Pebble Time Round – Die runde Pebble im Test

Da ich sonst eigentlich keine Erfahrungen mit Smartwatches habe, war ich natürlich sehr auf die Pebble Time Round gespannt. Klar kenne ich das Microsoft Band. Das ist aber eher Fitnestracker + als Smartwatch. Der Fokus liegt halt anders. Besonders habe ich mich auf das Always On Display und die Akkulaufzeit gefreut. Leider, wie so oft, wurde meine Vorfreude recht schnell zerschmettert.

Pebble ist, oder besser war, für mich immer ein Vorreiter im Bereich Smartwatch. Damals, als die erste Pebble auf Kickstarter gestartet ist, haben sie einen riesen Hype ausgelöst. Zu dem Preis eine Smartwatch, die auch noch ein Always On Display und über eine Woche Akkulaufzeit hat. Dann allerdings ruhte man sich zu lange aus und so dauerte es nicht lange, bis die Konkurrenz schicke Smartwatches mit mehr Funktionen und Farb LCDs auf den Markt gebracht hat. Also kam man mit der Pebble Time. Ebenfalls mit Always On Display, allerdings dieses Mal in Farbe. Ist zwar nicht so hübsch, wie ein LCD, aber immerhin in Farbe. Kritik kam auch recht schnell, und zwar eher negative. Das Display zu klein, der Rahmen zu dick, Akkulaufzeit schlechter, langsam, wenige Funktionen, … . Für die designbewussten Leute wollte Pebble allerdings eine Entschädigung bringen. Die Pebble Time Round.

So, und da sind wir bei der Pebble Time Round angekommen. Und, um eines vorweg zu nehmen, man hat leider die Punkte, die die originale Pebble ausgemacht haben, zerschmettert. Der Preis liegt bei 220€ und auch die Akkulaufzeit ist <= 2 Tage. Aber, kommen wir nun genauer auf diese “Uhr” zu sprechen.

Das Design

Am Aussehen scheiden sich bekanntlich die Geister. Die Version der Pebble Time Round in schwarz ist gar nicht so schlecht und sieht fast schon aus wie eine “richtige” Uhr. Wobei es dort doch einige Probleme gibt. So wirkt die Pebble Time Round sehr billig in den Händen. Der Kunststoff schreit irgendwie danach, billig zu sein. Auch der Rand um das Display verstärkt diesen Eindruck zusätzlich noch

Dazu kommt natürlich noch, dass die Uhr sehr klein ist. Besonders für größere Männerhandgelenke ist diese Uhr fast schon viel zu klein. Sie geht ein wenig unter. Und auch hier macht der Rahmen die Uhr gefühlt noch kleiner.

Abschließend kann ich zum Design nur sagen, dass es sich nicht nach 200€ anfühlt. Ich habe eher das Gefühl gehabt, eine 10-25€ Uhr von den 4-Buchstabigen Discountern in der Hand zu haben. Und selbst die fühlen sich oft hochwertiger an. Mag sein, dass es nur mir so geht, aber hübsch ist da etwas anderes.

Die Hardware

Nachdem das Design schon nicht überzeugen konnte, so kann es vielleicht die Hardware. Wahrscheinlich eher nicht.

Die Pebble Time Round hat, wie auch schon die Vorgängerversionen, eine eher schlechtere Hardware. Eigentlich spricht auch nichts dagegen. Im Prinzip läuft es auch mit der schwachbrüstigen Hardware recht schnell. Das mag an der leichten Software liegen, und das ist auch völlig OK. Solange es genau das macht, was ich brauche in einer akzeptablen Zeit, ist mir alles recht.

Ich kann relativ schnell Apps starten und Informationen bekomme ich alle, die ich brauche. Selbst auf dem kleinen Display, erinnerte mich ein wenig an die alten Nokia Geräte, war alles klar und deutlich präsentiert. Dazu erlaubt dieses Display auch eine Always On Funktionalität, gut. Im Gegensatz zu den alten Nokias hat die Pebble eine wichtige Sache jedoch nicht, welche ja auch einer der Gründe für die doch schwächere Hardware ist, nämlich eine gute Akkulaufzeit.

