Die wichtigsten Informationen zu Windows 10

Windows 10 ist nun schon eine Woche erhältlich, doch es gibt noch immer Unklarheiten bezüglich des Updates und anderen Sachen zu Windows 10. Auch ich selber habe teilweise nicht so alles verstanden, was Microsoft da eigentlich vorhat und macht. Mag daran liegen, dass sie sich selbst widersprochen haben oder Entscheidungen nach gewisser Zeit wieder verändert haben. Da ich auf dem Launch Event in Berlin war, haben sich einige Fragen geklärt und ich versuche es euch auch hier zu erklären.

Um den Artikel ein wenig zu vereinfachen, werde ich die Punkte immer kurz abhandeln mit einer vorher stehenden, fettgedruckten Überschrift. So kann jeder einfach das finden, was er sucht.

© Microsoft

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Kosten?

Viele Leute haben sich bezüglich der Upgrade-Funktion gefragt, ob es auch wirklich kostenlos ist. Und ja, es ist wirklich kostenlos, sofern man es im ersten Jahr durchführt. Nach dem Upgrade soll das Gerät dann die gesamte Lebensdauer über mit Updates versorgt werden. Im Retail kostet die Home-Version, die für die meisten am interessante, 135€.

Warum sie das Upgrade kostenlos machen? Man wollte, dass möglichst viele Geräte auf den neusten Stand kommen. Das hat sowohl Vorteile für die Softwareentwickler, da die sich nicht mehr so viel Gedanken um ältere Versionen machen müssen. Außerdem ist das natürlich auch eine Sicherheitsfunktion, die letztendlich allen zu gute kommt.

Wer kriegt das Upgrade?

Eigentlich (fast) alle Geräte mit Windows 7 und neuer. Eine Garantie gibt man für Geräte, welche ab 2013 verkauft wurden. Diese bekommen alle das Upgrade auf Windows 10. Die Geräte, die davor erschienen sind, werden zum Großteil auch damit versorgt, jedoch können irgendwelche exotische Grafikkarten oder ähnliches ein Update verhindern. Deshalb meine Bitte: Vorher informieren, ob das eigene Gerät unterstützt wird. Auch wichtig: Man kriegt Windows 10 nur kostenlos, wenn man es upgraded. Ein Clean-Install ist erst nach dem Upgrade möglich. Sollte es Probleme geben, kann man sich direkt an Microsoft wenden.

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Was passiert mit der alten Lizenz?

Die bleibt. Wer eine Windows 7 Lizenz hatte, wird auch weiterhin eine für Windows 7 haben. Sollte man also sein irgendwann mit Windows 10 nicht zufrieden sein, kann man wieder zurück wechseln. Auch dann kann man, innerhalb des ersten Jahres, wieder upgraden. Wie oben schon beschrieben ist es möglich später ein Clean-Install von Windows 10 zu machen. Der Schlüssel sollte akzeptiert werden. Sofern es keine OEM-Lizenz ist, ist es auch ohne weiteres möglich, Windows 10 auf einem anderen Rechner zu installieren. Bei Problemen bitte an Microsoft wenden. Die sind ganz nett und helfen einem eigentlich immer weiter ;-).

Vorteile durch das Upgrade?

Man hat die neuste Version. Das bedeutet, dass man natürlich immer die neusten Sicherheitsupdates und auch Featureupdates bekommt. Außerdem ist Windows 10 wesentlich ressourcenschonender als es noch Windows 7 war. Im Endeffekt ist es also schneller als noch ein Windows 7. Ich habe hier persönlich die Insider Version auf einem Rechner mit den absoluten Minimalanforderungen installiert und muss sagen, dass es einigermaßen zu gebrauchen ist. Natürlich sollte der Rechner ein bisschen stärker sein, aber ich glaube, dass fast alle PCs mit Windows 7 schon mindestens eine Dual-Core CPU und 2GB Ram haben. Das liegt über den Minimalanforderungen und sollte 100% ausreichen.

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Des Weiteren werden die neusten Programme natürlich auch auf dem geupgradeten PC laufen. Mit älteren Versionen könnte es da schon schwieriger werden, zumal es den Appstore erst seit Windows 8 gibt.

