Fitbit Charge 2 Testbericht

Die Fitbit Charge 2 ist eines der teureren Fitnesstracker. Das Wearable kommt mit einem Display und besitzt eine hervorragende App. Was es noch alles kann lest ihr hier im Test.

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Ich bin nicht wirklich der Fan von Smartwatches. Irgendwie erschließt sich mir dort der Sinn noch nicht richtig und es gibt zu wenig Anwendungsfälle – Zumindest bei Android Wear. Anders sieht es jedoch bei Fitnesstrackern aus. Schon ein gutes Jahr lang besaß ich das Xiaomi Mi Band der ersten Generation und war immer sehr zufrieden bevor ich nun das Fitbit Charge 2 zum Test erhalten habe. Lange Zeit hielt ich das Mi Band für den absolut perfekten Fitnesstracker und sah in den Trackern von Fitbit und Jawbone keinen Sinn, da diese meiner Meinung nach im Vergleich viel zu teuer waren. Was konnten die mir schon für einen Mehrwert bieten? Weshalb nur so viel Geld ausgeben? Ich besitze jetzt schon einige Zeit die Charge 2 und muss sagen, dass sich hier meine Meinung definitiv geändert hat.

Zu allererst sei gesagt: Ich bin absolut nicht der sportlichste Typ. Ich gehe einmal die Woche ins Tennis Training und das wars dann auch. Kein Fitness Studio, kein Joggen. Bei der Wahl des Fitnesstrackers sollte man immer die eigene sportliche Leistung im Hinterkopf behalten. Eine Fitnessuhr mit Brustgurt usw. wäre für mich überdimensioniert. Für meine Bedürfnisse reicht es aus, wenn ich einen groben Überblick über meine Aktivitäten besitze. Die einfache Aufzeichnung davon wie oft ich mich bewegt habe steht im Mittelpunkt. Ich würde jetzt nicht unbedingt eine Runde joggen gehen, nur damit ich mein Wochenziel erreiche. Dennoch freue ich mich natürlich, wenn ich es doch mal irgendwie schaffe. Zudem muss ich sagen, dass das Wearable mit Display an meinem Handgelenk mich schon immer wieder dazu bringt gerade im Büro oder auch Zuhause einfach mal aufzustehen und mich zu bewegen.

 

Verarbeitung und Design

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Ich habe mein Fitbit mit einem schwarzen Armand erhalten. Das Armband aus Plastik des Trackers lässt sich einfach über einen Klickmechanismus entfernen und durch ein anderes Band in verschiedenen Farben austauschen. Fitbit hat hier auch Lederarmbänder im Angebot. Bis auf die Sonderedition bleibt der “Kern” immer gleich: Ein schwarzes Display mit grauer Kante. Ich kann nicht sagen, ob die Schnalle des Armbandes und das Gehäuse aus Plastik oder Metall bestehen. Zumindest fühlt es sich weich und angenehm an. Auf der linken Seite befindet sich ein Button, mit der das Band gedient werden kann.

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Beim Display handelt es sich um ein schwarz/weiß Display, das jetzt nicht unbedingt die beste Auflösung besitzt. Zudem wird es von einem Plastikglas geschützt, weshalb es schnell verkratzt. Auf der Unterseite der Charge 2 befindet sich der Pulsmesser und die Kontakte zum Aufladen. Insgesamt bin ich mit der Verarbeitung sehr zufrieden, denn die Materialien sind gut gewählt und der Button besitzt einen guten Druckpunkt. Vom Display bin ich jedoch etwas enttäuscht, da die Auflösung höher und die Abdeckung ruhig aus Glas hätte sein können. Das Fitbit Charge 2 trägt sich zudem sehr gut am Handgelenk. Es ist nicht wirklich schwer und auch an die Größe gewöhnte ich mich nach kurzer Zeit. Anders als das Mi Band ist es nämlich deutlich breiter und auch etwas dicker.

 

Bedienung

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In Sachen Bedienung bietet das Display der Charge 2 einen ungemeinen Vorteil: Endlich muss ich nicht mehr dauerhaft mein Fitnessarmband mit dem Handy synchronisieren, um zu erkennen, wie ich mich heute angestellt habe. Das ist wirklich praktisch. Das Interface des Fitbit ist folgendermaßen aufgebaut: Es gibt mehrere “Screens”, durch die man mit dem seitlichen Knopf durchblättern kann. Die einzelnen “Optionen” auf jedem Screen lassen sich über ein Tippen auf den Bildschirm aufrufen. So kann man sich auf dem Startbildschirm durch Tippen nacheinander die Anzahl gelaufener Schritte, den aktuellen Puls, gelaufene Kilometer, verbrannte Kalorien, Anzahl der erklommen Stockwerke und die aktiven Minuten anzeigen lassen. Auch wenn man auf das Display tippt, so handelt es sich trotzdem nicht um einen Touchscreen. Das Fitbit Charge 2 reagiert vielmehr auf die Bewegung, die das Tippen verursacht. Dies hat Vor- und Nachteile. Zum einen ist man nicht vom kapazitiven Touchscreen abhängig, zum anderen werden leichtere Schläge an der Hand auch mal als Eingabe interpretiert, was aber nicht weiter schlimm ist. Die weiteren Screens beinhalten eine genauere Ansicht für den Puls, Trainings, eine Stoppuhr und Atemübungen. Auf dem Startscreen befindet sich auch die aktuelle Uhrzeit, sodass die Charge 2 auch als Uhr verwendet werden kann. Die Anzeige der Uhr kann in der App geändert werden. Da das Display aber die meiste Zeit ausgeschaltet ist, muss man die typische Armbewegung machen, um auf die Uhr zuschauen, damit sich das Display anschaltet.

