebble Time angepasst, wir haben jetzt ein abgerundetes Quadrat als Form und ein Farbdisplay (das ebenfalls abgerundete Ecken besitzt), dass aber immer noch transflektiv ist und somit bei Sonnenlicht optimal ablesbar. Auch die Akkulaufzeit soll sich verbessert haben, statt 5 sind bei der Time Steel nun laut Pebble, 7 Tage möglich.

Das Design ist natürlich Geschmacksache, deshalb will ich auch nicht lange darauf eingehen. Das Gehäuse ist, wenn man das schwarze Modell hat, aus dunkelgrauem Edelstahl. Die Front wird von einem leichtrunden Glas gebildet, unter dem sich in der Mitte das Display befindet. Der recht große schwarze Rand sieht deshalb nicht so penetrant aus wie bei der nicht-Steel Variante der Pebble Time. Die Buttons fühlen sich ebenfalls ziemlich hochwertig an, der Druckpunkt ist bei allen vier Tasten gleich, allerdings gibt es einen kleinen Bereich, in dem der Button eingedrückt ist, aber noch kein Druck von der Uhr wahrgenommen wird.

IMG_9286

 

Besonders gefallen hat mir auch das mitgelieferte Echtlederarmband, das sich durch einen etwas pelzigen look sehr hochwertig anfühlt und auch sehr schön aussieht, allerdings äußerst kratzanfällig ist, wie man den Bildern entnehmen kann. Dieses lässt sich, wie bei vielen anderen Smartwatches, ganz leicht wechseln in dem an den Stiften einfach ein kleiner Hebel angebracht ist. Es können alle Standard 22mm Armbänder verwendet werden.

Die Software ist recht gut durchdacht. Wie schon bei allen älteren Modellen gibt es eine Zurücktaste auf der linken Seite und drei Tasten auf der rechten, die obere zum hoch-,  die untere zum runterscrollen. Die mittlere Taste ist eine Art Entertaste und bestätigt die Auswahl. Wenn man diese Entertaste vom Watchface aus drückt, gelangt man ins Menü. Hier finden sich alle Apps und die Einstellungen wieder. Auch die Option zum wechseln der Zifferblätter und die alten Benachrichtigungen lassen sich hier aufrufen. Die Reihenfolge der Apps legt man in der App fest aber dazu später mehr. Alle Aktionen die man macht werden durch verspielte Animationen begleitet.

IMG_9241

Eine Karte im App Menü. Durch die Hoch- und Runter-Tasten kann man Scrollen.

Apps von Drittanbietern habe ich schon bei der originalen Pebble kaum genutzt. Ich hab mir eine Notiz App drauf geladen um per Spracheingabe Notizen zu erstellen. Spracheingaben habe ich allerdings nicht so gern, wenn müssen diese komplett ohne haptische Interaktionen möglich sein, heißt also nicht erst die App öffnen und dann auf neue Notiz klicken. Das funktioniert so leider nicht. Aber auch auf anderen Smartwatches nutze ich kaum Apps.

Die Timeline ist die wohl größte Änderung, mit der Pebble geworben hat. Hier wird euch die Möglichkeit geboten durch einen Klick nach oben (Zukunft) oder nach unten (Vergangenheit), in der “Zeit zu reisen”. Hier werden zum einen alle Termine gelistet, zum anderen auch Sonnenauf- bzw. Untergang angezeigt. Die Timeline lässt sich auch durch Apps erweitern, dass zum Beispiel auch Wettervorhersagen eingeblendet werden oder ähnliches. Ich habe die Timeline eigentlich eher wenig genutzt, ich habe meine Termine aber auch meistens im Kopf, kann mir aber vorstellen, dass das ein Feature ist, welches mit zunehmender Termindichte an Bedeutung gewinnt.

Wie auch bei der ersten Pebble bleibt mein Lieblingsfeature die Schnellstartfunktion. Ihr könnt die obere und untere Taste mit Apps verknüpfen, die geöffnet werden wenn Ihr die Taste länger gedrückt haltet. So kommt Ihr zum Beispiel total schnell zur Musiksteuerung, in der Ihr mittlerweile auch ganz einfach die Lautstärke einstellen könnt. Das ist eigentlich sowieso das wichtigste Feature bei jeder Smartwatch für mich, ohne das Handy rauszuholen den Titel zu skippen zu können.

IMG_9264

Der kleine schwarze Halbkreis am Rand gibt an, dass mit der Benachrichtigung interagiert werden kann.

