[Gastartikel] Xiaomi Mi Band im Alltagstest

Das Mi Band von Xiaomi gibt es zurzeit schon ab circa 15 Euro zu kaufen. Das Fitness Armband hat mich am Handgelenk die letzten vier Wochen überall hin begleitet. Ob das Band halten kann, was Xiaomi verspricht und wie es sich im Alltag bewährt, könnt ihr in diesem Testbericht lesen.

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Design

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Das Design des Mi Bands ist in schwarz und silber sehr schlicht gehalten. Es ist viel schmaler geschnitten als viele andere Fitnessarmbänder und sieht deshalb auch an kleinen Handgelenken sehr schön und nicht überladen oder zu groß aus. Es wurde von Freunden sogar oft für ein ganz normales, neues Armband und nicht für ein Fitnessarmband gehalten. Das Armband aus Kunststoff trägt sich sehr angenehm und das Material ist für ein Fitnessarmband auch einfach angemessen und geschickt. Beim Sport machen schwitzt man etwas darunter. Dafür lässt es sich aber anschließend auch problemlos reinigen.

Schließen kann man das Band durch eine Art Druckknopf. Dieser ist vor allem am Anfang etwas schwierig zu schließen, da das Loch etwas zu klein für den Druckknopf ist. Das gibt sich aber mit der Zeit und das Band hält dafür immer sicher am Handgelenk. Bei mir ist der Verschluss nie aus Versehen aufgegangen. Wer auf Farbe steht bekommt das Band über den Xiaomi Shop oder über Amazon zum Beispiel auch in blau, grün oder orange.

Das Herzstückdes Bandes ist eine kleine silberne ovale Kapsel, die sich einfach in das Band stecken lässt und in der die Technik steckt. In die Kapsel sind auch drei kleine LEDs eingebaut, die je nach Einstellung in verschiedenen Farben aufblinken, wenn das tägliche Schrittziel erreicht worden ist. Ein Display besitzt das Mi Band nämlich nicht.

 

Technisches, Funktion und Nutzung

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Da das Mi Band kein Display besitzt, müssen alle Daten, die das Band aufnimmt, über das Handy per Bluetooth abgerufen werden. Ich habe das mit Hilfe der Mi Band App von Xiaomi gemacht.  Die App gibt es im Play Store für Android Geräte kostenlos und sogar auf Deutsch. Auch im Apple Store ist sie mittlerweile für iOS Geräte auf Englisch erhältlich. Die Gebrauchsanweisung, die mit dem Band geschickt wurde, war leider auf Chinesisch und damit unbrauchbar. Wenn man es einmal raus hat ist die Nutzung des Bandes aber ganz einfach. Um sein Band mit der App zu verbinden, benötigt man ein Xiaomi Konto und muss sich mit diesem in der App registrieren. Ist das erledigt, so leitet die App einen durch den Verbindungsvorgang. Also alles machbar – auch für einen nicht-Technik-Freak wie mich.

Jetzt zu den Fähigkeiten des günstigen Bandes. Das Mi Band nimmt über die Bewegung des Handgelenkes war, ob man geht oder schläft. Man kann die Daten dann zügig per Bluetooth mithilfe der App auf das Handy übertragen. Die App wertet diese Daten dann auch für euch aus. Wenn man seine Größe angibt, rechnet die App die Schritte direkt in eine Distanz um, die in Kilometern angegeben ist. Zusätzlich rechnet es die Kalorien aus, die ihr durch eure Schritte am Tag verbrannt habt. Dabei wird außerdem zwischen Gehen und Laufen unterschieden. Die Streckenberechnung hat bei mir ziemlich genau gestimmt. Der Kalorienverbrauch ist meiner Meinung nach etwas zu hoch berechnet, allerdings sind die menschlichen Stoffwechsel ja auch viel zu verschieden, als dass sich das durch pures Schrittezählen berechnen ließe. Und genau da liegt auch das Problem des Bandes. Man bewegt seinen Arm und das Handgelenk eben nicht nur im Gehen sondern auch beim Haare Föhnen oder wenn man wie ich gerade am Computer sitzt und einen Bericht schreibt. Hier zählt das Band munter weiter Schritte, um nur zwei Beispiele zu nennen. Ein weiteres Problem, das die Ergebnisse abfälscht ist, dass das Mi Band keine anderen Sportarten erkennen kann. So zählt es auch beim Radfahren oder Tanzen einfach nur weiter Schritte. Das Tagesschrittziel kann individuell in der App eingestellt werden. Wenn man es erreicht hat, vibriert das Band und die LEDs blinken in der eingestellten Farbe auf.

