Testbericht Withings Pop

Die Withings Pop ist schlicht und einfach. Sie stört nie, hält sich zurück und erfüllt dabei genau ihre Aufgaben. Für viele Menschen da draußen kann sie die perfekte Uhr sein.

Die Pop auf einem Tisch

Fangen wir mit der offensichtlichen Frage an:

Was ist die Withings Pop? Eine Smartwatch ohne Touchdisplay oder ein hübscher Aktivitätstracker, mit analoger Uhr?

Ich weiß nicht genau wie sich der Mythos der Pop als Smartwatch ergeben hat, aber das ist sie definitiv nicht. Die Withings Pop ist ein Aktivitätstracker mit einer analogen Uhr. Ihr werdet keine Nachrichten auf die Uhr bekommen, sie vibriert auch nicht bei Anrufen oder Nachrichten und ihr könnt sie nur mit der Withings App steuern. Ist das schlecht? Nein, man muss das nur wissen und darf nichts anderes erwarten.

Erster Eindruck

Als ich die Pop endlich aus der Verpackung geschält hatte, musste ich kurz schlucken. Die Pop ist sehr klein.

Withings Pop und LG G Watch auf einem iPad mit Lederhülle.

Withings Pop und LG G Watch auf einem iPad mit Lederhülle.

Ihr seht, dass ich normalerweise eine sehr viel größere LG G Watch trage. An die Größ musste ich mich erstmal gewöhnen. Nach den Pressebildern und anderen Tests, die ich so gelesen und gesehen habe, hätte ich einfach eine größere Uhr erwartet. Die Withings Pop hat aber “nur” einen Durchmesser von 3,5 cm. Es gibt sie auch nicht in zwei verschiedenen Größen. Man muss also diese eine Größe wollen. Ich habe relativ kleine Arme und meine Frau findet sie an mir auch zu klein. Aber Hey: Geschmackssache.

Es gibt den Aktivitätstracker von Withings in drei Ausführungen. Der Acitivté, der Steel und der Pop. Vom Funktionsumfang her sind sie identisch, die verarbeiteten Materielien unterscheiden sich aber stark. Die Withings Pop ist aus teilweise aus Plastik, hat ein weniger hochwertigeres Glas verbaut und ein Gummiarmband. Dafür kostet sie aber auch 300€ weniger als die Acitivité. Man bekommt also was man bezahlt.

Das bedeutet aber nicht, dass die Pop schlecht verarbeitet ist. Sie ist sehr leicht, fühlt sich aber ganz gut an. Es gibt keine Spaltmaße, Kanten oder sonstigen Probleme, die wir von günstigen Smartphones kennen. Auch habe ich keine Hautprobleme bekommen, wie bei Jawbone und Fitbit. Die Armbänder lassen sich über einen kleinen Mechanismus an der Unterseite ganz leicht auswechseln.

Rückseite der Withings Pop.

Rückseite der Withings Pop.

Damit kann man sich die Withings Pop zu eigen machen. Es gibt duzende Bänder für die Pop und die Pop selbst bekommt man auch in vielen verschiedenen Farben. Bequem ist sie auch. Ich kann mich hier ausnahmsweise mal nicht beschweren. Die Uhr ist mit ihren 37 Gramm fast zu leicht, man merkt sie kaum am Arm. Die Bänder sind nicht zu dick, das heißt sie liegen nicht auf, wenn man tippt. Das hat mich zum Beispiel beim Mi Band immer sehr gestört.

Als Fazit zum Aussehen kann ich sagen, dass ich persönlich das Aussehen der Pop mag, sie mir aber viel zu klein ist. Ich bin also zwigespalten. Aussehen Top, Größe Flop. Meine Frau findet sie super hässlich und zu klein. :Joy: Wie gesagt: Geschmackssache.

Einrichtung

Die Pop ist in wenigen Minuten über die Withings App per Bluethoot eingerichtet. Es gab direkt ein Firmware Update und man stellt schnell die 0-Position der Zeiger ein, kalibriert sie also quasi. Die Uhrzeit stellt die Uhr dann per App selbst.

Einrichten

Bäm. Dann ist alles fertig und man ist ready to go. Das vermisse ich bei Android Wear sehr!