Eine weitere Funktion die jede Smartwatch braucht, beziehungsweise mittlerweile hat, sind Benachrichtigungen vom Handy. Die Pebble Bringt immer nur Änderungen dieser auf eure Uhr. Heißt wenn eine neue Nachricht ankommt, ploppt das Benachrichtigungsfenster auf und ihr könnt die Nachricht lesen. Wenn ihr den Zurückbutton drückt schließt sich dieses Fenster, auf eurem Handy bleibt die Benachrichtigung allerdings vorhanden. Das ganze harmoniert also nicht ganz so super wie bei Android Wear oder der Apple Watch, da hier die Benachrichtigungsleiste komplett gespiegelt werden. Unsicher bin ich mir jedoch dabei, dass Notifications immer angezeigt bleiben wenn man nicht mit ihnen interagiert, bzw. sie eben weg drückt. Auf der einen Seite ist man nicht so gestresst sofort drauf zu schauen, wenn man gerade etwas in der Hand hat, auf der anderen Seite will man die Benachrichtigung vielleicht gar nicht lesen sondern ganz normal die Uhrzeit angezeigt bekommen (auch wenn sie ganz klein oben trotzdem angezeigt wird). Da muss wohl jeder für sich entscheiden ob ihm das gefällt. Natürlich kann man auf die Benachrichtigungen antworten, hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen gibt es die Möglichkeit einfach ein Smiley zurück zu schicken, hierbei wählt man aus einer Matrix aus. Außerdem gibt es die Möglichkeit zwischen fünf vorgefertigten Antworten zu wählen, die man in der App einstellen kann. Mit der Time ist es jetzt außerdem möglich das gesprochene in Text umzuwandeln und so zu antworten. Das funktioniert in ruhigen Umgebungen wirklich ziemlich gut.

IMG_9276

Um eine Verbindung mit der Smartwatch herzustellen braucht man die entsprechende App. Diese ist erstaunlich gut gelungen. Ein integrierter Store für Apps und Watchfaces und viele Einstellmöglichkeiten werden abgerundet durch ein schönes Layout welches sich an aktuelle Design-Richtlinien hält. In der App lassen sich zum Beispiel die heruntergeladenen Watchfaces verwalten und sich nochmal einstellen, etwa ob man eine 12 oder 24 Stunden Anzeige  oder den Ladestand der Uhr auf dem Watchface eingeblendet haben will. Die Reihenfolge der Apps lässt sich hier ändern und die Benachrichtigungen für bestimmte, auf dem Handy installierte, Anwendungen lassen an und abschalten. Auch die 5 Möglichen Antworten lassen sich hier festlegen. Den Store jedoch, so finde ich, könnte man etwas auffrischen und besser sortieren um die qualitativen Watchfaces schneller auffindbar zu machen.

screenshots

Zur Akkulaufzeit braucht man gar nicht viel zu sagen, die ist Top. Auf 7 Tage bin ich zwar nicht ganz gekommen, aber man braucht sich keine Sorgen machen. Wenn man die Uhr mal vergessen hat zu laden, die Uhr hält auch mit 20% noch den kompletten Tag. Geladen wird die Pebble dann durch einen magnetischen Stecker den man auf der Rückseite der Uhr befestigt. Hier würde ich zwar eine Art Ladeschale schöner finden, man lädt die Uhr aber ja auch nicht sehr oft.

Auf das Display hatte ich mich besonders gefreut. Hier wurde ich aber massiv enttäuscht. Wenn das Licht nicht direkt auf das Display scheint ist es teilweise sogar schwer die Uhrzeit abzulesen. Das was man den anderen Smartwatches nachsagt, dass bei Tageslicht das Display zu dunkel ist, kann man bei der Pebble in dunkleren Räumen genauso nachsagen, meiner Meinung nach ist es sogar noch schlimmer, denn ich bin eben fast den ganzen Tag drinnen. Auch die Farben sind nur dann schön wenn das Display richtig ausgeleuchtet ist, ansonsten sind diese sehr blass und kontrastarm.

display

Krass, aber leider wirklich war – nur bei direktem Lichteinfall ist das Display so wie es auch sein sollte.

Schade, dass ich die Uhr nicht im Sommer hatte, im Freibad und beim Sonnen ist das Display dann sicher perfekt ;-).

Mir ist das Display einfach zu klein. Sogar im Vergleich zur G Watch R die für eine Smartwatch ein eher kleineres Display besitzt:

IMG_9236

Ich finde, die Pebble hat einen wirklich tollen Ansatz und finde die reine Idee mit dem transflektivem Display wirklich super, kenn hier aber deutlich bessere Displays von den ganzen E-Book Readern. Mit einer “kleinen” Akkulaufzeiten von 1-2 Tagen habe ich Persönlich kein Problem, ich lege mein Uhr so oder so auf den Nachttisch. Ob sie dann lädt oder nicht ist ja gleich. Auch wenn ich zugeben muss das ich ein kleiner Android-Fanboy bin, muss ich zugeben, dass die Pebble gerade in Sachen Programmieren, Apps und Watchfaces wirklich vorbildlich ist. Zum Beispiel lassen sich Watchfaces direkt vom Smartphone aus erstellen, mit Hilfe von Drittanbieter Websites (z.B. Watchface Generator). Ich für meinen Teil freue mich aber auch schon trotzdem auf die Pebble Time Round und hoffe hier hat Pebble in den Kritikpunkten, nachgebessert.

Ich merke in meiner täglichen Umgebung eine immer größer werdende Akzeptanz von Smartwatches. Was ist denn eure Meinung dazu? Und Kennt ihr Leute mit einer Pebble Time oder habt Ihr zufällig selbst eine?

Das könnte Dich auch interessieren …

1 Antwort

  1. 24. Mai 2016

    […] her an die Pebble Time Steel. Das Display fällt hier aber um 53% größer aus, was wir bei unserem Test der Steel bemängelten. Auch hier ist natürlich der Pulssensor eingebaut, die Akkulaufzeit liegt bei starken […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.