Nubert NuPro A200 – Schwäbelnde Aktivboxen im Test

Im Januar gab es ja hier bereits ein paar Tests zum Sonos und zum Bose Multiroomsystem. Dabei ist dann doch aufgefallen, dass diese Systeme sehr eingeschränkt sind. Will man etwas, was der Hersteller nicht so vorgesehen hat, hat man eben Pech. Also habe ich mich umgeschaut, was man anderweitig noch machen kann, wenn man Multiroom will. Dabei bin ich auf ein Familienunternehmen aus Schwäbisch Gmünd gestoßen und habe mir Mal die NuPro A200 aus dem Hause Nubert angeschaut. Multiroomlautsprecher im Selbstbau quasi… 

Lieferumfang 

Konnte man den Lieferumfang der anderen Lautsprecher noch als sehr spartanisch bezeichnen, so hat man hier wirklich alles dabei, was man will. Ein normales Stereo-Klinke-auf-Cinch Kabel, ein optisches Toslink Kabel, ein digitales Cinch Kabel, welches auch für die Verbindung zwischen zwei Lautsprechern benutzt werden kann, ein normales Stromkabel, eine Folienfernbedienung und noch, als nette Beigabe sozusagen, eine Minifigur, Nubi genannt. Dazu gesellt sich natürlich noch der Lautsprecher selbst und einen magnetisch befestigbarer Staubschutz. Damit kann man sofort loslegen und anschließen, was man will. 

Die Einrichtung des Systems 

Nun wird es also etwas komplizierter, denn anders als Sonos beispielsweise, hat man hier “nur” Aktivboxe. Selbst können diese nicht wirklich viel. Man muss schon andere Geräte anschließen. Dabei ist es völlig egal, worum es sich handelt. Hat man einen Chromecast Audio, so nimmt man diesen; will man seinen Fernseher anschließen, bitte; CD-Spieler, kein Problem; vielleicht sogar einen Walkman. Alles, was man sich vorstellen kann, geht auch. Dazu bieten diese Lautsprecher auch genug Anschlüsse. Da wäre zum einen der analoge Cinch-Anschluss, sowie ein digital optischer und digital elektrischer Anschluss. Zum Verbinden von zwei Lautsprechern gibt es einen extra Anschluss, genauso wie für den Anschluss von einem externen Subwoofer für noch mehr Bass. Hat man Geräte, die extern Strom brauchen, wie der Chromecast Audio, so kann man den eingebauten USB Anschluss benutzen. 

Die verschiedensten Eingänge

Stromeingang, Netzschalter und ein USB-Ausgang für z.B. den Chromecast Audio

Kauft man sich mehrere Lautsprecher, so hat man die Option diese im Stereoverbund oder aber getrennt zu nutzen. Entscheidet man sich für den Stereoverbund, hat man ein kleines Problem. Es ist nur möglich die Eingänge der linken Box zu nutzen. Die Anschlüsse der rechten Box sind also nutzlos. Das ist ein wenig Schade, da man oftmals entweder mehr Anschlüsse nutzen möchte oder aber die Kabel nicht lang genug sind. Sind zwar Kleinigkeiten, aber nervt aber schon manchmal, wenn die eigenen Kabel zu kurz sind. 

Musikangebot 

Um diesen Test genauso fortzuführen, wie den Rest der Serie “Multiroom”, kommt hier der Punkt Musikangebot. Allerdings ist dazu nicht viel zu sagen. Es kann alles und nichts sein; es hängt von den angeschlossenen Geräten ab. Mit einem Sonos Connect hat man hier ein kleines Sonos System. Ähnliches gilt natürlich für die Lösungen der anderen Hersteller (Yamaha, Bose, Google, …). Oder aber man nimmt, wie oben schon beschrieben, einfach einen CD-Player oder das Smartphone als Abspielgerät. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. 

Bedienung 

Zur Bedienung kann man tatsächlich doch noch etwas mehr schreiben. Denn im Lieferumfang befindet sich auch eine hübsche Fernbedienung, mit der man das System nach seinen Wünschen anpassen kann. Will ich mehr Bass oder eher Höhen? Wie laut will ich es? Sollen die Lautsprecher einzeln oder im Stereoverbund arbeiten? Balance? Gibt es ein Delay zwischen beiden Lautsprechern, der zu korrigieren ist? Welchen Eingang möchte ich benutzen? All das kann man über die Fernbedienung auswählen und nach belieben einstellen. Ich habe es persönlich auf den Standardeinstellungen belassen, da mir das am besten gefallen hat. 

Natürlich muss man nicht die Fernbedienung benutzen, wenn man es nicht will. Man kann auch altmodisch nach vorne zu den Lautsprechern rennen und die Einstellungen alle am Bedienfeld vornehmen. Allerdings hat man da das Problem, dass es teilweise etwas umständlicher ist. Auf der Fernbedienung hat man bereits Shortcuts für die wichtigsten Funktionen, wie Lautstärke, Musikquelle oder Bass/Höhen. 

Damit man auch sieht was man einstellt, befindet sich auf der Vorderseite ein kaum auffallendes Display. Es ist zwar nicht hochauflösend und eher dunkel (blau auf schwarz), aber dafür funktionell. Da man damit sowieso nicht so oft hantieren muss, geht das völlig in Ordnung. 