Optisch liegt Windows 10 zwischen Windows 8.1 und Windows 7. So gibt es wieder den Startbutton, jedoch geht man konsequent den Weg weiter, den man schon mit Windows 8 gefahren ist. Mobile und Touch sind Punkte, welche sehr groß geschrieben werden. So gibt es nun Continuum, welches sehr interessant für Geräte, wie das Surface. Dockt man die Tastatur ab, kommt man in einen Tablet-Modus, ähnlich wie Windows 8.1. Sollte man die Tastatur wieder anschließen, so wird automatisch in den Desktop-Modus gewechselt.

Dazu gibt es natürlich noch den intelligenten Assistenten Cortana, Windows Hello, die Möglichkeit verschiedene, virtuelle Desktops zu nutzen, Microsoft Edge und natürlich auch die automatische Anpassung der Auflösung, wenn man mehrere Desktops hat. Windows Hello ist dabei die Möglichkeit, sich mit seinen biometrischen Daten anzumelden, also Fingerabdruck, Iris oder auch die Handvenen oder das Gesicht. Dazu wird spezielle Hardware benötigt, welche jedoch nicht allzu teuer ist.

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Das ist natürlich nur so ein grober Überblick aller Neuerungen, aber ich denke, dass sind die wichtigsten. Wobei… Eigentlich habe ich die wichtigste Neuerung vergessen. Das Stichwort lautet “Windows as a Service”. Was sich erst mal kryptisch anhört, ist eigentlich ganz einfach. Windows 10 wird die “letzte Windows Version” sein. Das heißt nicht, dass es sich nie ändern wird. Das heißt nur, dass man sich nie wieder ein neues Windows kaufen muss. Die nächsten Versionen werden also alle kostenlose Updates für das bestehende Windows 10. Somit hat man für immer Ruhe.

Nachteile?

Ja, auch Nachteile mag es für den ein oder anderen geben. Alles, was positiv ist, hat auch irgendwie eine negative Seite. Das erste Stichwort sind die gezwungenen Updates. Jeder bekommt die Updates automatisch, wenn sie erscheinen. Ein “Verschieben” der Installation ist somit nicht mehr möglich. Das ist ein Teil, der die Freiheit jedes einzelnen beschneidet. Dazu ist in letzter Zeit manchmal der Fall eingetreten, dass das Update letztendlich zu Problemen geführt hat.

Relativieren kann man diesen Nachteil mit der Tatsache, dass es ein Sicherheitsfaktor ist. Wenn alle Nutzer immer auf dem neusten Stand sind, dann brauchen wir nicht mehr viel zu befürchten. Die Sys-Admins, die gleich wieder aufschreien könnten, haben trotzdem noch 7 Monate Zeit das Update mit der speziellen Enterprise Version von Windows 10 zu testen. Danach sollte es in der Regel keine Probleme mehr mit den Updates geben.

Weiteres Problem: Das Windows Media Center geht verloren. Anfangs noch sehr nützlich, ist es mittlerweile eher ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Deshalb hat Microsoft sich dazu entschlossen, dieses zu entfernen. Als Entschädigung gibt es jedoch eine kostenlose App für alle, die das Media Center nutzten. Zu finden ist sie im Store, wenn man das Media Center installiert hatte. Sehr ärgerlich dabei ist, dass zahlreiche Codecs entfernt wurden. Somit ist es standardmäßig nicht möglich, DVDs zu gucken. Stattdessen muss man auf Apps von Drittanbietern zurückgreifen.

Verloren gehen auch noch weitere Programme. Die vorinstallierten Spiele aus Windows 7 werden entfernt. Also kein Solitaire, Hearts, Chess oder Mahjong mehr. Stattdessen werden diese Apps im Store angeboten. Sie sind kostenlos, aber mit Werbung versehen. Wer keine Werbung möchte, muss zahlen.

Ein weiteres Problem ist, dass es noch immer Treiberprobleme geben kann, wenn man Windows 10 “forced” über das Media Creation Tool installiert. Deshalb ist mein Rat an alle, die noch nicht upgraden können: Warten. Alle Geräte ab 2013 werden garantiert ein Update bekommen und auch die Geräte davor sollten beachtet werden.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Ja, das ist ein großes Bedenken, welches viele Leute gegen Windows 10 haben. Cortana und Co. sind natürlich auf eure Daten angewiesen, damit sie richtig funktionieren. Schließlich will man ja, dass Cortana einem immer hilft. Wer das nicht will, kann Cortana auch ausschalten.