Des Weiteren kann das Mi Band den Schlaf tracken. Es soll während des Schlafens die Tief- und Leichtschlafphasen erkennen können. Hier ist es natürlich extrem schwer zu beurteilen, ob die Aufzeichnungen des Bandes stimmen oder nicht. Grundsätzlich kann ich dazu nur sagen: Wenn mir sehr viele und lange Tiefschlafphasen angezeigt wurden, war ich am Morgen meist ausgeschlafen und hatte in der Nacht einen friedlichen Schlaf. Zusätzlich gibt es hier auch noch eine Weckfunktion, die an die Messung der Schlafphasen gekoppelt ist. Man kann einen Wecker  für einen Zeitraum von einer halben Stunde stellen. In dieser halben Stunde fängt das Band genau dann an zu vibrieren wenn man sich gerade nicht in einer Tiefschlafphase befindet. Aufgewacht bin ich damit recht gut, allerdings hatte ich dann jeden Morgen mindestens 20 Minuten mehr Zeit, in der ich hätte schlafen können. Das hat mich persönlich ziemlich genervt.  Durch schütteln des Handgelenks wird der Wecker ausgestellt.

Etwas schade finde ich, dass die genauen Daten und Verlauf für Schlaf und Schritte nur am selbigen Tag eingesehen werden können. Für die vorherigen Tage ist nur noch eine Gesamtübersicht abrufbar.

Eine weitere richtig nützliche Einstellung ist, dass das Band bei eingehenden Anrufen vibriert, obwohl das Handy stumm geschalten ist. Das gleiche funktioniert auch bei Nachrichten. Alles lässt sich in den Appeinstellungen ganz einfach und individuell anpassen. So bekommt man wirklich wichtige Anrufe und Nachrichten mit, ohne das Handy laut stellen zu müssen.

Total überrascht war ich von der extrem langen Akkulaufzeit.  Bei mir hat der Akku rund 45 Tage trotzt intensiver Nutzung durchgehalten. Die Angaben des Herstellers von 30 Tagen, die für ein Fitnessarmband schon ziemlich außergewöhnlich sind, wurden damit noch einmal bei Weitem überschritten. Den Akkustand des Bandes kann man in den Einstellungen der Mi App am Handy abrufen. Wenn der Akkustand unter 10% fällt bekommt man zusätzlich noch eine Warnnachricht auf sein Smartphone. Geladen wird das Band, indem man die Kapsel aus dem Band entfernt und in das mitgelieferte Ladegerät steckt. Während des Ladevorgangs leuchten die eingebauten LEDs je nach Akkustand auf. Ist der Akku komplett geladen so leuchten am Ende alle drei LEDs grün.

Das Band ist laut Xiaomi mit IP67 bis zu 1 Meter wasserdicht. Im Schwimmbad habe ich das Band allerdings lieber ausgezogen. Unter der Dusche ist bei mir allerdings nichts passiert.

 

Fazit

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Für den günstigen Preis ist das Band auf jeden Fall ein nettes Gadget. Es hält was es verspricht und hat wirklich eine super Akkulaufzeit. Meiner Meinung nach ist es jedoch eher ein Schrittzähler mit coolen erweiterten Funktionen als tatsächlich ein Fitnessarmband.

 

Gastartikel von Lea (Vielen Dank!)

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1 Antwort

  1. 30. Oktober 2015

    […] Design wird großgeschrieben, der Preis klein. Vor allem für Gadgets überzeugt die Firma, das Mi Band ist vermutlich vielen ebenfalls ein Begriff. Ich habe mich vor einigen Wochen mal daran gewagt, mir […]

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