Der Akku

Mensch Pebble. Was habt ihr bitte mit dem Akku verbrochen. Etwas mehr als einen Tag hält das Ding und das war es. Danach macht auch dieser Akku schlapp. Mit etwas Glück kriegt man fast die 2 Tage, aber dann hat man dieses Gerät fast nicht benutzt. Ist auch nicht Sinn und Zweck der Sache. Alles in Allem kann man sagen, dass man sich lieber für eine andere Smarwatch mit LCD entscheiden sollte. Diese bietet mehr Funktionen bei gleicher Akkulaufzeit und sieht (meistens) auch noch besser aus.

Die Software

Hier muss ich sagen liegt eine der Stärken der Pebble, denn das Betriebssystem ist sehr einfach zu bedienen und ohne große Umwege erreicht man seine Programme und Funktionen. Auch die Funktion der Timeline hat mich sehr überrascht. So kann man schnell mal vor und zurück wechseln und schauen, welche Ereignisse man denn so hat oder hatte.

Leider hat diese Software auch ihre Probleme. Native Apps auf der Pebble: Nö. Man benötigt immer und wirklich IMMER die Verbindung zum Smartphone. Selbst ein schnöder Flappy Birds Klon läuft nur in Verbindung mit dem Smartphone. Außerdem ist der Speicher doch sehr begrenzt und man kann nicht “so viele Apps installieren, wie man will”. Ok, das geht sowieso nicht wirklich, denn die App dazu ist doch eher “Meh” als angenehm.

 

Die App

Wer von euch kann sich an die Anfangszeiten des Android App Stores erinnern? Genau, dieser war noch Gold gegenüber dem, was man in der Pebble App bekommt. Apps suchen: Umständlich. Neue Apps entdecken: Kaum möglich. Sinnvolle Apps für Deutschland geschweige denn Europa finden: Lebensaufgabe.

Ok. Ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht, aber wenn man schon anderes gewöhnt ist, ist das hier doch eher eine Enttäuschung. Eine gute Seite hat es jedoch: Man kann eine Zeitreise zurück machen. Damals, als Symbian noch das Betriebssystem Nr. 1 auf dem Smartphone war.

Fazit

Es tut mir Leid das so sagen zu müssen, aber die Pebble Time Round ist einfach nichts. Sie sieht doof aus, hat veraltete Technik, eine geringe Akkulaufzeit, kaum Apps, einen schlechten App Store. Es gibt kaum einen Punkt, der mich so richtig umgehauen hat, geschweige denn überhaupt gefallen hat. Nun, wo die 2. Generation der Pebble angekündigt war und schon erfolgreich über Kickstarter gebackt wurde, hoffe ich, dass sich diesbezüglich etwas ändert.

Abschließend kann ich nur sagen: Kauft euch eine andere Smartwatch oder aber eine ganz normale Uhr. Denn die kann oft mehr als die Pebble. Und die Akkulaufzeit ist oft auch noch unschlagbar :D.

Wer von euch hatte schon einmal die Pebble, Pebble Time oder Pebble Time Round in der Hand oder sie sogar gekauft? Und wer hat die Pebble 2 gebackt? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.

Pebble Time Round

199€
6.5

Design

6.5/10

Display

6.0/10

Hardware

6.5/10

Software

7.0/10

Akku

6.5/10

Pros

  • Die Pebble ist rund
  • leicht und angenehm zu tragen
  • Timeline vereinfacht Navigation

Cons

  • schlechte Akkulaufzeit
  • sehr wenige Funktionen
  • teuer
  • Design erinnert eher an Kaugummiautomaten
  • App Store

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4 Antworten

  1. Sven sagt:

    Schöner Artikel, auch wenn ich bei einigem aus eigener Erfahrung nicht zustimmen kann. Bei der Time Round bin ich auch etwas zwischen billiger Optik und rundem Display hin und her gerissen und weiß nicht so recht o ich das gut finde. In der Hand hatte ich die Time Round noch nicht.

    Aktuell nutze ich meine Pebble Steel täglich als Erweiterung meines Handys. Ich bekomme meine Mitteilungen und E-Mails am Handgelenk angezeigt, kann sehen wer anruft ogne das Handy aus der Tasche zu nehmen. Kann Grundlegende Funktionen des Handys steuern (Lautlos, Daten an/aus, Sync an/aus………..). Das ist das was ich für mich von einer Smartwatch erwarte, eben eine sinnvolle Erweiterung des Handys. Das bringt mit die Pebble sehr zuverlässig.

