Garmin Forerunner 945 im Test

Schon seit Längerem bin ich auf der Suche nach der perfekten Smartwatch für mich. Meine Anforderungen hatte ich schon ein paar Mal in einigen Berichten beschrieben und so habe ich mich auf die Suche gemacht. Bei der Suche bin ich auf die Garmin Forerunner 945 gestoßen. Ob die Uhr nun perfekt zu mir und meinen Anforderungen passt, hier im Testbericht.

Meine Anforderungen an eine Smartwatch sind für mich eigentlich relativ simpel, allerdings fallen dadurch viele Hersteller durchs Raster. Wear OS ist für mich zum Beispiel aktuell keine Option mehr auf einer Smartwatch.

Hier auch noch eine kleine Warnung: Ich habe mir eine Vielzahl an Testberichten zur Forerunner 945 aus Sicht von Triathleten und Läufern angeschaut. Diese gehen deutlich tiefer in die einzelnen Tracking-Features und Funktionen. Ich gehe an diesen Testbericht eher heran wie an den einer Smartwatch. Ich bin ein Smartphone-Geek der auch gerne Sport macht. Nicht andersherum. Wenn euch mehr die Sicht eines professionelleren Läufers oder Triathleten interessiert hier zwei Links ( Testbericht Runnersworld / Testbericht Eiswürfel im Schuh).

Ich möchte gerne eine Uhr, die ich die ganze Zeit tragen kann. Sie sollte sowohl im Büro und im Alltag eine gute Figur machen. Aber natürlich auch beim Sport.

Tagsüber ist mir eigentlich nur wichtig, dass meine Schritte gezählt werden und meine Herzfrequenz getrackt wird. Für mich praktisch zum Verfolgen der verbrannten Kalorien und als Motivation. Damit ich mich in meinem Bürojob auch ab und an mal bewege.

Spannend wird es dann wenn es ums Sport-Tracking geht. Hier kommen eigentlich vor allem drei Aktivitäten vor: Laufen in unterschiedlichen Formen (draußen Joggen, Laufband und Wandern), Radfahren und Training im Fitnessstudio. Die Aktivitäten müssen dann anschließend in Google Fit und nach Strava synchronisiert werden.

Hinzukommt, dass ich gerne beim Sport Musik höre. Da kein normaler Mensch mehr aktuelle MP3s besitzt, ist eine Spotify Integration für mich entscheidend.

Außerdem sollte die Uhr auch ein paar Tage ohne Strom aushalten, da ich gerne auch meinen Schlaf aufzeichne. Wenn die Uhr allerdings jede Nacht ans Ladegerät muss, ist das nicht möglich.

Forerunner 945 – Technische Spezifikationen

  • Display: 1,2 Zoll mit 240 x 240 Pixel
  • Anzeigetyp: Bei Sonneneinstrahlung gut lesbares, transflektives MIP-Display (Memory in Pixel)
  • Gewicht: 50 g
  • Akku: Smartwatch-Modus: Bis zu 2 Wochen / GPS-Modus ohne Musik: Bis zu 36 Stunden
  • GPS / GLONASS / Galileo
  • Sensoren: Herzfrequenz, Barometer, Thermometer, Gyroskop, Kompass, Pulsoximeter
  • Konnetivität: Bluetooth, WiFi, ANT+
  • Smarte Funktionen: Garmin Pay, Benachrichtigungen, Musik
  • Kompatibilität: Android und iOS
  • Aktivitätsfunktionen: Schrittzähler, Stockwerkzähler, Schlafüberwachung, Kalorienverbrauch, Stress-Tracking

Forerunner 945 – Was mir gefällt

Die Akkulaufzeit

Am meisten beeindruckt mich die Akkulaufzeit der Garmin Forerunner 945. Im Herbst war ich mit der Uhr über ein langes Wochenende wandern. 5 Tage lang, jeden Tag ca. 6 Stunden Aktivitätstracking mit GPS, Herzfrequenz und allem was dazu gehört. Am Ende war sogar noch immer ein ganz bisschen Akku übrig. Zwischendurch musste ich nicht einmal aufladen und ich hatte die Uhr jede Nacht am um meinen Schlaf aufzuzeichnen. Das war ich bisher noch von keiner anderen Smartwatch gewohnt.

Mit regelmäßigem Tracking von Aktivitäten kam ich im Schnitt auf eine Laufzeit zwischen 7 und 9 Tagen.

Die Zuverlässigkeit

Bei vielen Smartwatches gibt es Probleme mit der Zuverlässigkeit. Das war auch der Grund, warum ich eine neue Smartwatch gesucht habe. Meine letzte Tracking-Uhr hatte Aktivitäten teilweise nicht ganz aufgezeichnet, hat ewig gebraucht ein GPS Signal zu finden oder hat sich ab und an mittendrin einfach neugestartet.

Es gibt nichts ärgerliches als nach einer 60 km Radtour zu sehen, dass die Uhr nach 3 km nicht mehr aufgezeichnet hat. Diese Angst wurde mir mit der Forerunner 945 komplett genommen. Sämtliche Aktivitäten, GPS-Tracks und mehr wurden immer zuverlässig aufgenommen.