Funktionssumfang

Was kann die Pop nun so alles? In erster Linie ist sie ein Schrittzähler. Neben der analogen Uhr, hat die Pop in der Mitte noch einen weiteren Zeiger, der einem in Prozent anzeigt wieviel man vom Schrittziel schon erreicht hat. Das Schrittziel selbst legt man in der App fest. 10000 Schritte sind empfohlen, die Withings Community läuft im Schnitt aber wohl 13000. Das ist ein netter Ansatz mich zu mehr zu bewegen.

Wenn man mehr als das Schrittziel erreicht hat, springt der Zeiger wieder auf Null und fängt quasi von vorne an. Man ist dann bei 110%, 120%, etc.. Das hat mich beim ersten Mal sehr verirrt.

13000 Schritte läuft die Withings Community im Schnitt.

13000 Schritte läuft die Withings Community im Schnitt.

Neben der Schritte trakt die Pop auch den Schlaf und Sport. Man kann sich auch einen Wecker stellen und die Pop weckt einen dann in einem vom User festgelegten Zeitraum. Ich liebe den Wecker am Arm. Es gibt nichts sanfteres, als von einem vibrieren am Arm geweckt zu werden. Okay, eine Sache, aber das gehört hier nicht hin. 😉 Dieses Aufwecken, wenn man in einer Leichtschlafphase ist, funktioniert ganz gut, wenn man genug Schlaf bekommen hat, bei zu wenig Schlaf hilft das dann auch nicht mehr. Ist aber halt ein Feature, das ich gerne mitnehmen und es ist optional. Man kann ja einstellen ob man es will und wie lange die Phase sein soll.

Beim Sport muss man noch lobend erwähnen, dass die Pop auch Schwimmen trocken kann. Sie ist Wasserdicht. Das finde ich auch immer ein großes Plus bei Uhren. Ich kann auch mal eben schnell den Sohn aus der Wanne holen, ohne immer vorher noch die Uhr ausziehen zu müssen.

Ja, ich gucke dich an LG G Watch. Doofes Ding!

Eines noch: Laden Beziehungsweise das nicht-laden-müssen. Die Pop hat eine Knopfzelle und die soll bis zu 8 Monate halten. Seit Jahren sage ich immer, das das Laden meiner LG G Watch nicht schlimm ist. Ich packe sie halt immer Abends auf das Ladecradel und gut ist. Mache ich mit meinem Smartphone ja auch. Das geht immer solange gut, bis ich mal wo anders penne oder erst morgens heimkomme oder oder oder. Die Tatsache, das man die Pop nicht laden muss, erhöht diesen “Ich muss mich um nicht kümmern.”-Faktor der Pop.

Withings Pop auf einem iPad mit Lederhülle.

Was diesen Faktor aber wieder einschränkt ist, dass ich mindestens alle 3 Tage die App mal aufmachen sollte. Es gibt zwar einen Hintergrundsync, aber der hat nicht immer zuverlässig funktioniert. Ich tue das ohnehin einmal am Tag, aber trotzdem. Die Uhr kann nicht ewig viel Daten speichern, man muss da also alle 2–3 Tage dran denken. Für mich hat sich ergeben, dass ich einfach morgens nach dem Schlafen den Schlaf angucke und dann synct die Uhr ja automatisch.

Genauigkeit

Das Tracking der Schritte ist solide. Ich hab keine Abweichungen zu anderen Trackern gefunden. Mein Laufroutine hat die Withing Pop gleich erkannt wie alle anderen auch. Tippen wird auch nicht als Laufen erkannt, das war früher immer ein Problem der Aktivitätstracker.

Schlaf ist eine andere Geschichte. Die Pop erkennt sehr gut, wann man ins Bett gegangen ist. Man braucht keinen extra Knopf zu drücken oder in die App zu gehen. Das funktioniert sehr gut. Das hat mich wirklich psoitiv überrascht. Das Erkennen des Schlafes ist wie immer etwas schwierig. Die Pop erkennt die Bewegung des Armes und leitet daraus Schlaf und Tiefe des Schlafes ab. Dargestellt wird der Schlaf in der App auch sehr ansprechend.