Die App eines Fitnesstrackers ist meiner Meinung nach mit das Wichtigste, da sie – neben dem kleinen Display – die meistbenutzte Benutzerschnittstelle darstellt. Und gerade hier punktet Fitbit gerade im Vergleich zu Xiaomi deutlich! Nach dem ersten Installieren wird man zuerst dazu aufgefordert, sich ein Konto bei Fitbit zu erstellen. Daraufhin kann man erstmal seine ganzen persönlichen Ziele festlegen. Dies können Ziele für Schritte, Kalorien, Etagen oder Schlaf sein. Die Fitbit App stellt alle getrackten Informationen auf einem übersichtlichen Dashboard dar. Mit den Pfeiltasten lässt sich durch die Tage blättern und so sehen, wie viele Schritte man z.B. gestern gelaufen ist. Ein Klick auf einen Menüpunkt öffnet die genaue Übersicht zu den getrackten Informationen. So wird der genaue Verlauf der Schritte angezeigt, an welchen Tagen das Schrittziel erreicht wurde und wie gut der Schlaf letzte Nacht war.

Die Charge 2 zeigt misst konstant den Puls. Die Werte werden in die Kategorien Normal, Fettverbrennung, Cardio und Höchstleistung eingeteilt. Diese Werteverläufe sind für den ganzen Tag auch in der App einsehbar. Zusätzlich berechnet die App die eigene Cardiofitness und wie viele Minuten man am Tag in welcher Kategorie verbracht hat. Hier ist sehr interessant zu beobachten, zu welcher Tageszeit und bei welcher Aktivität der Puls ansteigt. Ist vielleicht auch nicht nur für den Höchstleistungssportler interessant.

Als Ziel kann auch eingetragen werden, in welchem Zeitraum am Tag sich der Nutzer konstant bewegen will. Fitbit gibt hier das Ziel vor, dass sich jeder mindestens 250 Schritte pro Stunde am Tag bewegen sollte. Ob das Ziel jede Stunde erreicht wurde, stellt die App ebenfalls in einem übersichtlichem Dashboard dar. Zusätzlich erinnert das Band den Träger auch jede Stunde daran, doch noch die letzten paar Schritte zu laufen, um das Ziel zu erreichen.

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Doch damit nicht genug. Die App integriert auch soziale Aspekte. So kann man Freunde, die ebenfalls ein Fitbit besitzen, hinzufügen und sich mit ihnen messen. So gibt es für die letzten 7 Tage eine Rangliste der Freunde mit ihren Schrittleistungen. Zusätzlich kann man an Wettkämpfen teilnehmen, aber dafür bin ich nicht der Typ für. Kann aber bestimmt lustig sein. Standardmäßig ist eine ständige Synchronisation der App mit dem Fitnessarmband eingestellt. Dies lässt sich jedoch zum Glück ausschalten, wodurch Akku gespart werden kann. Die Synchronisation dauert dadurch jedoch etwas länger, da sie immer manuell angestoßen werden muss. Insgesamt finde ich die App sehr sehr gut gestaltet und übersichtlich und sie ist definitiv ein Pluspunkt des Fitbit Charge 2. Nicht so schön finde ich jedoch die fehlende Synchronisierung zu Google Fit.

Eine weitere Funktion der Fitbit Charge 2 sind die angeleiteten Atemübungen. Hier wird mithilfe eines Kreises visualisiert, wie der Träger ein- und ausatmen muss. Dabei bezieht das Band auch den aktuellen Puls mit ein. Ebenfalls können aktiv Trainings wie Laufen, Gewichte heben oder Radfahren gestartet und gemessen werden.

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Die Charge 2 ist wasserabweisend und vibriert auf Wunsch bei eingehenden SMS, Anrufen oder Kalenderbenachrichtigungen. Der Akku hält wie angegeben 5 Tage lang und kann mithilfe einer Ladeschale, die hinten befestigt wird, aufgeladen werden.

 

Fazit

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Wie zu Beginn genannt, besaß ich vor der Fitbit Charge 2 ein Xiaomi Mi Band der ersten Generation. Es wäre unfair, die beiden Armbänder direkt miteinander zu vergleichen, da das Mi Band in der ersten Generation weder einen Pulsmesser noch ein Display besaß, doch meiner Meinung nach liegt die Stärke des Fitbits vor allem in der App. Ansonsten ist das Display super praktisch, die Akkulaufzeit angenehm lang und die Verarbeitung abgesehen vom Displayglas hochwertig. Dennoch ist die Charge 2 mit guten 150 € auf Amazon deutlich teurer als andere Fitnessarmbänder. Ich für meinen Teil würde mich wieder für ein Fitbit entscheiden. Das Mi Band halte ich aber weiterhin für den besseren Einstieg, wenn man noch nie Kontakt mit Wearables hatte, da man hier eventuell nur wenig Geld in den Sand setzt.

Leon

Schon seit längerer Zeit verfolge ich Nachrichten rund um die Welt der Smartphones. Jedoch interessiere ich mich auch für alle anderen technischen Neuheiten. Ich spiele gerne Tennis, liebe Serien und studiere Wirtschaftsinformatik.

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