Strava, Spotify und sämtliche Sportarten

Wie schon oben geschrieben habe ich einige kritische Anforderungen. Diese werden alle von der Garmin Smartwatch abgedeckt. Spotify funktioniert tadellos, Garmin Connect synchronisiert Aktivitäten sauber und zuverlässig zu Strava und die von mir benötigten Sportarten können alle getrackt werden. Außerdem gibt es von Garmin auch proaktiv Unterstützung. Sowohl für das Training im Fitnessstudio gibt es Trainingspläne für unterschiedliche Anforderungen und Ziele als auch für das Laufen einer bestimmten Stracke wie z.B. eines Halbmarathons. Alles im Kauf der Smartwatch bereits mit dabei bzw. es entstehen keine Zusatzkosten für die Trainingspläne.

Umfangreiche Smartphone-App

Zur Synchronisierung mit dem Smartphone wird die Garmin Connect App verwendet. Diese ist beeindruckend umfangreich. Sowohl was Funktionen als auch Informationen angeht.

Nehmen wir zum Beispiel eine Jogging-Aktivität: Es werden Distanz, Geschwindigkeit, Herzfrequenz, Temperatur, Schrittfrequenz- und verteilung, Trainingseffekt, Menge des Blutsauerstoffes und noch mehr aufgezeichnet. Die App sagt einem sogar, den aktuellen allgemeinen Trainingszustand anhand der maximalen Aufnahmemenge von Sauerstoff und wie lange der Körper benötigt um sich von der letzten Aktivität zu erholen. Ein Daten-Mekka für jeden Fitnessfanatiker. Aber auch für Hobby-Sportler durchaus interessant.

Forerunner 945 – Was mir nicht gefällt

Das Display

Ich verstehe, dass man für diese Akkulaufzeit einige Kompromisse oder Abstriche eingehen muss. Ein knalliges OLED Display mit Touch-Screen schein hier dazuzugehören. Ein schickes Display viel wohl der Akkulaufzeit zum Opfer. Obwohl Huawei das ja mit der Watch GT2 (zum Testbericht) hinbekommt. 14 Tage Akkulaufzeit trotz hellem Touch-OLED Screen. Hier fehlen dafür ganz andere Sachen.

Trotzdem fällt mir das einfach negativ auf. Vor allem als ‘Digital Native’ kommt eine Bedienung mit Knöpfen für ein hintergrundbeleuchtetes Display etwas altmodisch vor. Eventuell könnte hier auch die Garmin Venu besser passen. Das muss ich mir auf jeden Fall mal noch anschauen.

Der Preis

Die Garmin Forerunner 945 ist alles, nur nicht günstig. Die Uhr kostet aktuell irgendwas zwischen 510 € bei Idealo und der UVP von 599 € bei Garmin direkt. Ab und an ist die Uhr auch mal im Angebot, aber das ist der aktuelle Preis.

Das ist einfach sehr viel für eine Smartwatch, die eventuell in 2-3 Jahren wieder veraltet ist, der Akku schwächer wird oder die Uhr einfach keine Firmwareupdates mehr bekommt. Man zahlt hier einen hohen Aufpreis für ein paar mehr Features (z.B. Akkulaufzeit) als bei anderen Herstellern. Ja, diese Features sind teilweise Alleinstellungsmerkmale, vor allem in Kombination mit anderen Funktionen. Ob einem das aber dann den Preis wert ist, muss man für sich bewerten.

Die Optik

Eine Uhr muss für meinen Geschmack auch optisch etwas her machen. Wie oben geschrieben möchte ich diese auch im Alltag und im Büro tragen können. Hier passt die Forerunner meiner Meinung nach nicht so richtig rein. Zum einen verschuldet durch das Display und die Watchfaches. Die Forerunner 945 schreit einfach: ICH BIN EINE FITNESSSMARTWATCH!

Zum Anderen aber auch die Materialwahl. Die Uhr besteht aus robustem Polycarbonat. Das macht die Uhr zwar leicht, aber optisch leider nicht sehr schön. Hier ist man bei der Fenix-Reihe von Garmin deutlich besser aufgehoben. Die FEnix Uhren sind optisch deutlich näher an einer normalen Uhr und die Lünette aus Metall macht einen hochwertigeren Eindruck.

Mein Fazit zur Garmin Forerunner 945

Das Fazit zur Garmin Forerunner 945 fällt mir nicht einfach. Zum einen kommt die Uhr mit sehr vielen Funktionen und die Zuverlässigkeit ist eigentlich durch nichts zu ersetzen. Auch kann Garmin mit vielen Präzisen Methoden zur präziseren GPS-Aufzeichnung und weiteren interessanten Extras aufwarten. Zum Beispiel werden sowohl GPS, GLONAS als auch das neuen Galileo-System verwendet. Ob man diese als Casual-Läufer allerdings benötigt sei mal dahingestellt.

Ich habe die Garmin Forerunner 945 am Ende dann doch zurück geschickt und nicht behalten. Das liegt vor allem am Preis und, weil ich ein Auge auf die Garmin Venu geworfen habe. Bei mir überwiegt aktuell der Technik- und Smartwatch-Geek gegenüber dem Vollblut-Läufer.

Sebastian

Ich interessiere mich seit langer Zeit für Technik. Vor allem Smartphones und Tablets faszinieren mich. Ich mache leidenschaftlich gerne Fotos und Sport. Hauptberuflich arbeite ich bei einem IT Beratungshaus als Account Manager.

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