Sonntag

Die App gibt mir als Prozentzahl mein Schlafziel an. Standardmäßig sind 8h eingestellt. An dem Beispiel unten seht ihr, dass ich das Schlafziel erreicht habe. Allerdings hab ich am Tag vorher hart Alkohol zu mit genommen. Ich hab mein Schlafziel erreicht, war aber ein paar mal wach und hab generell total beschissen geschlafen.

Samstag
Was leider nicht klappt, ist wenn man zu lange wach ist und wieder schlafen geht. Das wurde bei mit zuverlässig nur als einmal schlafen betrachtet. Zum Beispiel schläft man von 10-12 Uhr nachts und dann ist man zwei Stunden wach, aus Gründen, und pennt dann nochmal 4h. Das schafft die Pop nicht.

Die App

Bei der Pop weiß ich gar nicht genau was das Herzstück ist. Die Uhr oder die App. Normalerweise sind bei Fitness Treckern die Apps sehr wichtig, die Pop gibt mir aber ja genug Feedback auf dem Ziffernblatt.

Die App ist schön und schlicht. Die Menüführung ist einfach und man findet alles schnell. Es gibt Abzeichen, Challanges und die üblichen Auswertungen. Für mich ist die App auf einem Niveau mit der Jawbone und der Fitbit App, die für mich zu den besten zählen.

Was ich an der Withings Pop vermisse

Ich brauche immer mal wieder am Tag das Datum, leider zeigt die Pop kein Datum an. Es gibt sehr viele analoge Uhren die das tuen, technisch wäre das also kein Problem. Auch habe ich ein Problem im Dunkeln, denn die Pop leuchtet nicht. Es wäre sehr schön gewesen, wenn die Pop zumindest einen fluoriszierenden Zeiger gehabt hätte.

Der Sync könnte besser sein. Ich hab in den ersten Reviews gelesen, dass es früher schlimmer war, aber es ist immernoch etwas langsam und ich fände es gut, wenn der automatische Hintergrundsync besser laufen würde.

image

Fazit

Ich vermisse meine Smartwatch. Ich brauche die Notifications am Arm, abgesehen davon mag ich die Pop sehr. Sie ist unaufdringlich, sieht ganz gut aus, ist leicht und wasserdicht. Ich muss sie nicht laden. Das ist so eine no brainer Geschichte. Man darf aber auch sonst nichts von der Uhr erwarten.

Wenn man sich auf das Withiungs Universum einlassen möchte, dann gibt es ja noch die Waage und die Home Automaton von Withings. Da geht also noch viel mehr mit der App.

Von den Fitnesstrackern oder Aktivitättrackern, die ich so bisher testen konnte, gefällt mir die Pop am besten. Sie ist aber im Moment kein Grund für mich mein Android Wear Lager zu verlassen, auch wenn es verlockend ist.

Withings Pop

9.1

Design

8.0/10

Ziffernblatt

9.0/10

Hardware

9.0/10

Software

9.5/10

Akku

10.0/10

Pros

  • Akku
  • Wasserdicht
  • Einfachheit

Cons

  • Größe

Jens Kessler

Ich bin ein Technikenthusiast und ein Liebhaber von schönen Dingen. Als angehender Lehrer interessieren mich nicht nur die pure Technik, die nackten Zahlen und das schärfere Display, sondern auch die gesellschaftlichen Implikationen. Wie verändert Technik unser Leben und das Leben der zukünftigen Generationen? Welche Einsatzmöglichkeiten bieten sich in der Bildung? Wie wird Technik gesellschaftlich aufgenommen?

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1 Antwort

  1. egghat sagt:

    Mein Erfahrung: Sync mit iOS geht gut, finde ihn auch nicht zu langsam. Eventuell liegt es ja daran, dass unter iOS der Background-Sync funktioniert?

    Meine Frau fand die Withings zu groß! So unterschiedlich können die Einschätzungen sein.

    Ansonsten vielleicht noch der Hinweis, dass der Vibrationsalarm ziemlich viel Strom frisst. Da ist dann nix mehr mit 8 Monaten Batterielaufzeit. Darauf weist Withings selber hin.

    Hatte übrigens auch eine Apple Watch bestellt. Fiel direkt als “hässlich”, so einen Klotz binde ich mir nicht an den Arm durch.

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