Im Test: Lenovo Moto G4 und Moto G4 Plus

Ich hatte die Möglichkeit die aktuellen Geräte der Moto G Serie, inzwischen von Lenovo vertrieben, genauer unter die Lupe zu nehmen. Wie immer wird es um die Vorteile aber auch die Nachteile der beiden Geräte gehen. Zusätzlich vergleiche ich noch die zusätzlichen Features des Plus-Modells mit der normalen Version. Ob sich die beiden Geräte lohnen erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Mit der Moto G Serie bot Motorola früher schon, vor dem Aufkauf durch Lenovo, viel Gerät zum kleinen Preis. Zwar gab es anfangs Punkte, welche durchaus vermieden werden können, wie zum Beispiel die fehlende Schnittstelle für LTE, doch hier lernte man zum Glück relativ schnell. Bei der inzwischen vierten Generation hat man sich auch wieder mächtig ins Zeug gelegt um dem Kunden ein solides Endgerät anbieten zu können – natürlich zum kleinen Preis.

Technische Daten:

Qualcomm Snapdragon 617 64-Bit (8x 1,5 GHz), Adreno 405 GPU
2 GB RAM
16 GB interner Speicher, MicroSD-Slot bis zu 128 GB
13 Megapixel Hauptkamera / 16 Megapixel Hauptkamera mit Laser-Autofokus (Plus-Modell), zweifarbiger LED Blitz
5 Megapixel Selfie-Kamera
Fingerabdruckscanner (Plus-Modell)
3000 mAh Akku, festverbaut (Fast Charging über speziellen Charger)
Dual-SIM
Android 6.0.1 Marshmallow, Update auf Android 7.0 Nougat folgt

Erster Eindruck:

Wie gewohnt erwartete ich von beiden Geräten eine hohe Verarbeitungsqualität und Haptik. Trotz abnehmbarer Plastikrückseite wurde ich wieder nicht enttäuscht. Unter der Abdeckung befinden sich dann auch gleich die drei Slots für bis zu zwei SIM-Karten und eine MicroSD-Karte. Die Lautstärke-Wippe und der Power-Button befinden sich bei beiden Modellen jeweils auf der rechten Seite. Im Falle des Plus-Modells gibt es auf der Vorderseite noch einen Fingerabdruckscanner, welcher sonst keine Funktion aufweist. Hier ertappte mich in der ersten Zeit ihn als Homebutton nutzen zu wollen, was natürlich nicht funktioniert. Sonst gibt es aber nur positives zum Fingerabdruckscanner zu vermelden, sofern man nicht unbedingt eine trockene und rissige Haut hat.

Die drei Slots für MicroSD- und SIM-Karten.

Die drei Slots für MicroSD- und SIM-Karten.

Fingerabdruckscanner des Moto G4 Plus.

Fingerabdruckscanner des Moto G4 Plus.

Display:

Ebenfalls in beiden Modellen gleich ist das Display, welches trotz 5,5 Zoll solide und sicher in der Hand liegt. Durch die Auflösung von 1920 x 1080 Pixel bekommt man eine Pixeldichte von 401 PPI, womit alles scharf dargestellt wird. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung ließen sich die Displays meiner beiden Testgeräte immer noch gut ablesen. Wie bei einem IPS-Panel üblich, bietet auch das Moto G der vierten Generation wieder eine gute Farbtreue und starke Blickwinkel. Zusätzlich integrierte Lenovo auch in das Moto G  der vierten Generation wieder das Active Display, welches Notifications in einem minimalen Modus anzeigt um zu informieren aber trotzdem Strom zu sparen. Hier ist es aber eindeutig Geschmackssache, ob man es nutzen möchte. So hatte ich es nach ein paar Stunden deaktiviert.

Stock Android.

Stock Android.