    Seit einiger Zeit nutze ich die Pebble auch als Fahrrad-Tacho mit passender Companion-App und bin damit sehr zufrieden.

    An der Software/Firmware wurde auch schon einiges geschraubt. Zunächst konnte die Pebble genau 8 Apps/Whatchfaces aufnehmen und man muss die Handy-App starten um eine andere App oder ein anderes Whatchface einzuspielen. Mit einer der Firmware-Aktualisierungen wurde das geändert. Nun lädt die Pebble die entsprechende App oder das Whatchface aus einer von mir in der Handy-App erstellten Liste einfach nach, wenn ich sie benötige. Der Store der Pebble-App ist auch schon viel schneller geworden.

    Sicherlich lässt sich an der Software und der Pebble-App ncoh vieles verbessern, aber einen Stillstand kann ich hier noch nicht sehen.

    An der letzten Kickstarter-Kampagne habe ich mich beteiligt und mir eine Pebble Time 2 gesichert. Auf die neue Pebble bin ich doch sehr gespannt. Auf das größere Display und den Pulsmesser freue ich mich am meisten 🙂

    Gruß
    Sven

    • Thomas sagt:

      Hallo Sven,

      ja, die anderen Pebbles haben wirklich eine viel bessere Akkulaufzeit als die Time Round. Direkt vom Stillstand habe ich auch nicht gesprochen. Mich wundert es nur ein wenig, dass Pebble, als einer der ersten Hersteller von Smartwatches so einen weiten Rückstand auf die Konkurrenz hat. Das ist einfach traurig.

      Zu der Software muss ich ganz ehrlich gestehen, dass wir die Pebble bereits im Mai bekommen haben, und sie natürlich auch direkt danach wieder zurückschicken mussten, weiß ich nicht, wie die Situation im Moment genau ist. Schande über mein Haupt :P.

      Und wenn du mit der Pebble glücklich bist, ist es OK. Ich wäre mit der Round auch glücklicher gewesen, wenn sie maximal 150€ kosten würde, aber der Preis hat es gebrochen.

      Nichts desto trotz bin ich gespannt wie die Pebble 2 und andere Smartwatches werden, denn ich glaube, dass wir in diesem Segment noch einiges sehen werden.

      Liebe Grüße
      Thomas

  2. Sven sagt:

    Ach ganz vergessen…. meine Pebble kommt auf Akku-Laufzeiten von 10-14 tagen bei meiner Nutzung. die neue Pebble Time soll auch wieder 10 Tage schaffen, das war mich auch wichtig. Die Time Round hat wirklich sehr wenig Laufzeit, aber in dem kleinen Gehäuse ist natürlich auch wenig Platz…

  3. Dominik E. sagt:

    Hallo, bin auf diesen älteren Artikel gestoßen und kann dem ganzen irgendwie nicht zustimmen.
    Ich besitze die Time Round und frage mich ganze Zeit wo Sie Kunstoff gefunden haben? Das Gehäuse ist aus Metall und fühlt sich sehr wertig an. Das Armband ist aus Leder vllt. Kunstleder (keine Ahnung), fühlt sich aber auch sehr wertig an und sieht gut aus. Wem das Band nicht gefällt, dies lässt sich sehr leicht und günstig gegen alle möglichen Bänder tauschen (ist ein standart Uhren Armband).

    Also ich bin wirklich zufrieden mit der Uhr.
    Mit der Akkulaufzeit von 2 Tagen komme ich auch super klar, da Sie in 30 minuten aufgeladen ist.
    Ich lade Sie dann einfach während ich mich morgens zur Arbeit fertig mache.

    Klar bietet Sie nicht die vielfälltigkeit der großen Platzhirsche, will und muss Sie aber auch garnicht.

    Meine Anforderungen waren:

    Mitteilungen sehen
    Anrufe sehen
    Wecker
    Fittnestracker
    Timer
    Uhrzeit

    Ohne jedesmal das Handy rausholen zu müssen.

    das alles löst Sie mit bravur.
    Die Leute die eine Smartwatch brauchen um darauf Antworten zu tippen und damit zu telefonieren verstehe ich sowieso nicht…. dafür gibt es doch Handys ? 😉

    Die Smartwatch will ein gadget sein und das ist Sie.

    Gruß,

    Dominik

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