Klang 

Nun sind wir bei dem Punkt angekommen, der die Nubert Lautsprecher von anderen “Multiroom” Lautsprechern unterscheidet. Der Klang ist wirklich der Wahnsinn. Ich war echt überrascht. Ok, was Klang angeht, bin ich vielleicht kein Experte, aber es war besser als nahezu alles, was ich vorher gehört habe. Gefällt einem irgendwas am Klang nicht, so kann man die Frequenzen (Bass und Höhe) doch relativ gut einstellen. 

Auffällig an diesen Lautsprechern ist, dass sie sich sehr “gerade” anhören. Viele Lautsprecher sind heutzutage stark auf “viel Bass” getrimmt. Kleiner Korpus, aber mit Bass, der alles zum Vibrieren bringt. Manch einer mag das und man sieht ja an den Verkaufszahlen von Beats Kopfhörern, dass es sogar sehr vielen Leuten zusagt. Hier hat man nun also ein System, welches nicht in diese Richtung geht. Man bleibt eher linear und wer mehr Bass viel, der stellt sich das halt passend ein. Trotzdem muss ich ehrlicherweise sagen, dass die NuPro A200 für den hardcore Liebhaber von Bass nicht unbedingt die erste Wahl sind. Da gibt es “bessere” Lautsprecher. 

Ich persönlich bin jemand, der den extremen Bass nicht unbedingt braucht, er tut mir eher weh, und fand deshalb den Klang der NuPro A200 sehr angenehm. Aber Klang ist ja sehr subjektiv, sodass dort eigentlich nur ausprobieren hilft. Leider, wirklich leider, bekommt man die Nubert Lautsprecher nicht beim Elektrofachmarkt um die Ecke. Wer will, muss sie sich also entweder im Internet bestellen und ausprobieren oder aber nach Schwäbisch Gmünd (Nachtrag vom 15.08. : oder aber, wie mir freundlicherweise mittgeteilt wurde, nach Aalen oder ins Hörstudio nach Duisburg (LINK)) fahren und sie sich dort anschauen. 

Eine Empfehlung muss ich dann noch aussprechen. Wer sich die Nuberts kaufen möchte, sollte nicht geizig sein und sich nur einen kaufen. Alleine ist das Klangerlebnis nicht unbedingt zufriedenstellend. Erst im Stereoverbund hat man hier ein wirklich gut klingendes System. 

Fazit 

Es ist wirklich schwierig die Nuberts mit sagen wir Mal Bose oder Sonos zu vergleichen. Anstatt ein geschlossenes System anzubieten, hat man hier “einfach nur” stinknormale Aktivboxen. Manch einer findet das gerade gut. Einfach einen Chromecast Audio rein und das Dingen läuft. Manch anderer will vielleicht eher ein Komplettsystem, womit er sich um nichts mehr weiter kümmern muss. Das sind persönliche Vorlieben. Ich kann nur sagen, dass ich vom Klang und den vielen Möglichkeiten wirklich überzeugt war und mir so ein System eher zusagt, als Sonos zum Beispiel. Dann muss man natürlich wieder sehen, dass diese Lautsprecher eher groß und schwer sind und somit nicht überall hinpassen. So muss sich jeder die Frage stellen was einem wichtiger ist. Klang? Dann greift man eher zu Nubert. Einfaches Plug-and-Play System für den Nachtschrank? Dort wäre natürlich ein Sonos Play:1 die richtige Wahl. Auch der Preis spielt eine entscheidende Rolle. Ein NuPro A200 kostet 345€ und ist damit teurer als die Play:1. Will man jedoch gleich 2 davon haben und vergleicht das mit den Sonos Play:3, so sind sie plötzlich gar nicht mehr teurer und klingen vermutlich sogar besser. 

Bei beiden Systemen gilt allerdings folgender Satz. “Stereoverbund ist eine Investition, die sich lohnt”. Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Satz als Reim umformulieren kann. So klappt das einigermaßen schlecht, aber gut. Daran wollen wir uns jetzt nicht aufhängen. In diesem Sinne möchte ich mich nochmals bei Nubert entschuldigen, dass dieser Test so lange in Arbeit war. Ich habe euch nicht vergessen 😉. 

Hinweis: Diese Lautsprecher wurden mir freundlicherweise von Nubert für den Testzeitraum zur Verfügung gestellt. Trotzdem ist alles, was hier steht, meine Meinung. Weder hat jemand von Nubert den Test bezahlt, noch hat Nubert diesen Test vor Veröffentlichung gegengelesen. Wenn jemand mehr über diesen Lautsprecher wissen möchte, geht am besten auf die Seite von Nubert. 

Nubert NuPro A200

345€
8.6

Einrichtung

7.0/10

Bedienung

8.5/10

Design

8.0/10

Musikdienste

10.0/10

Klang

9.5/10

Pros

  • ausgewogenes Klangbild
  • Anschlussmöglichkeite
  • Stereopaar möglich (kein Delay)

Cons

  • Viele Kabel nötig
  • Groß und schwer
  • nur linker Lautsprecher bei Stereopaar als Master möglich

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