Kameras:

Auch die Kameras konnten in beiden Modellen überzeugen, wobei für mein Empfinden der Laser-Autofokus des Plus-Modells auch dem normalen Modell zu Gute gekommen wäre. Wer sich aber auf die Automatik nicht verlassen möchte, findet auch einen manuellen Modus vor. Bis auf die Belichtungszeit und die Blende lässt sich hier alles Wichtige einstellen. Davon abgesehen schießen aber beide gute Fotos, wenn ich selbst auch inzwischen kaum noch mit einem Smartphone fotografiere und lieber zur richtigen DSLR greife – vermutlich eine typische Berufskrankheit. Einzig bei Dunkelheit konnten beide Geräte bei mir nicht wirklich überzeugen. Neben einem recht starken Bildrauschen kam hierzu noch eine allgemein schlechte Low-Light-Performance.

Testfoto mit dem Moto G4 Plus.

Testfoto mit dem Moto G4 Plus.

Ein leichtes Bokeh ist ebenfalls kein Problem.

Ein leichtes Bokeh ist ebenfalls kein Problem.

Performance und Software:

Viel Positives gibt es auch zur Software zu vermelden – sofern man Android in seiner Urform nutzen möchte. Hier gibt es aber auch gleich noch einen Kritikpunkt. So liefert Lenovo nach eigener Aussage inzwischen keine monatlichen Sicherheitsupdates mehr. So verbrauche dies angeblich zu viele Ressourcen, was ich persönlich aber eher auf die Faulheit im Hause Lenovo schiebe. Scheinbar ist man dort der Ansicht, den normalen Nutzer interessiert es eh nicht, ob sein Sicherheitspatch vom November 2015 oder doch schon August 2016 stammt.

 

Software-Informationen

Software-Informationen

Zum Glück bietet Lenovo aber eine Entsperrung des Bootloaders über das Android-SDK, womit einem Custom Recovery und entsprechender ROM nichts mehr im Wege steht.

Lautsprecher, Akku und Sonstiges:

Neben dem Display ist auch der Akku ein Teil, mit dem vieles steht und fällt. Im Falle des Moto G4 (Plus) konnte dieser selbst mich überzeugen. So kam ich auch unterwegs selten in die Not meine Powerbank zum Aufladen nutzen zu müssen. Konkret bedeutet dies bei mir, dass trotz 6 Mail-Accounts mit Push, Social Media (auch diverse Livestreams per Smartphone) und zahlreichen Telefonaten der Akku abends trotzdem noch nicht leer war. Für den normalen Nutzer sollten so vermutlich locker zwei ganze Tage möglich sein. Und geht der Akku doch einmal zur Neige, gibt es ja immer noch Quick Charge 2.0.

Ein Tag Laufzeit ist kein Problem.

Ein Tag Laufzeit ist kein Problem.

Ebenfalls erstaunt hat mich der Lautsprecher, welcher sich durchaus mit den BoomSound-Speakern meines HTC One M8 messen kann. Ebenfalls in einer Liga mit dem One M8 liegt das Moto G4 beim LTE-Speedtest. Hier sind theoretisch bis zu 150 Mbit/s möglich, sofern der Ausbaustatus dies zulässt.

Speedtest im LTE-Netz der Telekom.

Speedtest im LTE-Netz der Telekom.

Fazit:

Wie auch der Großteil des Testberichts fällt das Fazit zum Moto G4 (Plus) durchaus positiv aus. Zwar bin ich inzwischen von Android unheimlich genervt, was nicht zuletzt an diversen Bugs im Akkubereich liegt, doch hier haben mich die beiden Geräte doch noch einmal zum Umdenken bewegt. Eventuell wird mein nächstes Smartphone also doch kein iPhone, sondern doch eher ein Gerät aus dieser Serie. Für 249 Euro bzw. 299 Euro für das Plus-Modell kann man hier echt nicht meckern. Lenovo liefert solide Geräte, wenn auch mit Schwächen in der Update-Versorgung und der Low-Light-Performance der Kamera.

9.1

Akku

10.0/10

Display

10.0/10

Kamera

8.5/10

Software

8.0/10

Pros

  • Akku
  • Display
  • LTE ohne extra Modell
  • Kamera
  • Dual-SIM + MicroSD-Slot

Cons

  • Fast Charging nur über speziellen Charger
  • keine monatlichen Sicherheitsupdates

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