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Darüber hinaus sendet Windows 10 Daten an Microsoft, damit das System verbessert werden kann. Dies tut es schon seit Windows XP und es hat bis jetzt noch niemanden gestört. Wenn man jedoch auch das nicht möchte, kann man es einfach deaktivieren. Auch hier bei Fragen bitte direkt an Microsoft wenden.

Besonderes Aufregen hat eine sehr spannende Funktion gesorgt, welche wir schon von Windows Phone kennen. Man kann die W-Lan Netze, in welche man selbst schon eingewählt ist, teilen. Dazu gibt man sie an Freunde frei und die müssen sich nie mit einem Passwort oder ähnlichem Anmelden. Es erinnert ein wenig an die WPS-Funktion von einigen Routern. Das Passwort wird dabei verschlüsselt auf irgendwelchen Servern gelagert und bei Bedarf runtergeladen.

Viele Leute haben Probleme, diesem System zu vertrauen. Sie sehen das Risiko darin, dass sich plötzlich jeder in mein Netzwerk einwählen kann. Was jedoch vergessen wird ist, dass das System sogar recht sicher ist. Nicht nur die Verschlüsselung des Passworts ist ausschlaggebend, sondern auch, dass ich mein Passwort nie weitergeben muss. Dieses Passwort kann nämlich viel einfacher und unkontrollierter weitergegeben werden.

Ähnlich verhält es sich mit dem Verteilen von Updates von einem PC auf den anderen. Es macht die Updates viel schneller, kann aber auch dafür sorgen, dass man irgendwelche schadhafte Software bekommt. Da muss Microsoft dran arbeiten, dass es eine sichere und komfortable Funktion bleibt.

Abschließend kann ich nur sagen, dass das alles Komfortfunktionen sind, die man nicht nutzen muss und somit seine Daten behält. Wenn man das jedoch möchte, muss man auch seine Daten weitergeben. Wer sowieso Google oder Facebook nutzt, tut dies sowieso. Außerdem hat jede Medaille zwei Seiten. Was für einen überwiegt, muss jeder selbst herausfinden.

Falls irgendwas schief geht, oder mit Windows 10 nicht gefällt?

Solange dies im ersten Monat nach dem Upgrade geschieht, ist es kein weiteres Problem. Man kann jederzeit downgraden auf die vorher benutze Version. Auch danach ist es kein Problem, jedoch ist es nicht mehr so einfach. Dazu benötigt man dann nämlich wieder seine Original-DVD von Windows 7 oder Windows 8. Darüber hinaus gehen dann alle Daten verloren. Die meisten Menschen haben allerdings sowieso ein Backup von ihren Daten, womit auch dies kein Problem ist. Wie oben schon beschrieben, bleibt die alte Lizenz (zunächst?) trotzdem erhalten

Wenn ihr noch weitere Fragen habt, oder ich irgendwas vergessen haben sollte, könnt ihr euch gerne melden. Bei sehr speziellen Fragen ist jedoch Microsoft der beste Ansprechpartner. Und nun seid wie immer ihr dran. Wollt ihr/habt ihr schon auf Windows 10 geupgradet? Und was war der Grund dafür oder dagegen? Schreibt es gerne in die Kommentare.

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2 Antworten

  1. YoloStyler sagt:

    Also… Ich hätte da so eine Frage:
    Wenn ich jetzt von Windows 8.1 auf Windows 10 wechsel, werden dann alle Daten die ich auf Windows 8.1 gelöscht oder wie funktioniert das genau??

    • Thomas sagt:

      In der Regel sollten alle Daten vorhanden bleiben. Jedoch könnte es vorkommen, dass man seine Daten verliert. Deshalb lautet mein Tipp: Auf jeden Fall ein Backup machen! Trotzdem solltest du jetzt keine Angst davor bekommen, dass alle Daten verloren gehen. Backup ist aber immer nicht verkehrt 😉

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